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Bürgerentscheid: Augsburger wollen Kö-Umbau ohne Tunnel

Von Siegfried Zagler

Mit einem klarem NO GO für einen Tunnel am Königsplatz (32% Ja-Stimmen) und einem klaren Ja für den von der Stadtregierung entwickelten Bebauungsplan 500 (74% Ja-Stimmen) hat die Augsburger Stadtgesellschaft eine städtebauliche Weichenstellung vorgenommen, die für die Zukunft der Stadt in hohem Maß bedeutsam ist.

Ausgehend von den baulichen wie verkehrlichen Realisierungsplänen für den Königsplatz bleibt die Augsburger Innenstadt entwicklungsfähig im Sinne einer neuen städtebaulichen Philosophie. Die Entscheidung gegen einen Tunnel ist eine Entscheidung gegen die Festlegung einer Autopiste vom Theodor–Heuss-Platz bis zum Theater, nicht mehr und nicht weniger. Die Augsburger haben nicht über die Politik der Rathausregierung abgestimmt. Das Ergebnis sollte nicht gefeiert oder politisch bewertet werden. Die Stadtregierung darf weiterhin den Siegerentwurf des Ideenwettbewerbs realisieren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger sagt der Souverän.

OB Kurt Gribl und Baureferent Gerd Merkle dürfen kurz durchatmen, um in der kommenden Woche die Implikationen bezüglich des Bauskandals am Curt-Frenzel-Stadion abzuarbeiten. Die Architekten kann man politisch nicht zur Verantwortung ziehen. Wer ist für den Bauskandal am CFS politisch verantwortlich? Diese Frage muss rigoros gestellt und beantwortet werden. Lückenlose Aufklärung der Verfahrensfehler ist die Grundvoraussetzung für die Heilung des Vertrauensverlustes der Bürgerschaft gegenüber der Stadt in baulichen Angelegenheiten. Hätte nicht ein städtebaulich so gravierendes Tunnelbauvorhaben zur Abstimmung gestanden, hätten Gribl, Merkle, Grab und Co. mit einem schweren Denkzettel rechnen müssen.

Vorläufiges Endergebnis – Grafik: DAZ

Stimmen zum Ergebnis:

OB Kurt Gribl: “Ich bedauere, dass ein Bürgerentscheid notwendig war, bin aber einerseits sehr froh, dass wir aufgrund des klaren Votums beauftragt sind, weiter zu machen. Es gibt keine Verlierer und Sieger. Es gibt nur Gewinner, nämlich die Bürger dieser Stadt.”

Miriam Gruß, FDP: “Wir werden genau beobachten, wie es weitergeht: Ob es bei einer guten Bürgerbeteiligung bleibt und vor allem ob der OB seine Versprechen halten kann, nämlich kein Stau, kein Chaos.”

Dr. Stefan Kiefer, SPD: “Ich freue mich riesig, dass die Saat von ‘Tunnel statt Chaos’ nicht nochmal aufgegangen ist und wir nicht nochmal in der Warteschleife hängen. Das breite Bündnis für den Bahnhof war erfolgreich.”

Gerd Merkle, Baureferent: “Mich freut diese so breite Mehrheit wahnsinnig. Die Arbeit der letzten eineinhalb Jahre ist ab heute vergessen. Jetzt geht’s los mit dem Satzungsbeschluss im Dezember und im Frühjahr beginnen die baulichen Maßnahmen – ab morgen fangen wir mit den Vorbereitungen an.”

Peter Grab, 3. Bürgermeister: “Wir von Pro Augsburg haben schon 2007 gesagt, dass man mit dem Umbau sofort anfangen soll. Mich freut es ungeheuer, dass man sich auf die Augsburger verlassen kann, wenn es um Augsburg geht.”

Volker Schafitel, Freie Wähler: “Es ist gut, dass es so klar ist. So ist es einfacher, mit mehr Rückhalt an dem Projekt weiterzuarbeiten. Auffällig ist, dass 30% der Bevölkerung für den Tunnel sind, ob wohl sich 90% des Stadtrats gegen den Tunnel ausgesprochen haben.”

Reiner Erben, Grüne: “Es handelt sich um ein eindeutiges Votum für eine andere Verkehrspolitik in der Stadt. Ein Tunnel steht für Beschleunigung des Durchgangsverkehrs in der Innenstadt. Das ist nun endgültig vorbei. Man darf jetzt keine neuen Debatten über neue Verkehrsführungen mehr lostreten. Es muss darum gehen, den Autoverkehr zu reduzieren.”

Dr. Rudolf Holzapfel, Pro Augsburg: “Herr Erben spricht mir aus der Seele. Wir wollen eine urbane Innenstadt mit mehr Lebensqualität. Der Bürger hat sich für die bessere Lösung entschieden.”

Wolf Noack, Gottfried Schröder, Bürgerinitiative: “Wir respektieren den Bürgerwillen, aber es war nicht schön zu beobachten, wie die Stadt die Bürger mit Angst auf ihre Seite gezogen hat. Wir geben jetzt Ruhe, es ist vorbei.”

Regina Stuber-Schneider, Freie Wähler: “Wir werden nach wie vor dafür eintreten, dass die Stadtratslösung bürgerfreundlicher und zukunftsorientierter wird.”

Bernd Kränzle, CSU: “Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Wir haben nun einen klaren Bürgerauftrag und die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein.”

Benjamin Clamroth, Die Linke: “Wir sind sehr froh, dass der Tunnel jetzt nicht noch zusätzlich Kosten verursacht. Wir sehen noch große Probleme bei der Entlastungsstraße und beim Bahnhof. – Wir werden aber konstruktiv bei der Lösung mitwirken.”

Rose-Marie Kranzfelder-Poth, Freie Wähler: “Der OB geht in seinem Führungsanspruch und in seiner Verantwortlichkeit für die Zukunft des innerstädtischen Gesamtverkehrs mit einem klaren Auftrag hervor. Es ist zu hoffen, dass sich unsere Befürchtungen als irrelevant erweisen. Die weiteren Schritte des Kö-Umbaus werden von den Freien Wählern konstruktiv und kritisch begleitet werden.”



FCA vs. Karlsruhe 3:1

Der FCA gewann gestern gegen den Karlsruher SC mit 3:1 und konnte sich einem kleinen „Lauf“ mit fünf Spielen ohne Niederlage in Folge an das Spitzentrio der Zweiten Liga anflanschen.

Von Siegfried Zagler



Für Augsburg trafen Tobias Werner (38.), Torsten Oehrl (83.) und Michael Thurk mit einem direkt verwandelten Freistoß kurz vor Schluss (86.). In der Partie vor 14.427 Zuschauern in der impuls arena überzeugte der FCA durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und zeigte sein solidestes Heimspiel in dieser Saison. FCA-Trainer Jos Luhukay nahm gegenüber dem Spiel in Fürth drei Aufstellungsänderungen vor: Im defensiven Mittelfeld begann Kees Kwakman für den jungen Moritz Nebel. Ibrahima Traore lief auf der linken Außenbahn auf, dafür wechselte Tobias Werner ins rechte offensive Mittelfeld. Stephan Hain rückte von rechts außen in die Mitte hinter die beiden Spitzen Michael Thurk und Nando Rafael.

In der ersten Halbzeit stand der KSC tief und lauerte auf Konter, während es der FCA nicht verstand, aus seinem wesentlich höheren Anteil an Ballbesitz Dominanz zu entwickeln, weshalb sich in der ersten Halbzeit wenig Sehenswertes ereignete. Das 1:0 des FCA entstand dann auch durch eine Standardsituation: Ibrahima Traore schlug eine Flanke von der linken Seite in die Mitte, wo Nando Rafael verpasste, aber Tobias Werner stand richtig und drückte das Spielgerät aus kürzester Distanz über die Torlinie (38.).

Eine weitere Chance bot sich kurz vor dem Halbzeitpfiff, als ein Werner-Schuss von Sebastian Langkamp zur Ecke gerettet wurde (43.). Mit dieser 1:0-Führung für den FCA ging es in die Kabine. In der zweiten Halbzeit hatte das Spiel der Augsburger phasenweise gerade im Spiel nach vorn wesentlich mehr Format als in den Spielen davor. Michael Thurk und Stephan Hain rissen mit schnellen Dribblings und sicheren Kurzpässen nicht selten Löcher in die KSC-Abwehr. Auch nach dem eher überraschenden Ausgleich durch einen Abstauber von Lukas Rupp ließen sich die Augsburger nicht von ihrer Linie der kontrollierten Offensive abbringen. Hinten sicher, mit wenig Ballverlusten im Mittelfeld und immer anspielbaren Spitzen sowie bis zur seiner Verletzung sehr kreativen Traore zeigte der FCA in zum ersten Mal in dieser Saison auch seinem treuen Anhang, dass er zu Recht als einer Aufstiegsanwärter gehandelt wird. Großes Manko der zweiten Halbzeit: zuviel vergebene Torchancen. Am kommenden Samstag gastieren die Augsburger beim Angstgegner auf dem Aachener Tivoli.

Startaufstellung: S. Jentzsch, – P. Verhaegh, J. De Roeck, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – T. Werner, K. Kwakman, S. Hain, I. Traoré, – M. Thurk, N. Rafael.

Eingewechselt: S. Bertram (60.); T. Oehrl (78.); G. Sankoh (87.).

Ausgewechselt: I. Traoré (60.); J. De Roeck (78.); S. Hain (87.).

Auswechselbank: M. De Jong; D. Brinkmann; M. Nebel; M. Amsif.



Augsburger Flüchtlinge: Boykott der Essenspakete

Seit Donnerstag boykottieren zirka 200 Flüchtlinge aus der Sammelunterkunft in der Neusäßer Straße den Verzehr ihrer Essenspakete. Sie wollen sich damit für bessere Lebensbedingungen einsetzen. Bei einem Treffen haben Bewohner aus den anderen Augsburger Unterkünften ihre Solidarität erklärt und bekundet, dass sie sich ebenfalls daran beteiligen möchten. Die Akteure verfolgen dabei das Ziel einer menschenwürdigen Unterbringung und die damit verbundene Abschaffung der großen Massenunterkünfte sowie einen Geldbetrag statt der Essenspakete. Die Flüchtlingsinitiative Augsburg organisiert am heutigen Montag „Flüchtlingsgespräche“. Das Krisenplenum in der Neusäßer Straße steht für Interessenten und Unterstützer offen. Treffpunkt ist kurz vor 18 Uhr am Eingangstor der ehemaligen Flakkaserne, Neusäßer Straße 206. Besucher sollen ihren Personalausweis mitbringen.



Miriam Gruß eröffnet UNICEF Weihnachtsaktion

Die Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der Augsburger FDP, Miriam Gruß, eröffnet am heutigen Montag die diesjährige Weihnachtsaktion des Kinderhilfswerkes UNICEF in Augsburg.

Unter dem Motto „Helft den Kriegskindern!“ möchte UNICEF die Aufmerksamkeit in diesem Jahr auf die rund 20 Millionen Kinder lenken, die weltweit vor Krieg und Gewalt auf der Flucht sind. Die Aktion ruft dazu auf, den Kriegskindern in oft weitgehend vergessenen Krisengebieten zu helfen und die Mädchen und Jungen vor Gewalt zu schützen. Miriam Gruß, Mitglied im UNICEF-Komitee, eröffnet die Aktion zusammen mit der Vorsitzenden des Augsburger UNICEF-Büros, Heidi Wurster.

Start UNICEF Weihnachtsaktion

10.30 Uhr bei Bücher Pustet

Karolinenstrasse 12, Augsburg



Lesesaal des Stadtarchivs geschlossen

Wegen Auslagerungsarbeiten der vom Brotkäfer befallenen Bestände ist der Lesesaal des Stadtarchivs ab Montag, 22. November geschlossen.



Dies meldete die Stadt am Freitag. Insgesamt müssen 2,3 Regalkilometer an reichsstädtischen Buchbeständen palettiert und ausgelagert werden. Die Behandlung der – rund 30 LKW-Ladungen umfassenden – schädlingsbefallenen Archivalien findet in den Shedhallen beim Textilmuseum tim statt. Ein großer Teil wurde bereits im August zur Behandlung ausgelagert. Der Lesesaal kann ab Donnerstag, 2. Dezember wieder benutzt werden.

Foto: Die Brotkäferbegasungsanlage des Stadtarchivs beim tim



Attac-Augsburg lädt zur Mitarbeit ein

Wer Interesse an der organisatorischen Mitarbeit bei Attac-Augsburg hat, kann am ersten Orga-Treff des gesellschaftlichen Bündnisses mitwirken.



Neben den ständigen monatlichen Treffs (jeden 2. Montag im Monat), bei denen inhaltliche Fragen diskutiert werden, hat der “Ratschlag” jetzt zum ersten Mal ein Treffen speziell zu Organisationsfragen von Attac-Augsburg beschlossen, so Attac am Freitag in einer Pressemitteilung.

1. Attac-Orga-Treff

Mo., 22. November, 19.30 Uhr

Weisse Gasse 3, Augsburg


» Attac Regionalgruppe Augsburg