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Tunnelbefürworter boykottieren “Stadtgespräch”

Zu einer einseitigen Veranstaltung geriet gestern Abend die Podiumsdiskussion “Königsplatzumbau und Tunnelbegehren – Augsburg in Zukunft unterirdisch?” im Michael-Sailersaal am Hafnerberg. Die fürs Podium angekündigten Tunnelbefürworter Volker Schafitel und Rolf von Hohenhau fehlten unentschuldigt.

Warten vergeblich auf ihre Stadtgesprächs-Partner: Ingrid Burgstaller, Moderator Dieter Baur-Mathyl, Eberhard Wunderle, Thomas Glogger (v.l., Bild: www.forumaugsburg.de)

Nach Informationen der DAZ nahmen Schafitel und von Hohenhau die am Mittag bekannt gewordene gesundheitsbedingte Absage von Baureferent Gerd Merkle zum Anlass, der als “Stadtgespräch” angekündigten Veranstaltung des Fachforums Nachhaltige Stadtentwicklung und der Architekteninitiative Augsburg fernzubleiben. Allerdings erfuhr der Veranstalter davon nichts. So saßen die verbleibenden Tunnelgegner Frau Prof. Ingrid Burgstaller (Jurymitglied zum Ideenwettbewerb Innenstadt), Thomas Glogger (Vorsitzender Baukunstbeirat) und Eberhard Wunderle (Sieger Ideenwettbewerb Innenstadt) neben zwei leeren Stühlen auf dem Podium.

Das unentschuldigte Fernbleiben der beiden Tunnelbefürworter kommentierte Moderator Dieter Baur-Mathyl, Vorsitzender des Augsburger Presseclubs, als “Ungezogenheit, nicht nur gegenüber dem Veranstalter, sondern vor allem Ihnen, dem Publikum gegenüber”. Einer der rund 100 Zuhörer stiftete spontan einen “Knigge” für die Diskussionsverweigerer. Dietmar Egger von der Architekteninitiative zeigte sich insbesondere von Volker Schafitel enttäuscht: “Mit seinem Fernbleiben, nur weil der Baureferent als Sparringspartner fehlt, signalisiert er, wie wenig ihn interessiert, was seine Architektenkollegen zu sagen haben.”



CFS-Debakel: „Sichtlinien dürfen nicht nur ausreichend sein“

Die neugegründete Gruppierung „Bürger für das CFS“, der auch auch der AEV-Ehrenpräsident Gottfried Neumann angehört, fordert im CFS „perfekte Sicht auf mindestens 95 Prozent der Plätze“.



Nachdem das Gutachten zum Curt-Frenzel-Stadion von Dr. Stefan Nixdorf zu dem Ergebnis gekommen sei, dass die Sichtverhältnisse inakzeptabel seien, liege es nun an den Planern, entsprechende Verbesserungsvorschläge zu präsentieren, so die Gruppierung in ihrer gestrigen Pressemitteilung. Im zweiten Anlauf müsse eine perfekte Sicht von mindestens 95 Prozent der Plätze auf das komplette Eis, die Spieler- und die Strafbänke gewährleistet sein. Eine Reparatur der inakzeptablen Sichtverhältnisse, die nur eine „akzeptable“ Sicht von vielen Plätzen anbieten würde, würde auf Dauer die Existenz der Augsburger Panther in der DEL gefährden. – „Ein ,ausreichend‘ können und werden wir nicht akzeptieren. Grundlage muss der Top-Wert des Sichtlinien-Experten sein“, so Gottfried Neumann, der darauf Wert legt, dass der von Stefan Nixdorf definierte beste C-Wert optimale Sichtverhältnisse generiert. Der optimale C-Wert wird bei Nixdorf mit der Zahl 12 beziffert. „Die 12 muss auch für das künftige Curt-Frenzel-Stadion das Maß der Dinge sein“, so Neumann, der zusammen mit den „Bürgern für das CFS“ darauf insistiert, dass das Nixdorf-Gutachten der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden dürfe.