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CFS-Debakel: Jetzt wird es unheimlich schwer

Kommentar von Bruno Stubenrauch

“Eisstadion: Stadt stellt Weichen für Millionenklage”. Diese Schlagzeile war gestern auf Seite 1 und auf der letzten Seite der Augsburger Allgemeinen zu lesen. Und trotz des eindeutigen Dementis der Stadtspitze auf einer gestern eilig einberufenen Pressekonferenz will der Journalist der AZ auf eben dieser erneut “Beobachter” beobachtet haben, für die eine Klage der Stadt gegen die Architekten des Umbaues des Curt-Frenzel-Stadions weiter “im Raum” steht.

Dass das Gift für eine konstruktive Lösung der Probleme am Augsburger Eisstadion ist, versuchte OB Kurt Gribl gestern klarzustellen: “Solche Spekulationen machen mir die Arbeit unheimlich schwer. Beteiligte, die sich von einer Millionenklage bedroht sehen, werden sich sehr vorsichtig verhalten. Das steht einer kooperativen Abwicklung entgegen.”

In der Tat wäre es den in die mediale Schusslinie geratenen Architekten nicht zu verdenken, wenn sie jegliche Kommunikation in Sachen CFS, die über Smalltalk und Dienst nach Vorschrift hinausgeht, künftig über ihren Anwalt abwickeln.

Nicht zu verdenken wäre es aber auch dem Stadion-Gutachter Dr. Nixdorf, wenn er – angesichts der medialen Botschaft aus dem 500 km entfernten Augsburg – seine sehnsüchtig als Handlungsdirektive erwartete Stellungnahme nochmals überarbeitet und sie bis zur Unverbindlichkeit ausdünnt, um nicht selbst zur Zielscheibe eines vermeintlich prozesswütigen Auftraggebers zu werden. Gerade eine Zeitung, deren früherer Verleger Förderer und Namensgeber des Eisstadions ist, sollte dies nicht befördern.

» CFS-Debakel: Stadtspitze dementiert Artikel der Augsburger Allgemeinen



Königsplatz-Umbau: Grüne nehmen FDP unter Beschuss

Die beiden Vorstandssprecher der Augsburger Grünen, Melanie Klees und Matthias Strobel, bezeichneten in einer gemeinsam verfassten Pressemitteilung die Pro-Tunnel-Position der Augsburger FDP als „Verkehrspolitik der 60er Jahre“.

“Mit der Unterstützung für einen Tunnel unter dem Königsplatz gefährdet die Augsburger FDP den Umbau von Königsplatz und Hauptbahnhof“, so Klees und Strobl. Die FDP wolle für Innovationen stehen, vertrete aber in „Wirklichkeit die Autofahrer- und Tunnellobby“. Das sei Verkehrspolitik der 60er Jahre. Die FDP und ihre Vorsitzende Miriam Gruß stelle sich damit gegen Senioren, Menschen mit Behinderung, Familien und generell alle Nutzer des ÖPNV, für die es endlich ein einfaches und komfortables Umsteigen am Kö und am Hauptbahnhof geben müsse.

„Falsche Grafik wirbt für die Verkehrspolitik der 60er“: Grafik auf der Homepage der FDP Augsburg

„Falsche Grafik wirbt für die Verkehrspolitik der 60er“: Grafik auf der Homepage der FDP Augsburg


Die Augsburger FDP greife auf ihrer Homepage auf die Grafik der „Tunnelbefürworter“ zurück. Eine Grafik, die von der „Architekten Initiative Augsburg“ als „falsch“ dargestellt worden sei. Damit stelle sich die Augsburger FDP gegen das Projekt Mobilitätsdrehscheibe, ohne einen einzigen zukunftsfähigen Vorschlag für einen besseren ÖPNV in Augsburg einzubringen, so die die beiden Grünen Vorstandssprecher.

Auf ihrer Homepage wirbt die Augsburger FDP nicht nur mit der „falschen“ Grafik der Initiatoren des Tunnelbegehrens, sondern auch mit deren Argumentationslinie. Mit einem Tunnel müsse nicht die ganze Innenstadt umgebaut werden, so die FDP, außerdem werde der Kö für Fußgänger durch einen Tunnel sicherer, da der Verkehr unterirdisch fließe und somit mehr Platz für den Öffentlichen Nahverkehr entstehe. Zusätzlich verringere der Tunnel die Lärmbelästigung und überflüssige Ampeln fielen weg.



„Überall ist Wunderland“



Am morgigen Freitag, 12. November um 20 Uhr gibt es ein weiteres „Text will Töne“-Projekt mit Karla Andrä und Josef Holzhauser in der Neuen Stadtbücherei (Ernst-Reuter-Platz 1) – unter dem Motto „Überall ist Wunderland“ geht es diesmal um das Thema Heimat. Mit Gedichten von Heinrich Heine bis Antonia Kainz nähern sich die Schauspielerin und der Musiker dem Gefühl vom „Daheimsein oder Fremdsein“. Joachim Ringelnatz’ wundervolles Gedicht “Überall ist Wunderland” ist das Motto des Abends.

Die von Josef Holzhauser pointiert und kommentierend zu den Versen komponierten Gitarrenstücke verschmelzen mit den von Karla Andrä rezitierten Gedichten harmonisch zu einem reizvollen Dialog und geben dem Thema des Abends Tiefe und Dichte, Lust und Laune. Zu Wort kommen außerdem Dichter wie Hilde Domin, Rose Ausländer, Hermann Hesse, Christian Morgenstern, Bertolt Brecht, Gino Chiellino, Franco Biondi und viele andere.

Eintritt: (nur Abendkasse): 12 Euro, ermäßigt 7 Euro.

» www.textwilltoene.de



Tausend Mahler-Töne in der Synagoge



Im Rahmen des „Festivals der 1000 Töne“ konzertiert die „bayerische kammerphilharmonie“ am kommenden Sonntag, 14. November um 18 Uhr in der Augsburger Synagoge, Halderstraße 6. Unter dem Titel „un-er-hört“ werden zum Einen Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ in Arnold Schönbergs Bearbeitung für kleines Ensemble gespielt, zum Anderen erklingt Mahlers „4. Sinfonie in G-Dur“ in der Bearbeitung des österreichischen Komponisten Erwin Stein (1885-1958) für Sopran und Kammerensemble von Erwin Stein.

„So geht es mir immer: Nur wenn ich erlebe, ‚tondichte‘ ich – nur wenn ich ‚tondichte‘, erlebe ich.. Dieser Ausspruch Mahlers passt besonders gut zu seinem Zyklus „Lieder eines fahrenden Gesellen“. Dabei dienten ihm Schuberts Liederzyklen als inhaltliche Vorbilder: Wie in dessen Zyklen „Winterreise“ und „Die schöne Müllerin“ wird in Mahlers Liedern der Protagonist zu einem Wanderer, der eine unglückliche Liebe zu verarbeiten sucht. Mahler vertonte zum großen Teil eigene Gedichte, bis auf einen kurzen Text, den er der Lyrik-Sammlung „des Knaben Wunderhorn“ entnahm. Diesem literarischen Fundus entstammt auch die textliche Grundlage zu seiner vierten Sinfonie. Wie bereits Beethoven erweiterte Mahler im letzten Satz das Klangspektrum des Orchesters durch die menschliche Gesangsstimme. Thema der Sinfonie ist die Gegenüberstellung von irdischem Leben und himmlischer Glückseligkeit. Welcher Ort wäre passender für eine solche Musik als die prachtvolle Augsburger Synagoge…

Leitung: Allan Bergius

Bariton: Todd Boyce

Sopran: Lea-Ann Dunbar



Info: Tel.: 0821-52136–20, www.kammerphilharmonie.de

Eintritt: 35,00 und 25,00 €, Partnerkarten zu 65,00 und 45,00 €


Weihnachtliche Hexereien im Theater

Kinder wollen alles machen, was auch die Erwachsenen tun. Klar, dass sich die kleine Hexe, obwohl sie erst 127 Jahre alt ist, auf den Blocksberg schleicht, um mit den großen Hexen die Walpurgisnacht zu feiern. Der Rabe Abraxas hat sie noch heftig gewarnt – doch zu spät. Sie wird erwischt, und zwar von der giftig-bösen Muhme Rumpumpel. Zur Strafe wird ihr der Besen abgenommen und sie bekommt eine Prüfung auferlegt: Sie soll sich als gute Hexe bewähren und muss sich vor der nächsten Walpurgisnacht einer harten Probe unterziehen.

So beginnt er, Otfried Preußlers berühmter Kinderbuch-Klassiker „Die kleine Hexe“ von 1957, den das Theater am kommenden Sonntag, 14. November 2010 um 15 Uhr als diesjähriges Weihnachtsstück auf die Bühne bringt. Die kleine Hexe und ihr Rabe lassen sich natürlich nicht entmutigen. Schnell ist ein neuer Besen beim Händler Balduin Pfefferkorn erworben, und schon kann das Prüfungsjahr beginnen – mit viel Witz und Erfindergeist hilft die kleine Hexe, wo sie nur kann, gegen Ungerechtigkeit und Bosheit. Aber ist sie dadurch am Prüfungstag eine „gute Hexe“?

Nach “Hexe Hillary geht in die Oper” im Foyer erobern die Hexen nun auch die Große Bühne des Theaters Augsburg. Für die Inszenierung ist Lilli-Hannah Hoepner verantwortlich, die bereits in der Spielzeit 2009/10 “Einsame Menschen” von Gerhart Hauptmann inszenierte. Viele weitere Termine gibt’s auf der Theater-Website.

» Spielplan