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FCA vs. Bielefeld 3:0

Der FC Augsburg konnte am Samstagnachmittag in der Zweiten Bundesliga in der heimischen impuls arena vor 13.555 Zuschauern gegen Arminia Bielfeld einen deutlichen 3:0 Sieg feiern und darf – nach dem dritten Liga-Dreier in Serie – weiter vom Aufstieg in die Bundesliga träumen.

Von Siegfried Zagler

Der „Witz“ hat einen langen Bart und ist längst aus dem Phrasenrepertoire der Sportjournaille verschwunden, aber angesichts der aktuellen Tabelle darf man ihn wieder aus der Mottenkiste holen: Wie heißt der höchste Berg Deutschlands? Zugspitze?! Nein, das ist die Bielefelder Alm, denn dort braucht man ein Jahr für den Aufstieg und ein Jahr für den Abstieg. Christian Ziege kann darüber nicht schmunzeln, denn der nahezu unvermeidliche sportliche Abstieg des DSC Arminia Bielefeld wird nächste Woche mit einem anderen Trainer seine Fortsetzung finden. Dabei war Zieges Team in der ersten Halbzeit kämpferisch und läuferisch die bessere Mannschaft, die dem spielerisch überlegenen FCA nicht die Luft zum atmen ließ. Die Konsequenz war ein ratloser, beinahe hilfloser FCA, dessen Aufbauspiel nur fragmentarisch stattfand. Langsamer wie fahriger Spielaufbau und wiederum keine beziehungsweise eine mangelhafte Struktur in der Vorwärtsbewegung waren die signifikantesten Merkmale der Augsburger in der ersten Halbzeit, was FCA-Trainer Luhukay offensichtlich ähnlich analysierte, da er nach einer halben Stunde die komplette Auswechselbank zum Aufwärmen schickte.

Nach dem 2:0 hatten die Bielefelder dem FCA nichts mehr entgegen zu setzen 

Die Wende kam kurz vor dem Halbzeitpfiff. Stephan Hain, schön von Thurk mit der Hacke freigespielt, konnte freistehend vor Dennis Eilhoff halblinks sicher ins lange Eck verwerten (41). Ein Tor, das nicht nur sehenswert war, sondern auch das Spiel in eine andere Richtung lenkte, da der Bielefelder Sebastian Heidinger meckerte und Gelb sah. Zwei Minuten später war für den Offensivspieler der Ostwestfalen das Spiel vorbei. Nach grobem Foulspiel an Paul Verhaegh nahm ihn Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) mit Gelb-Rot aus dem Spiel. Eine Vorentscheidung, zumal der FCA in der zweiten Halbzeit wesentlich engagierter zu Werke ging und das Spiel zu dominieren verstand. Nach dem ebenfalls sehr schön heraus gespielten zweiten Tor von Hain (54.), hatten die dezimierten Bielfelder dem FCA nichts mehr entgegen zu setzen. Die Augsburger zeigten in der Folge, was man er in dieser Saison zu oft vermissen ließ: Ballsicherheit gepaart mit kreativen Kombinationsspiel in der Vorwärtsbewegung. In der zweiten Halbzeit versäumte es der FCA seine spielerische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Allein der agile Sturmführer Thurk vergab zwei so genannte Hundertprozentige kläglich. Kein Kavaliersdelikt, denn ein Blick auf die Tabelle genügt, um feststellen zu können, dass das Torverhältnis am Ende eine entscheidende Rolle im Duell um die Aufstiegsplätze spielen könnte. Am kommenden Freitag (18 Uhr) steht für den FCA in Fürth eine schwere Auswärtsaufgabe auf dem Programm.

FCA : S. Jentzsch, – P. Verhaegh, G. Sankoh, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – T. Werner, S. Hain, M. De Jong, I. Traoré, – M. Thurk, T. Oehrl.

Eingewechselt: D. Baier (59.); J. De Roeck (64.); N. Rafael (67.).

Ausgewechselt: T. Oehrl (59.); M. De Jong (64.); S. Hain (67.).

Auswechselbank: K. Kwakman; S. Bertram; M. Nebel; M. Amsif.

Tore:

1:0 Stephan Hain (41.)

2:0 Stephan Hain ( 54.)

3:0 Nando Rafael (73.)



Eingang der Neuen Stadtbücherei wird umgebaut

Ab Dienstag, 9. November, ist es so weit: Rechtzeitig zum Beginn der kalten Jahreszeit wird am Eingang der Neuen Stadtbücherei ein so genannter Türluftschleier eingebaut.



Damit soll die kalte Zugluft abgeschirmt werden, die bisher in der Bücherei entsteht, wenn die beiden automatischen Türen am Haupteingang gleichzeitig offen stehen. Das Problem ist schon lange bekannt, im letzten Winter hatte die WBG ein Provisorium aus großen Holzverschlägen aufgestellt. Ein Einbau von Drehtüren – wie zum Beispiel in der City Galerie – ist laut WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe aus Brandschutzgründen nicht möglich (DAZ berichtete). Der Türluftschleier wird erwärmte Luft von der Decke Richtung Boden blasen. Die warme “Luftwand” schirmt den Eingang vom Innenbereich des Gebäudes ab und verhindert so den Luftzug durch das Haus.

Durch die Bauarbeiten, die rund 100.000 Euro verschlingen, kann es zu Lärmbelästigungen sowie zu weiteren Einschränkungen kommen. Der Ablauf der Medienrückgabe soll davon weitgehend unbehelligt bleiben, so die Stadt gestern in einer Pressemitteilung. Allerdings stehen voraussichtlich von Montag, 15. November, bis Mittwoch, 17. November, der Haupteingang und die Rückgabeautomaten gar nicht zur Verfügung. Während dieser drei Tage ist die Bücherei nur über das Literaturcafé Tivoli erreichbar, Medien können nur während der Öffnungszeiten (10 bis 19 Uhr) an der Servicetheke zurückgegeben werden.



Königsplatz-Umbau: FDP pro Tunnel

Die Augsburger FDP wird sich im Vorfeld des Bürgerentscheids Königsplatzumbau aktiv für die Tunnel-Lösung einsetzen. Dies hat der Augsburger FDP-Vorstand in seiner letzten Sitzung beschlossen, wie aus einer Pressemitteilung der Augsburger FDP-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Miriam Gruß hervorgeht.

Gögginger Bastion unter dem Kö: "Argumente nicht schlüssig"

Gögginger Bastion unter dem Kö: "Argumente nicht schlüssig"


„Unter dem Motto ‘Tunnel statt Chaos’ werden wir in Augsburg mehrere tausend Flyer verteilen und auf Plakaten für unsere Position werben. Am 13. und am 20. November informieren wir die Bürgerinnen und Bürger an Infoständen in der Augsburger Innenstadt“, so Gruß, die zusammen mit der Augsburger FDP die Position vertritt, dass durch die Pläne der Stadt in Augsburg ein Verkehrschaos drohe. „Mit einem Tunnel muss dagegen nicht die ganze Innenstadt umgebaut werden. Der Kö wird für Fußgänger sicherer, da der Verkehr unterirdisch fließt und es entsteht mehr Platz für den Öffentlichen Nahverkehr. Außerdem verringert sich die Lärmbelästigung deutlich und überflüssige Ampeln fallen weg. Das zuletzt von Tunnel-Gegnern oft genutzte Argument der archäologischen Funde am Königsplatz ist zudem nicht schlüssig. Der am Hauptbahnhof geplante Straßenbahn-Tunnel könnte dann ebenfalls zu Verzögerungen beim Bahnhofsumbau führen, wenn man in diese Richtung argumentiert.” So Miriam Gruß im O-Ton.

Tunnelblick ihrer ehemaligen Parteichefin übernommen

Die Augsburger FDP ist somit die erste Partei, die sich offensiv für für einen Tunnel am Königsplatz einsetzt. Durch den Austritt von Rose-Marie Kranzfelder-Poth hat die lokale FDP ihr einziges Stadtratsmandat im Augsburger Rathaus verloren. Bis zu ihrem Eintritt bei den Freien Wählern am 12. Oktober galt Kranzfelder-Poth als entschiedene Tunnel-Gegnerin und befand sich nicht zuletzt deshalb mit der Augsburger FDP und ihrer Vorsitzenden auf Kriegsfuß. Als Fraktionschefin der neuen FW-Fraktion hat Kranzfelder-Poth den Tunnelblick ihrer ehemaligen Partei-Chefin übernommen. Die dreiköpfige Gruppierung der Freien Wähler hat sich kürzlich gegenüber der Augsburger Allgemeinen als „Tunnelbefürworter“ zu erkennen gegeben.



Samstags am Kö: “Augsburg macht sich Luft”

Am Samstag, 6. November um 11 Uhr bieten Augsburgs Architekten nach dem Vorbild “Speakers-Corner” am Königsplatz eine “Plattform für Grundsatzdiskussionen, Tiefschürfendes, Nachfragen oder Lästerliches” an. Thema: der Bürgerentscheid zum Kö.



“Wir können uns immer noch nicht genug wundern, dass wir diese Debatte überhaupt führen müssen. Noch weniger können wir fassen, dass zur gleichen Zeit, in der alle Gemeinden im Speckgürtel ihre Zentren herausputzen um ihre Marktpositionen auszubauen, Augsburg darüber abstimmen soll, ob es seine Innenstadt mit grauenhaften Tunnelrampen dauerhaft verschandelt”, heißt es in der Pressemitteilung der ARCHITEKTEN INITIATIVE AUGSBURG vom Freitag.

Auf keinen Fall wollen die Architekten nur untätig zuschauen. An den Samstagen bis zum Bürgerentscheid soll deshalb die Vision des Ideenwettbewerbs Innenstadt für den Kö vorweggenommen werden: “Eine bunte, lebendige und kommunikative Spielwiese für die Stadt” – wo bisher ausschließlich der Verkehr tobt. Alle, deren Position zum Bürgerentscheid und zur Innenstadtentwicklung bisher nicht wahrgenommen oder nicht ausreichend gewürdigt wurde, sollen die Gelegenheit bekommen, sich einmal “so richtig Luft zu machen” und “Klartext” zu sprechen.

» www.neinzumtunnel.de