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Abstrus, unglaubwürdig, klischeehaft …

… und genau deshalb ein wunderbares Stück: „Die Kunst der Komödie“ im tim

Von Frank Heindl

So sehen Theaterdirektoren und Präfekten eben aus: Klaus Müller und Anton Koelb, klischeehaft lebensecht

So sehen Theaterdirektoren und Präfekten eben aus: Klaus Müller und Anton Koelb, klischeehaft lebensecht


Was soll das Theater und wozu braucht’s überhaupt Schauspieler? Solche Fragen können nur Politiker stellen. Was tun, wenn das Theater keine Bühne hat? Solche nervtötenden Fragen können nur Theaterleute Politikern stellen – zumal in Augsburg. Am Augsburger Theater macht man sich seit geraumer Zeit ein Vergnügen daraus, auf die prekäre räumliche Situation nicht nur in den Sitzungen des Kulturausschusses, sondern auch in möglichst vielen Stücken immer wieder ironisch hinzuweisen – man könnte vermuten, dass die Wahl auf Eduardo de Filippos Stück „Die Kunst der Komödie“ möglicherweise allein aufgrund seines ersten Aktes fiel, in dem aus Anlass einer abgebrannten Spielstätte ausführlich über das Theater räsoniert wird. Schließlich wurde am Ausweichort Textilmuseum gespielt.

Der neue Präfekt de Caro hat seinen ersten Arbeitstag im Provinzkaff. Sein Büro ist malade, doch Sekretär Franci bemüht sich redlich, alles herzurichten. Tjark Bernau gibt den Adlatus zwischen dumm und dreist und schafft es spielend, viele Minuten lang das Publikum zu fesseln, ohne auch nur ein Wort zu verlieren – noch bevor das Stück überhaupt richtig begonnen hat. Der Schmutz aus den Schubladen wird konsequent unter den Teppich, nun ja, geschmiert. Die Heizkörper bringt er zum Heizen, auch wenn das Verlängerungskabel an jeder Seite eine Dose hat – glücklicherweise gibt es ein passendes Gegenstück mit zwei Steckern. Zwischendurch stolpert Fanci mal über Leitungen, bricht mal durch eine morsche Leiter, und so ist dieses Intro mitunter auch eine Lektion darüber, wie kompliziert-einfach Slapstick funktionieren kann, wenn er gut getimet ist: Für diese ersten zehn Minuten scheint das Publikum in dem Moment gewonnen, als auf Franci unerwartet ein Regal voller Aktenordner herunterbricht – kein billiger Lacher, sondern eine präzise inszenierte Schrecksekunde, deren Plötzlichkeit sich kein Lachmuskel entziehen kann. Nun kann der Präfekt (Klaus Müller) kommen.

Körperliche Qualen zum Ergötzen

So und nicht anders kleiden sich nun mal italienische Geistliche: Daniel Flieger, wiederum mit Klaus Müller

So und nicht anders kleiden sich nun mal italienische Geistliche: Daniel Flieger, wiederum mit Klaus Müller


Der trifft mit verbundenem Finger ein, verbrennt sich wenig später die Hand an einer heißen Kaffeetasse und wird im Folgenden zum Ergötzen des Publikums noch viele auch körperliche Qualen zu leiden haben – gleich mehrere running gags hat der Autor de Filippo seinem Text eingepflanzt, und sie funktionieren großartig. Zunächst allerdings muss der Leiter der örtlichen Theatertruppe (Anton Koelbl) empfangen werden, dürfen die beiden über Sinn und Zweck des Theaters und der Schauspielerei diskutieren und darüber, was einen guten Text ausmacht. Die Positionen sind ein bisschen altbacken und theoretisch, das zieht sich ein bisschen. Doch das kann im zweiten Akt voll und ganz verziehen und vergessen werden, weil es ihn sozusagen intellektuell vorbereitet hat. Denn der Präfekt hat den Theatermann hinausgeworfen und dieser hat gedroht, er werde seine Schauspieler vorbeischicken.

Wer also sind nun die allesamt ziemlich abgedrehten Typen, die anschließend dem neuen Bürgermeister ihre Aufwartung machen? Schauspieler oder echte Menschen oder beides in einem? Der Arzt (Martin Herrmann) jedenfalls übertreibt gehörig – sowohl, was sein Anliegen, als auch was sein Auftreten anbelangt. Einerseits weiß er zu gut Bescheid, andererseits verwendet er zu viele Metaphern aus dem Theaterleben. Noch unglaubwürdiger scheint der Geistliche (herrlich überdreht: Daniel Flieger), der anschließend nicht nur das frisch hergerichtete Büro rücksichtslos verschmutzt, sondern auch mit haarsträubenden Geschichten aufwartet – während es sich die nächste Besucherin (Olga Nasfeter) schon unterm Tisch bequem macht. Dann kommt auch noch eine Bäuerin (Judith Bohle) – und am allermeisten chargiert und übertreibt schließlich der Apotheker (Erich Payer), der nicht nur leichenblass, sondern wenig später wirklich tot ist. Oder vorgibt, tot zu sein. Oder wie jetzt?

Leicht durchschaubar kompliziert

Und wenn ein Apotheker sich vergiftet, dann genau so: Erich Payer, umgeben von Judith Bohle (links) und Olga Nasfeter (rechts), im Hintergrund Tjark Bernau als Sekretär

Und wenn ein Apotheker sich vergiftet, dann genau so: Erich Payer, umgeben von Judith Bohle (links) und Olga Nasfeter (rechts), im Hintergrund Tjark Bernau als Sekretär


Dieser zweite Akt liefert alles, was eine gut konstruierte Komödie braucht: Die Gags jagen sich, die Hauptperson wird permanent gequält, die Geschichte ist abstrus und unglaubwürdig, und es gibt natürlich keine psychologisch ausgearbeiteten Charaktere, sondern klar einzuordnende Typen. Dazu tragen die Kostüme von Ann Poppel bei: Der Künstler sieht wie das Klischee eines Künstlers aus, die Bäuerin hat Zöpfe, der Arzt ein nobles Auftreten, der Sekretär eine wichtige Krawatte, der Präfekt trägt eine schwarze Brille und eine Mantel mit Pelzbesatz – so leicht durchschaubar kann die Welt sein.

Und so kompliziert! Denn die Frage, ob nun Schauspieler die Präfektur bevölkern oder die ganz normalen Verrückten, sie bleibt offen: Könnten nicht auch die Uniformen der herbeigerufenen Carabinieri aus der Requisitenkammer des Theaters stammen? Im Vorraum loopt ein Video den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in Ausübung seines Amtes. Aber ist der nun ein Schauspieler, der den Politiker gibt, oder ein Politiker, der die Schauspielerei perfektioniert hat?

Nur eines ist sicher: Als der Theatermann im Stück gebeten wird, sich in die Rolle eines Ministers zu versetzen, seine Ressorts seien „Sport und Theaterwesen!“ – und als dieser „Minister“ dann antwortet, aber vom Sport habe er doch gar keine Ahnung: Das ist eindeutig Komödie, sowas kommt in Wirklichkeit nicht vor!

Fotos: Nik Schölzel



Die ganze Wahrheit – in der Stadtbücherei



Im „Literarischen Salon“ hat Buchhändler Kurt Idrizovic im Oktober Norbert Gstreins Buch „Die ganze Wahrheit“ vorgestellt. Am heutigen Dienstag präsentiert der Autor selbst sein Werk. Der Verleger Heinrich Glück lernt in Gstreins Roman die junge Dagmar kennen und lässt sich wegen ihr scheiden. Doch Dagmar ergreift immer stärker Besitz von seiner Existenz – und von seinem Buchverlag. Die Figur der Dagmar ähnelt in vielen Belangen und auch in ihrem Hang zur Esoterik der umstrittenen Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz. Gstrein zeichnet das Porträt einer Frau, die nur an ihre eigene Wahrheit glaubt. Und damit auch das Bild seiner Ex-Chefin – denn Gstrein war Lektor bei Suhrkamp und entspricht damit stark dem literarischen Ich seines Romans.

Norbert Gstrein ist 1961 geboren, lebt in Hamburg und Berlin und hat unter anderem den Alfred-Döblin- und den Uwe-Johnson-Preis erhalten. Gstrein liest aus seinem Roman am heutigen Dienstag, 30. November um 19.30 Uhr in der Neuen Stadtbücherei.



CFS-Debakel: Junge Liberale fordern Tribünenneubau

Die Jungen Liberalen Augsburg-Stadt fordern, die Tribünen des Curt-Frenzel-Stadions wegen mannigfaltigen Fehlern, die das Sichtfeld im Stadion erheblich einschränken, neu zu bauen.



„Nachdem die Panther und die Fans jetzt schon monatelang zum Narren gehalten werden, muss endlich Schluss sein“, so der Vorstandsvorsitzende der Jungen Liberalen Augsburg-Stadt und AEV-Fan Philipp Pehmer in einer Pressemitteilung der vergangenen Woche. Architekt und Projektleitung würden die Fans, die Augsburger Panther und die Stadt mit der „fadenscheinigen Begründung“ hinhalten, die Tribüne wäre noch nicht voll ausgebaut. Das Gutachten von Dr. Stefan Nixdorf bestätige aber, dass selbst dann, wenn die Tribünen gänzlich ausgebaut sind, nicht die ganze Eisfläche sichtbar sein werde. „Zwar kann, denke ich, die Anhebung der Eisfläche einen positiven Sichteffekt bewirken, doch auch dadurch wird der Winkel auf den Tribünen nicht steiler“, so Pehmer weiter. „Daher kann eigentlich nur ein Neubau der Tribünen folgen, wenn man ein Schmuckkästchen und keine Bauruine für die nächsten 20 Jahre haben möchte.“



Wohnungen für anerkannte Asylbewerber und Darlehensgeber für ein Wohnungsbauprojekt gesucht

Christine Kamm

Christine Kamm


Wie schon vielfach berichtet, herrscht in den Asylbewerberunterkünften drangvolle Enge. Allein in den letzten beiden Monaten kamen über 200 Asylbewerber neu nach Schwaben. Die Wohnverhältnisse in den Gemeinschaftsunterkünften sind schwer erträglich. Eine Reihe von Asylbewerbern in diesen Gemeinschaftsunterkünften sind aber anerkannt, sie könnten eine normale preisgünstige Wohnung mieten, jedoch tun sie sich schwer, eine selbst zu finden.

800 Flüchtlinge bayernweit könnten Gemeinschaftsunterkünfte verlassen

Auch in Schwaben könnten viele Flüchtlinge in private Wohnungen umziehen und so mehr Selbstständigkeit im alltäglichen Leben erlangen. Viele der betroffenen Flüchtlinge können Englisch und auch bereits etwas Deutsch, sie nehmen an Sprachkursen teil, ja manche von ihnen sogar an beruflichen Qualifizierungskursen, zum Beispiel zum Altenpfleger oder Koch.

Wohnungen gesucht

Sollten Sie eine Wohnung zur Vermietung haben, wenden Sie sich doch bitte an mein Büro (Tel 0821 516779), wir leiten die Vorschläge weiter und werden Ihnen geeignete BewerberInnen vorstellen. Es gibt auch einen gemeinnützigen Verein, der geeignete zum Verkauf stehende Wohnanlagen übernehmen würde. Sprechen Sie mit uns!

Ausserdem planen wir ein kleines Bauprojekt. Langfristige Darlehensgeber mit bescheidenen Zinsansprüchen um 3% ab 5000 Euro sind herzlich willkommen. Hierfür werden wir demnächst zu einer Informationsveranstaltung einladen.

Christine Kamm

christine.kamm@gruene-fraktion-bayern.de



FCA: Ohne Hertha kein Schalke

Nachdem Vereinsmitglieder und Dauerkartenbesitzer ihr exklusives Vorkaufsrecht für das DFB-Pokal-Spiel des FC Augsburg gegen den FC Schalke 04 am 21. Dezember ausgeschöpft haben, beginnt am morgigen Dienstag, 30. November der freie Vorverkauf für den Pokalknüller kurz vor Weihnachten. Nur noch 1000 Tickets stehen dafür zur Verfügung. Wer bereits ein Ticket für das „normale“ Ligaspiel gegen die Berliner Hertha gekauft haben sollte, sollte es in die FCA-Geschäftsstelle an der Donauwörther Straße 170 oder ins FCA-Cafe in der Bahnhofstraße 7 mitnehmen, denn ohne dieses Ticket darf man auch nicht für das Pokalspiel lösen. Nichtmitlieder und Nichtbesitzer einer Dauerkarte müssen also zuerst in der Liga mit den Berlinern frieren, um sich drei Tage später auf einen heißen Pokalfight freuen zu können. Der FCA umschreibt das verordnete Kombiticket folgendermaßen: „Fans, die Tickets für das Spiel gegen Berlin erwerben, können gleichzeitig auch die gleiche Anzahl an Eintrittskarten für das Pokal-Spiel kaufen – bis zu maximal vier Karten. Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit des Pokal-Spiels müssen die Karten nicht in der gleichen Kategorie erworben werden“. – Es geht nicht anders: Wer jetzt noch kein Ticket für Schalke hat, muss zuerst bei der Hertha zusehen. Die Zwangstickets sind ebenfalls in den beiden Vorverkaufsstellen erhältlich.



„Uns bleibt kein anderer Weg“

Flüchtlinge in der Flakkaserne weiter im Hungerstreik

Von Frank Heindl

Ahmed (Name von der Redaktion geändert) ist das abschreckende Beispiel. Ahmeds Augen sind rot unterlaufen. Der Boden seines Zimmers in der Flüchtlingsunterkunft in der Neusässer Straße 206 starrt von Schmutz, leere Flaschen liegen herum. Ahmed ist mal mürrisch, mal redselig, auch latent aggressiv. Und Besuchern gegenüber nicht gerade höflich. Ahmed nimmt, laut eigener Auskunft, am Hungerstreik der Augsburger Flüchtlinge „manchmal teil“ und „manchmal nicht“. Auf seinem Tisch gammelt ein vertrockneter Rest von irgendetwas Essbarem. Immerhin: er spricht deutsch. Ansonsten ist mit Ahmed nicht viel anzufangen.

Wer möchte hier jahrelang kochen? Ein Küchenspind und …

Wer möchte hier jahrelang kochen? Ein Küchenspind und …


„Wenn Sie den Flüchtlingen statt der Essenspakete Bargeld geben, dann haben Sie doch auch keine Garantie, dass sie sich vernünftig ernähren“, sagt der CSU-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Johannes Hintersberger. Rashid könnte sein Paradebeispiel sein. Der Grüne Reiner Erben hält dagegen, gerade bei der CSU müsse man überprüfen, welches Menschenbild der herrschenden Politik zugrunde liege – die Flüchtlinge in den Lagern könnten sehr wohl für sich selbst Verantwortung übernehmen. Erben kennt Ahmed nicht, aber seine Sachkenntnis ist unbestritten: Er ist Geschäftsführer der Organisation „Tür an Tür“, die in Augsburg Flüchtlinge betreut. Bei „Tür an Tür“ bekommt auch Deutschunterricht, wer nicht als Asylbewerber anerkannt ist, wenn das Geld auch längst nicht für alle reicht. Doch an Flüchtlinge mit Deutschkenntnissen muss man sich halten, wenn man in der Flakkaserne (so der Kurzbegriff für die Flüchtlingsunterkunft in der Neusässser Straße) zu Besuch ist. Mit den übrigen kann man es auf Englisch probieren, falls man nicht zufällig afrikanische Sprachen spricht.

Einige Bewohner sind bereits im Krankenhaus

… ein Spültisch in der Flüchtlingsunterkunft Flakkaserne.

… ein Spültisch in der Flüchtlingsunterkunft Flakkaserne.


Saidou Kamara ist das Positivbeispiel. Der Journalist aus Sierra Leone, Anhänger der einstigen Regierungs-, jetzt Oppositionspartei und daher politisch verfolgt, strotzt vor Energie. Doch auch er wendet diese Energie nun gegen den eigenen Körper und damit gegen die vielerlei Unzumutbarkeiten seines Lebens in der Flüchtlingsunterkunft. Kamara nimmt am Hungerstreik teil, hat nach eigenen Angaben seit zehn Tagen außer Wasser und Erdnüssen nichts mehr zu sich genommen. „Es ist schwer“, sagt er, es sei überhaupt nicht in Ordnung, zu hungern. „Aber uns bleibt kein anderer Weg.“ Bereits am vergangenen Freitag nahm das Rote Kreuz sechs Bewohner der Flakkaserne vorsorglich mit ins Krankenhaus, denn seit Donnerstag vorvergangener Woche verweigern Kamara und – nach Angaben der Flüchtlinge – mindestens 200 weitere Bewohner der Flakkaserne die Annahme der Essenspakete, die ihnen die Regierung von Schwaben, der bayerischen Asylgesetzgebung folgend, zur Verfügung stellt.

Das hat gleich für heftigen Unmut gesorgt. „Die Essensliste ist vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zusammengestellt“, betont der Abgeordnete Hintersberger. Es gebe „umfangreiche Bestelllisten“, aus denen die Flüchtlinge ihr Essen auswählen könnten, es sei unverständlich und nicht vermittelbar, dass die Menschen damit nicht zufrieden seien. – „Die Kritik an den Essenspaketen ist absolut berechtigt“, sagt dagegen Matthias Schopf-Emrich. Er ist Flüchtlingsberater beim Diakonischen Werk und einer von fünf Vereinsvorsitzenden bei „Tür an Tür“. Zum Einen werde das Essensangebot, über einen längeren Zeitraum betrachtet, „langweilig und fad“. Vor allem aber liege das Problem in der „Reglementierung der Leute“ – es scheint ein Grundbedürfnis der Menschen in aller Welt zu sein, sich ihre Lebensmittel selbst auszuwählen. Wem dies verweigert wird, der fühlt sich unterdrückt, rechtlos, entwürdigt. Empört halten afrikanische Flüchtlinge in der Flakkaserne beispielsweise deutsche Dosenbohnen aus dem Supermarkt vor die Fotoapparate der Journalisten: Diese Bohnen seien hart, solche gebe es in Afrika nicht. Und was den Afghanen schmecke, das bekomme nicht unbedingt einem Mann aus Somalia.

Zuständigkeiten und Auslegungsspielräume

Wer möchte hier jahrelang leben? Toiletten …

Wer möchte hier jahrelang leben? Toiletten …


Es gehe „nicht um die Essenspakete, sondern um die menschenunwürdigen Lebensbedingungen“, betont denn auch Stadträtin Ulrike Bahr (SPD). Sie finde es gefährlich, aber auch „sehr mutig“, mit einem Hungerstreik für „dringend nötige Veränderungen“ zu kämpfen. Vertreter der Stadt müssten sich mit der Regierung von Schwaben zusammensetzen und nach Lösungen suchen. Doch auch dort mag man nicht für alle Probleme verantwortlich gemacht werden. Gesetzlich ist die Regierung zwar für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig. Für eine Änderung der Regelung aber, nach der die Flüchtlinge Essenspakete und kein Bargeld bekommen, sei man „eigentlich der falsche Ansprechpartner“, betont Gitta Schmid-Göller, Sachgebietsleiterin für Flüchtlingsbetreuung und Integration bei der Regierung von Schwaben. Im Asylbewerberleistungsgesetz sei „der Vorrang des Sachleistungsprinzips“ festgelegt – bundesweit. Dem widerspricht wiederum Flüchtlingsberater Mathias Schopf-Emrich: Es gebe da offensichtlich einen großen Auslegungsspielraum, der in Bayern sehr restriktiv gehandhabt werde: In manchen Bundesländern würden Gutscheine, in anderen Bargeld verteilt, im Nachbarland Baden-Württemberg etwa dürften die Landkreise selbständig darüber entscheiden. Die Regierung von Schwaben sei zu bedauern, sie bemühe sich sehr, werde aber tatsächlich „von der Regierung allein gelassen.“

… und eine Schlafstelle in der Flüchtlingsunterkunft Flakkaserne.

… und eine Schlafstelle in der Flüchtlingsunterkunft Flakkaserne.


Am dringendsten ist, da sind sich alle Beobachter von CSU bis „Tür an Tür“ einig, die Lösung der Unterbringungsfrage – die heruntergekommenen Gemeinschaftsküchen in der Flakkaserne beispielsweise spotten tatsächlich jeder Beschreibung. „Dezentrale Unterbringung“ heißt das Zauberwort. In der Tat versprechen sich Betreuer wie Politiker großes, wenn Asylbewerber in kleineren Anlagen mit geringerer Zimmerbelegung untergebracht würden. „Man kann nicht erwarten, dass die Selbstverwaltung in einem großen Lager wie der Flakkaserne funktioniert. Dort, wo wir kleinere Gruppen schon haben, läuft alles viel besser“, sagt Reiner Erben. Wenn beispielsweise klar ist, wer in der Küche nicht sauber gemacht hat, kann man mit dem Verantwortlichen reden. In der Flakkaserne dagegen gibt es zwei Uralt-Herde für vierzig Männer. Wenn in einem anderen Trakt ein Herd ausfällt – und das passiert regelmäßig – kommen die Nachbarn herüber. „Das ist wie in einer Wohngemeinschaft“, sagt Erben. Sprich: Wenn’s zu viele sind und man sich nicht einig ist, dann funktioniert das gemeinsame Leben nicht, es gibt Streit, Unordnung, Vandalismus.

Beschlüsse ohne Folgen

Und die Politik war sich ja auch schon mal einig, dass solche Massenlager aufgelöst gehören. Vom 14.7.2010 stammt der Landtagsbeschluss, in dem Mindeststandards festgelegt wurden, nach denen beispielsweise jeder Flüchtling Anspruch auf sieben Quadratmeter Wohnraum in einem maximal von zwei Personen belegten Zimmer haben soll. Geändert hat sich seit diesem Beschluss gar nichts – er gilt nur für neu zu schaffende Unterkünfte. In der Flakkaserne hausen deshalb teilweise bis zu sechs und mehr Menschen in einem Zimmer. Männer, die sich kaum kennen, haben zum Teil Schlafstätten, die ehebettähnlich aneinandergestellt sind. Doch die Regierung von Schwaben findet nach Angaben von Frau Schmid-Göller keine geeigneten Unterkünfte. Billig müssten diese sein, und der Vermieter muss bereit sein, Flüchtlinge unterzubringen.

Der Druck auf die Bewohner wächst derweil, zurzeit sind in Augsburg wieder 800 Asylbewerber untergebracht. Das ist nicht zu vergleichen mit den 90er-Jahren, als es mehr als 2.000 waren. Doch es hat dazu geführt, dass nun wieder viele Räume in den Baracken voll belegt sind. „Wir haben Trakte öffnen müssen, die wir noch nie benutzt haben“, sagt Schmid-Göller. Der äußere Eindruck ist entsprechend: Nicht einmal Schuhabstreifer oder Gummimatten liegen vor den Eingängen zu den Trakten. Als am vergangenen Freitag der erste Schnee fiel, waren die Gänge schon nach kurzer Zeit nass und schmutzig. Wen das nicht depressiv stimmt, der muss eine robuste Natur haben – doch viele der Bewohner der Flakkaserne sind psychisch angeschlagen, leiden unter Flucht-und Kriegstraumata. Und für viele ist es nicht der erste Winter hier, manche fristen in Augsburg schon jahrelang ihr Dasein unter solch katastrophalen Bedingungen.

Perspektivlosigkeit, Überbelegung, Stress

Sein Traum: arbeiten und Steuern zahlen. Saidou Kamara flüchtete aus Sierra Leone.

Sein Traum: arbeiten und Steuern zahlen. Saidou Kamara flüchtete aus Sierra Leone.


So richtig verwundern kann es also niemanden, dass die Flüchtlinge die Geduld verlieren. Die völlige Perspektivlosigkeit angesichts von Asylverfahren, die sich jahrelang hinziehen, missfällt nicht nur ihnen. CSU-Mann Hintersberger, der viele Problemfälle des Asylrechts aus dem Petitionsausschuss des Landtags kennt, der allerletzten Station, die gescheiterte Asylbewerber anrufen können, zieht allerdings andere Schlüsse als die Flüchtlinge: Man müsse den abgelehnten Bewerbern wohl schon früher klarmachen, dass sie hier kein Bleiberecht bekämen und es deshalb vernünftiger sei, anderswo eine Perspektive zu suchen. Solch eine Argumentation charakterisiert Reiner Erben als „die zynische Abschreckungspolitik der Staatsregierung“, der man mit klaren Forderungen begegnen müsse. Vor allem gehe es um die Umsetzung von Beschlüssen, die längst gefasst seien und von denen die Regierung jetzt, angesichts momentan wieder steigender Flüchtlingszahlen, nichts mehr wissen wolle.

„Die Flüchtlinge reagieren mit ihrem Hungerstreik vor allem auf den Stress durch die Überbelegung“, konstatiert Berater Schopf-Emrich. Die Regierung von Schwaben brauche die Unterstützung der Politik, gefragt sei beispielsweise das Sozialministerium von Christine Haderthauer. Und Reiner Erben betont, eine Untersuchung von „Tür an Tür“ habe ergeben, dass 20 Prozent der Flüchtlinge Akademiker seien, die durchaus Arbeit finden könnten. Zum Beispiel unser Positivbeispiel: der Journalist Saidou Kamara. Er wolle arbeiten, betont er immer und immer wieder. Sein Leben sei Lernen, er wolle doch seine Zeit nicht verschwenden. Er wolle Geld verdienen, Steuern zahlen, sich integrieren. Stolz hält er einen Stapel von Zertifikaten in die Kamera, die er in Augsburg erworben hat. Deutschkurse, Kurse in der Altenpflege und vieles mehr, wir zählen 17 Bescheinigungen. Kamara hat all diese Weiterbildungen mit Hilfe von „Tür an Tür“ gemacht – die Asylgesetze machen es staatlichen Institutionen unmöglich, Flüchtlinge zu fördern. Und sie verhindern, dass Kamara eine Arbeit aufnimmt.

Große Hoffnungen und ein paar Jahre Unterschied

Deshalb also wohl Hungerstreik, nicht wegen der Essenspakete, die allenfalls den Katalysator bilden für all den Frust. „Wir werden weiter kämpfen“, betont der sanftmütige, freundliche Kamara, „das ist doch eine Demokratie hier, oder?“ Aus Sierra Leone musste er fliehen, weil er für die Freiheit war. In Deutschland muss er an einem Hungerstreik teilnehmen, um für das zu kämpfen, was er als sein Menschenrecht ansieht: das Recht, zu arbeiten, die Hoffnung, in würdiger Umgebung zu wohnen, sein Essen selbst auszusuchen.

Und ganz am Schluss der schreckliche Verdacht, unser Positivbeispiel Kamara könnte sich womöglich nur durch ein paar Jahre Zeitunterschied von seinem negativen Gegenpart unterscheiden. Ganz hinten, in seinem Einzelzimmer, sitzt Ahmed. „Die wollen, dass ich ins Gefängnis komme, aber ich gehe nicht“, hatte er gesagt. Auf Deutsch. Denn auch Ahmed ist mit Hoffnungen hierhergekommen, damals, vor mehr als zehn Jahren. Er wollte lernen, arbeiten, ein besseres Leben haben. Niemand sollte ihm Vorwürfe machen.



Städtische Webseiten: Grüne fordern Entfernung von „Google Analytics“

Gegen den Einsatz des Auswertungstools „Google Analytics“ auf den städtischen Internetseiten und auf den Webseiten städtischer Gesellschaften wie AVA und WBG setzen sich die Augsburger Grünen ein.

Christian Moravcik und Verena von Mutius

Christian Moravcik und Verena von Mutius - Foto: Kleeblatt-Film


In einem Antrag an den Oberbürgermeister vom 21. November fordern die Grünen, die Verwaltung zu beauftragen, aus Datenschutzgründen das ihrer Ansicht nach rechtswidrige Programm „Google Analytics“ auf städtischen Internetseiten nicht mehr einzusetzen. Die Grünen Stadträte Christian Moravcik und Verena von Mutius berufen sich dabei auf den bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz (LfD). Dieser habe die Behörden des Freistaats aufgefordert, künftig auf den Einsatz von „Google Analytics“ zu verzichten. Laut LfD stelle der Einsatz des Auswertungstools einen Verstoß gegen das Telemediengesetz dar, solange nicht die ausdrückliche Einwilligung der betroffenen Nutzerinnen und Nutzer vorliegt. Der Google-Dienst erfasse regelmäßig die vollständige IP-Adresse von Portalbesuchern, die damit identifizierbar seien.

Der Nutzer merkt nichts

„Google Analytics“ ist ein Programm, mit dem Webseiten-Betreiber das Verhalten ihrer Nutzerinnen und Nutzer detailliert analysieren können. Google bewirbt den kostenlosen Dienst als „die Unternehmenslösung für Webanalysen, mit der Sie wertvolle Erkenntnisse über die Zugriffe auf Ihre Website und die Wirkung Ihrer Marketingstrategien gewinnen“. Allerdings werden dabei die so genannten IP-Adressen, die den Computer identifizieren, vom dem aus ein Zugriff auf die Website geschieht, ohne Einwilligung der Surfer und ohne dass diese von der Interaktion mit Google Analytics überhaupt erfahren, zu Google in die USA übertragen und dort gespeichert.

augsburg.de: Datenkrake im Quellcode

augsburg.de: Datenkrake im Quellcode


Laut Internet-Enzyklopädie Wikipedia ist es umstritten, ob diese Daten von Google intern weiterverarbeitet werden oder nicht. Bei Websurfern, die ein Konto bei Google besitzen, wäre Google technisch in der Lage, die gesammelten Datenspuren mit einem Nutzerkonto zu verknüpfen und genau nachzuvollziehen, wer sich wann auf welcher Webseite aufgehalten hat. Christian Moravcik: „So werden Profile von Usern erstellt, die sich nichtsahnend auf Seiten wie der städtischen informiert haben. Das darf nicht sein.“

» Wikipedia: Google Analytics



AGS präsentiert Wohnprojekt für alle Generationen

Ergebnisse zum Realisierungswettbewerb „Wohnen für alle Generationen beim ehemaligen Römertor“ werden vorgestellt

Das geplante Wohnprojekt der kommunal verwalteten Stiftungen beim ehemaligen Römertor (Heilig-Kreuz-Straße / Kohlergasse) nimmt Gestalt an. Dies meldete die Stadt vergangene Woche. Um in der anspruchsvollen Innenstadtlage städtebaulich wie funktional eine qualitätvolle Lösung zu erreichen, wurde ein Realisierungswettbewerb für Architekten durchgeführt. Die von zehn Architekturbüros eingereichten Arbeiten und Modelle für die Neubebauung sind ab Montag, 29. November, bis Freitag, 3. Dezember, jeweils von 10 bis 17 Uhr im Sheridan Park, Gebäude 116, Karl-Nolan-Straße 2 – 4 (Nähe Baubüro der Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung – AGS) zu besichtigen.

» OpenStreetMap: beim ehemaligen Römertor



Schreibt das Augsburg-Journal für PRO AUGSBURG?

Das Augsburg-Journal ist bisher nicht durch übergroße Sympathie für PRO AUGSBURG in Erscheinung getreten. Aber offensichtlich ist Vorweihnachtszeit auch Besinnungszeit.



AJ-Chefredakteur Wolfgang Bublies, bis dato eifriger Verfechter einer großen Koalition, greift in seinem Editorial Dezember aktuelle Themen auf. Und was lesen wir da:

  • Hätte man doch die zweite Theaterspielstätte, – wie vom früheren Intendanten Peters vorgeschlagen -, gebaut, dann wäre das Warten auf den Container nicht mehr nötig. Wie wahr, hat dies doch auch PRO AUGSBURG schon früher gefordert, allein: Die rot-grüne Vorgängerregierung hat es nicht gemacht.
  • Wäre der Neubau eines Eisstadions nicht vielleicht doch vernünftiger gewesen, statt in einen Altbau mit all seinen Problemen viel Geld und Ärger zu investieren? Und wessen Forderung war das? Richtig, die von PRO AUGSBURG.
  • Wäre vielleicht ein Neubau des Klinikums nicht doch die bessere Alternative, statt eines etwa zehnjährigen Umbaus mit all den daraus resultierenden Problemen? Wer hat dies im Sommer 2010 gefordert? Na, Sie wissen schon!

Wenn von Ihnen dies alles jetzt so gefordert wird: Bravo, Herr Bublies! Sie sind auf unserer Linie! Den Aufnahmeantrag für PRO AUGSBURG habe ich Ihnen ja schon schriftlich angeboten.

Dr. R. B. Holzapfel



Aachen vs. FCA 1:3

Der FCA konnte sich am Samstag Nachmittag am Aachener Tivoli vor 14.505 Zuschauern aufgrund einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit 3:1 durchsetzen. Mit diesem Auswärtssieg bei der krisenbehafteten Alemannia bleiben die Augsburger in der Zweiten Liga weiterhin ein wichtiger Gesprächspartner am Tisch der Aufstiegsfavoriten.

Von Siegfried Zagler

Michael Thurk musste nach einer unsportlichen Grätsche mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden

Michael Thurk musste nach einer unsportlichen Grätsche wegen einer Schulterverletzung ausgewechselt werden


Ob das Ausscheiden des Augsburger Goalgetters Michael Thurk durch eine unsportliche Grätsche des Aacheners Feisthammel mit einer langwierigen Verletzung verbunden ist, ist derzeit noch offen. Es wäre ein großer Verlust für den FCA, da Michael Thurk nach einem längeren Tief zuletzt in Topform zu glänzen verstand.  Jos Luhukay wechselte gegenüber dem Heimspiel gegen den KSC auf drei Positionen. Brinkmann, de Jong und Sankoh ersetzten den verletzten Traore sowie Hain und de Roeck. Das Match spielte sich zu Beginn hauptsächlich zwischen den beiden Strafräumen ab. Guter Fußball wurde selten gespielt. Das Spiel war von Kampf und vielen Abspielfehlern gezeichnet. Der FCA kam zum ersten Mal nach 20 Minuten gefährlich in den Strafraum der Alemannia und erzielte dabei prompt das 1:0. Tobias Werner staubte aus kürzester Distanz ab, nachdem Rafael nicht verwerten konnten. Zwei Minuten später versäumte es Nando Rafael mit der zweiten Chance des FCA, das Spiel zugunsten der Augsburger in ruhigeres Gewässer zu führen. Freistehend schob Rafael das Spielgerät aus 16 Meter knapp am Kasten der Aachener vorbei. In der Folge verstand es der FCA mit Glück und Geschick, die Führung bis zur Pause zu halten.

„Der FCA-Sieg geht völlig in Ordnung“

Drei Minuten nach Wiederanpfiff gelang Rafael nach Zuspiel von Werner das wichtige 2:0. Danach verstärkte die Alemannia ihre Angriffsbemühungen. In der 57. Minute sorgte Benjamin Auer für Aachens Anschlusstreffer. Wenig später grätschte Feisthammel den allein aufs Aachener Tor stürmenden Thurk ab. Die Entscheidung (Gelbe Karte) von Schiedsrichter Seemann ist als Skandalentscheidung einzustufen. Thurk musste wegen einer Bänderverletzung an der Schulter ausgewechselt werden. Wie lange der Augsburger Schlüsselspieler dem FCA fehlen wird, steht noch nicht fest. In der Folge drängte Aachen intensiv auf den Ausgleich – ohne Erfolg. In der 86. Minute erzielte Sören Bertram das 3:1 für den FCA, dessen Sieg auch nach Auffassung von Aachens Trainer Peter Hyballa „völlig in Ordnung geht“. Ein womöglich im Hinblick auf Thurks Verletzung teuer erkaufter Sieg, „bei dem es nur nach dem Anschlusstreffer etwas schwierig wurde“, so FCA-Trainer Jos Luhukay. Nach drei Niederlagen in Folge konnte der FCA erstmalig in der neueren Fußballgeschichte drei Punkte vom Tivoli an den Lech mitnehmen. Am kommenden Samstag (13 Uhr) gastiert Energie Cottbus in der Augsburger impuls arena.

FCA : S. Jentzsch, – P. Verhaegh, G. Sankoh, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – T. Werner, D. Brinkmann, K. Kwakman, M. De Jong, – N. Rafael, M. Thurk.

Eingewechselt: T. Oehrl (67.); S. Bertram (67.); J. De Roeck (84.).

Ausgewechselt: A. Bellinghausen (67.); M. Thurk (67.); N. Rafael (84.).

Auswechselbank: D. Baier; M. Nebel; M. Amsif; S. Hain.

Tore:

1:0 Tobias Werner (22.)

2:0 Nando Rafael (48.)

2:1 Benjamin Auer (57.)

3:1 Sören Bertram (86.)