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Containerbau am Theater verzögert sich

Eigentlich sollte der Projektbeschluss für die Errichtung einer Ersatzspielstätte für die Komödie schon stehen und der Bau hätte in diesen Tagen beginnen sollen. Nun zeichnet sich eine deutliche zeitliche Verschiebung ab – aus finanziellen Gründen.

So wird der Augsburger Container nicht aussehen: Im Juni 2010 eröffnetes mobiles Opernhaus “MINI Opera Space” am Nationaltheater in München

Laut Kulturreferent Peter Grab liegen zwei Angebote für die Schauspiel-Interimsspielstätte des Stadttheaters vor. Diese liegen allerdings deutlich über den Schätzkosten und werden derzeit geprüft. Die Angebote sind das Ergebnis einer Ausschreibung, die im August gestartet wurde. Als Gesamtkosten für den 260 Zuschauer fassenden Container waren 4,2 Mio. Euro geschätzt, einschließlich einer Million für die Bühnentechnik und 300.000 Euro für ein einmaliges Umsetzen der temporären Spielstätte, wenn mit der Realisierung des am selben Standort geplanten Schauspielhauses begonnen wird (DAZ berichtete).

Ob und wie die Schätz- und Angebotssummen zur Deckung gebracht werden können, scheint derzeit unklar zu sein. Voraussetzung für ein Nachverhandeln wäre zunächst die Aufhebung der Ausschreibung. Eine solche ist jedoch nur „aus schwer wiegenden Gründen“ oder wegen „grundlegender Änderungen“ der Planung möglich. So schreibt es die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen VOB vor. Erst danach könnte verhandelt und „freihändig“ – d.h. ohne weitere Ausschreibung – vergeben werden. Und erst ab Vergabe würde der Zeitrahmen für den Bau zu laufen beginnen, der laut Ausschreibung bei rund 20 Wochen liegt.

Gerüchten über eine grundsätzlich anderweitige Verortung der Interimsspielstätte erteilte der Kulturreferent indes eine klare Absage: „Eine neue Standortdiskussion wird nicht eröffnet“, so Grab heute zur DAZ.



Stadtbücherei: WBG klagt gegen Schrammel

Der Streit rund um die Neue Stadtbücherei geht weiter. Nach dem politischen Theater um die Öffnungszeiten geht es nun um bautechnische Probleme.

Im zweiten Obergeschoss der Neuen Stadtbücherei wellt sich der Naturkautschukboden an weiteren Stellen, weshalb die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) gegen den am 19. August dieses Jahres geschlossenen Vergleich rechtzeitig Widerspruch eingelegt hat, da man davon ausgehen müsse, so WBG-Geschäftsführer Mathe auf Anfrage zur DAZ, dass in der anstehenden Heizperiode mit größeren Schäden zu rechnen sei. Die WBG vertritt aufgrund eines Gutachtens die Rechtsauffassung, dass als Verursacher der Bodenprobleme im Innenbereich der Neuen Stadtbücherei das Architekturbüro Schrammel zu haften habe. Im August hatte das Architekturbüro Schrammel im Vergleichsverfahren dem Vorschlag der WBG zugestimmt. Damals ging es um die Summe von 120.000 Euro. Drei Monate nach der Eröffnung der Neuen Stadtbücherei löste sich der Naturkautschuk vom offensichtlich nicht ganz durchgetrockneten Estrich. Aufgrund der weiteren Schäden ergibt sich ein neuer Schadenssachstand. WBG vs. Schrammel geht nun ins Hauptsacheverfahren.

„Luftdusche“ kommt

Bretter gegen den Luftzug: Eingangsbereich der Neuen Stadtbücherei im vergangenen Winter

Bretter gegen den Luftzug: Eingangsbereich der Neuen Stadtbücherei im vergangenen Winter


Doch damit nicht genug. An der Eingangstür der Neuen Stadtbücherei wird im frühen Winter – genauer wollte sich WBG-Chef Edgar Mathe nicht festlegen – ein so genannter Türluftschleier eingebaut, der den Luftzug im Winter reduzieren soll. Um den unerträglichen Luftzug zu minimieren, hatte die WGB im letzten Winter hinter den beiden Türen im Eingangsbereich große Holzverschläge aufgestellt. Der Einbau von Drehtüren – wie zum Beispiel in der City Galerie – ist aus Brandschutzgründen in der Neuen Stadtbücherei untersagt. Türluftschleier blasen unentwegt erwärmte Luft von der Decke Richtung Boden. Die warme „Luftwand“ schirmt den Eingang vom Innenbereich des Gebäudes ab und verhindert somit den Luftzug durch das Haus. Der Kostenpunkt zur Egalisierung des Planungsfehlers wird von Mathe auf 100.000 Euro geschätzt. Ein weiterer streitbefangener Sachverhalt, der voraussichtlich auch in der Politik Wellen schlagen könnte, da sich mit dem Einbau des Luftschleiers die energetischen Werte des Hauses nicht unerheblich verschlechtern werden.



ÖPNV: Rückkehr zur Normalität

Straßenbahnen ab Donnerstag wieder im Fünf-Minuten-Takt



Die avg bemüht sich, ab Donnerstag bei den Straßenbahnen in Augsburg wieder den normalen Fünf-Minuten-Takt einzuführen. Die Busse fahren bereits seit vergangenem Freitag wieder ihre üblichen Linien im normalen Takt. Diese Rückkehr zum normalen Fahrplan wird möglich, weil sich die Personalsituation entspannt hat und die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) derzeit regelmäßig ihren Dienst antreten. Allerdings hat die GDL ihren Arbeitskampf nach wie vor nicht beendet. Damit sind jederzeit wieder Streikmaßnahmen möglich, die dann zu Ausfällen und Verspätungen führen werden. Zwischenzeitlich hat die GDL aber versichert, den Streik solange auszusetzen, bis weitere Gespräche mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband vorgesehen sind. Ein nächster Termin hierfür ist frühestens Mitte nächster Woche möglich.