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Lechhauser Kirchweih: O’zapft is

Was vor ihm noch kein Augsburger OB geschafft hatte, gelang Kurt Gribl heute nachmittag bei der feierlichen Eröffnung der Lechhauser Kirchweih: der Anstich des ersten Bierfasses mit nur einem Schlag.



Die Lechhauser Kirchweih findet vom 16. bis 24. Oktober statt. Am Sonntag, 17. Oktober veranstaltet die CSU ihren politischen Frühschoppen (um 10.30 Uhr spricht Staatsministerin Christine Haderthauer). Am Sonntag, 24. Oktober von 10.30 bis 12.30 Uhr zieht die SPD nach (Festredner: Martin Burkert, Vorsitzender der SPD-Landesgruppe im Bundestag).

Kirchweihbetrieb:

Mo-Do: 13 bis 21 Uhr

Fr-Sa: 13 bis 22 Uhr

So: 10.30 bis 21 Uhr



Ostalgie auf Litauisch

Hauptdarstellerin und Produzentin vom Kinderfilm „Der Balkon“ im DAZ-Interview

Von Dominik Sandler

Beim Kinderfilmfest lief am Freitag „Der Balkon“ an, ein litauischer Film über die Freundschaft zwischen zwei Nachbarskindern, die sich auf deren gemeinsamen Balkon entwickelt, wobei sich jedoch stets eine Wand zwischen ihnen befindet. Produzentin Jurga Gluskiniené und Hauptdarstellerin Elzbieta Degutyte (heute 13 Jahre alt) sind beim Kinderfilmfest zu Gast und werden noch bis Sonntag, den 17.10. für Publikumsfragen und Diskussionen zur Verfügung stehen. Dominik Sandler hat nach der Vorführung mit ihnen gesprochen.

„Der Balkon“: Jurga Gluskiniené (Produzentin) und Elzbieta Degutyte (Darstellerin der Emilija) sind zu Gast auf dem Augsburger Kinderfilmfest. (Foto: Dominik Sandler)

„Der Balkon“: Jurga Gluskiniené (Produzentin) und Elzbieta Degutyte (Darstellerin der Emilija) sind zu Gast auf dem Augsburger Kinderfilmfest. (Foto: Dominik Sandler)


DAZ: Die Hauptpersonen im Film sind zwei etwa 10jährige Kinder. Andererseits spielt der Film auch mit nostalgischen Elementen aus der Ostblock-Zeit. An welche Zielgruppe richtet sich denn der Film?

Jurga Gluskiniené: Wir haben vordergründig einen Kinderfilm gedreht. Allerdings kommen im Film Liebesgeschichten aus drei Generationen vor. Dabei wird auch thematisiert, wie sich Beziehungen im Lauf der Zeit verändert haben. Seinen großen Erfolg in Litauen hat der Film auch der Tatsache zu verdanken, dass er zu Sowjetzeiten handelt. Erwachsene erinnern sich so im Kino an vergangene Zeiten zurück. Wir haben also einen Film für die ganze Familie gedreht.

Elzbieta Degutyte: Das Spiel zum Beispiel, bei dem die Protagonistin und ihre Freundinnen „Schätze“ vergraben, die die Jungen nicht finden dürfen, wurde von vielen Kindergenerationen gespielt. Meine Großeltern haben es gemacht, meine Eltern auch, ich allerdings nicht mehr so richtig.

Trotz großer Erfolge noch kein Verleih

DAZ: Sie sprachen vom Erfolg des Films in Ihrer Heimat. Wie sieht es in anderen Ländern aus? Haben Sie schon einen ausländischen Verleih gefunden?

Jurga Gluskiniené: Wir waren mit dem Film bereits auf etwa 15 internationalen Filmfestivals. Obwohl er gut ankommt und schon einige Auszeichnungen erhalten hat, ist es sehr schwierig, an einen Verleih zu kommen. Aber wir geben natürlich nicht auf… Anfang November hat der Film in Litauen außerdem seine Fernsehpremiere.

DAZ: Die Balkons der beiden Nachbarskinder sind durch eine Mauer voneinander getrennt, sodass sie trotz ihrer räumlichen Nähe nur eingeschränkt kommunizieren können. Schließlich gelingt ihnen ein Treffen, allerdings außerhalb der Stadt und damit weit entfernt von ihrem Zuhause. Als Deutscher fühlt man sich da an DDR-Zeiten erinnert, als sich manche durch die Mauer getrennte Familien nur in weit entfernten Ländern wie Ungarn oder Bulgarien treffen konnten.

Elzbieta Degutyte: Erstaunlich! Das war uns so nicht bewusst.

Jurga Gluskiniené: Dennoch gab es im Zusammenhang mit diesem Film auch ein interessantes Wiedersehen. Das Drehbuch wurde nach einer wahren Begebenheit geschrieben. Die Frau, die diese Geschichte erlebt hatte, hatte den Kontakt zu dem Jungen aber bald verloren. Über 20 Jahre später sah der allerdings den Film und erkannte sich wieder. Er stellte den Kontakt wieder her und heute sind die beiden wieder miteinander befreundet.

Requisiten aus der Ostblock-Zeit

DAZ: Schon bei der gestrigen Eröffnung zum Kinderfilmfest klang an, dass sich die Finanzierung von Kinderfilmen – zumindest in Deutschland – sehr schwierig gestaltet.

Jurga Gluskiniené: Das ist auch bei uns so. Die Mittel stammten teils aus öffentlichen Geldern, teils von privaten Partnern. Wir kamen mit einem relativ geringen Budget aus, nur so ließ sich der Film finanzieren.

Elzbieta Degutyte: Um die Requisiten aus der Ostblock-Zeit zu sammeln, mussten wir alle unsere Bestände durchsuchen. So haben wir uns auch mit unserer eigenen, privaten Vergangenheit beschäftigt. Der alte Teddy, mit dem ich im Film spiele, sitzt jetzt immer noch auf meinem Bett. Meinen Freunden sage ich, er ist Schauspieler.

Der Film



Der Balkon (Balkonas), Litauen 2008, 48 Minuten, empfohlen ab 9 Jahren, Litauischsprachige Originalversion, die deutsche Übersetzung wird beim Filmfest live eingesprochen.



Spielzeiten im Thaliakino:

Sa, 16.10.: 18.00 Uhr

So, 17.10.: 10.30 Uhr

Mo, 18.10.: 15.15 Uhr

Di, 19.10.: 10.30 Uhr



Vorfilm: Anna Lovenstein



» Die Homepage des Kinderfilmfests

» Das Programmheft zum Download (pdf)

» Die Kino-Zeittafel zum Download (pdf)


Regenerative Energien belasten Augsburger Strompreis

Auf höhere Strompreise stimmen die Stadtwerke Augsburg derzeit ihre Kunden ein. Grund: der Anstieg der sog. „EEG-Umlage“ zum Ausgleich der Unwirtschaftlichkeit regenerativen Stroms um 70 Prozent.

Fotovoltaik auf Augsburgs Dächern - Foto: Kleeblatt-Film


Im kommenden Jahr steige der Obolus, mit dem die Stromkunden den Ausbau der regenerativen Energien fördern, um rund 1,5 auf über 3,5 Cent je Kilowattstunde, so die Stadtwerke gestern. Dies wirke sich natürlich auf die Berechnungen des Strompreises für die Stadtwerkekunden im nächsten Jahr aus. Das Unternehmen will sich allerdings bemühen, die mehr als 1,5 Cent (netto) nicht voll auf die Kunden abzuwälzen.

Die über 70-prozentige Steigerung der sog. EEG-Umlage zum Ausgleich der Unwirtschaftlichkeit regenerativen Stroms ist die mit Abstand höchste seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Grund für diesen eklatanten Anstieg ist der massive Ausbau der Solarenergie – bis Ende August gingen in Deutschland fast 5.000 MW Leistung ans Netz. Dieser Boom ist der Tatsache geschuldet, dass der Bund die Einspeisevergütungen für Strom aus Neuanlagen in diesem Jahr im Juli und im Oktober gesenkt hat. Um in den Genuss der höheren Vergütung zu kommen, haben sich viele Betreiber bemüht, vor diesen beiden Terminen Anlagen zu bauen.

Mit der ab Januar gültigen Umlage subventionieren die Stromkunden in Deutschland die Erzeugung regenerativen Stroms mit rund 13,5 Mrd. Euro jährlich. Und diese Summe wird zwangsläufig weiter steigen, soll das Ziel des Bundes, den Anteil der regenerativen Energien bis 2020 auf 30 Prozent auszubauen, erreicht werden – derzeit ist der Anteil bei 16 Prozent.

» Wikipedia: Erneuerbare-Energien-Gesetz



FCA wird durchgereicht

Der FC Augsburg verlor gestern Abend bei Fortuna Düsseldorf vor 21.000 Zuschauern mit 0:1 und spielt nach vier Niederlagen in Folge im Konzert um den Aufstieg in die Erste Bundesliga nicht mehr die geringste Geige.

Von Siegfried Zagler



Das Spiel ist schnell erzählt: Die Augsburger knüpften nahtlos an die Leistung in Aue an, zeigten Schwächen im Spielaufbau und vergaben die wenigen Chancen, die sie hatten, kläglich. Mit der Einwechslung von Traore (65.) kam beim FCA ein wenig Zug nach vorne auf und in der letzten Viertelstunde hatte das Angriffsspiel des FCA tatsächlich ein wenig Format. Die kämpferische Einstellung der Mannschaft war im Dauerregen in Düsseldorf in Ordnung, doch das Offensivspiel der Augsburger war insgesamt von zu großer Einfallslosigkeit und irrwitzigen Ballverlusten geprägt.

Auch sympathischere Trainer als Holger Fach brauchen in Augsburg Erfolg

Der FCA befindet sich in einer schweren sportlichen Krise, was damit zu tun hat, dass nahezu alle Spieler unter unter ihren Möglichkeiten spielen und Luhukays Bemühungen, Struktur ins Angriffsspiel zu bringen, offensichtlich ins Leere laufen. Wie in Aue war der FCA bezüglich Ballbesitz und Spielkontrolle die bessere Mannschaft, doch bei der derzeitigen Verfassung bauen die Augsburger mit ihren fahrigen Ballverlusten im Spiel nach vorne den Gegner eher auf, als ihn in Schwierigkeiten zu bringen. Luhukays Maßnahme, die rechte Außenbahn mit Marcel Ndjeng zu verstärken und Daniel Baier in der Mitte hinter der Doppelspitze Thurk/Oehrl agieren zu lassen, war zwar richtig gedacht (siehe DAZ-Kritik zum Aue-Spiel), dennoch kam das Spiel über rechts nie richtig ins Rollen. In der Nachspielzeit verweigerte Schiedsrichter Markus Wingenbach dem FCA einen glasklaren Elfer: „Am Anfang haben wir schlecht gespielt, dann kam noch ein bisschen Pech dazu“. So könnte man die Analyse von Luhukay nach dem Spiel zusammen fassen. Das wirkt ratlos. Auch sympathischere Trainer als Holger Fach brauchen in Augsburg Erfolg. Für Jos Luhukay ist zu hoffen, dass das Glück am kommenden Freitagabend gegen Union Berlin (18 Uhr in der impuls arena) dem FCA ein wenig mehr zugeneigt ist, da man davon ausgehen kann, dass der Niederländer in Augsburg seine Zelte abbrechen müsste, wenn der FCA in die Abstiegszone durchgereicht werden sollte. Dass der FCA seine Stärke im Angriffsspiel innerhalb einer Woche zurückgewinnt, ist eher unwahrscheinlich, aber immerhin möglich.

FCA: S. Jentzsch, – P. Verhaegh, G. Sankoh, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – M. Ndjeng, D. Baier, K. Kwakman, M. De Jong, – M. Thurk, T. Oehrl.

Eingewechselt: J. De Roeck (46.); I. Traoré (65.); D. Brinkmann (76.)

Ausgewechselt: G. Sankoh (46.); M. De Jong (65.); K. Kwakman (76.)

Auswechselbank: N. Rafael; T. Werner; M. Amsif; S. Hain



Staats- und Stadtbibliothek: Gruß und Roth bemühen sich um Finanzierung durch den Freistaat

Die Augsburger Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß (FDP) hat sich an ihren Parteifreund und bayerischen Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch gewandt und um Unterstützung bei der Rettung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg gebeten.



Gruß bittet den Minister in einem Brief um Prüfung, inwieweit ein größeres Engagement des Freistaates möglich sei. Die Stadt Augsburg schultere derzeit jährliche Betriebskosten von fast einer Million Euro. Der Zuschuss des Freistaats belaufe sich gemäß eines Vertrags aus dem 19. Jahrhundert auf lediglich 18.900 Euro. Die aufgrund der schwierigen finanziellen Situation erwogene Schließung des Hauses wäre für Augsburg ein Fiasko, schließlich gehe es um das bis ins 15. Jahrhundert zurückreichende kulturelle Erbe der Stadt: „Wir dürfen nicht zulassen, dass ein solches Kulturerbe unserer Stadt einfach geschlossen wird“, so Miriam Gruß an den Minister.

Mit ihrem Schreiben reagiert Gruß auf einen Brief der Grünen Bundestagsabgeordneten Claudia Roth. Roth bittet die FDP-Kollegin darin, sich bei der Bayerischen Staatsregierung und den FDP-Ministern dafür einzusetzen, dass eine angemessene Finanzierung von Seiten des Freistaats Bayern erfolge. Das Kulturgut Staats- und Stadtbibliothek dürfe nicht als „Geisel“ für die Verhandlungen genutzt und mit der Zerschlagung oder sogar Schließung gedroht werden. „Der Ruf Augsburgs in der Wissenschaftlichen Community wird damit nachhaltig zerstört“, so Claudia Roth.