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Vorfahrt für Innovation

Staatssekretärin Katja Hessel zu Gast beim Liberalen Unternehmerforum und den FDP-Kreisverbänden Augsburg-Stadt und Augsburg-Land

v.l.: Miriam Gruß, Manfred Buhl (Ortsvorsitzender FDP Königsbrunn),

Katja Hessel

„Innovation und Bildung müssen absolute Priorität haben.“ Das machte Katja Hessel, die Staatssekretärin im bayerischen Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie bei ihrem Besuch am Montag in Königsbrunn deutlich. Das Ziel für die anstehende Haushaltsklausur sei ein ausgeglichener Haushalt, aber man müsse trotz allem in die Zukunft investieren – das schulde man kommenden Generationen.

Zunächst war Frau Hessel Gast beim Liberalen Unternehmerforum und führte zahlreiche Gespräche mit den Teilnehmern, darunter Günther Schwab vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft.

Anschließend hatten die Kreisverbände Augsburg-Stadt und Augsburg-Land zu einer gemeinsamen Mitgliederversammlung geladen. Miriam Gruß, Vorsitzende des Kreisverbandes Augsburg-Stadt, nahm dabei zu bundespolitischen Themen Stellung. Katja Hessel gab den Anwesenden Auskunft über die bayerische Landespolitik und zog ein positives Fazit der Regierungsbeteiligung der Liberalen: „Wirtschaftspolitik war in den vergangenen beiden Jahren in erster Linie Krisenbewältigung. Aber wir sind gut durch die Krise gekommen, die Stimmung in der Wirtschaft ist zuversichtlich und auch die Arbeitslosenzahlen lassen mich optimistisch nach vorne blicken.“

„Ich danke Katja Hessel für ihren Besuch. Wir haben interessante Gespräche geführt und eine ganze Menge für unsere politische Arbeit mitgenommen. Es geht darum, nicht über, sondern mit den Menschen zu sprechen“, so Miriam Gruß abschließend.



Neue Fraktion im Augsburger Stadtrat

OB Kurt Gribl erfuhr es per SMS: Seit gestern um 20 Uhr gibt es eine neue Fraktion im Augsburger Stadtrat. Regina Stuber-Schneider und Rose-Marie Kranzfelder-Poth sind am Dienstag aus ihren Parteien (CSU und FDP) ausgetreten und sitzen ab sofort mit Rainer Schönberg für die Freien Wähler im Stadtparlament.

Geführt wird die neue Gruppierung von Rose-Marie Kranzfelder-Poth, die den Fraktionsvorsitz zur Bedingung für ihren Wechsel gemacht hatte. Mit dem Übertritt von Regina Stuber-Schneider von der CSU zu den Freien Wählern verliert die Stadtregierung ihre hauchdünne Mehrheit und hat künftig mit 24 CSU-Stadträten, fünf „Pro Augsburgern“ und OB Kurt Gribl nur noch 30 der 61 Stadtratsstimmen.



„Wir wollen Sachpolitik machen“


"Keine Begehrlichkeiten": Rose-Marie Kranzfelder-Poth, Chefin der neuen FW-Fraktion


Koalitionsvereinbarungen wollen die drei Freien Wähler mit keiner Partei eingehen, so Kranzfelder-Poth gestern zur DAZ: „Wir wollen Sachpolitik machen, keiner von uns hat irgendwelche Begehrlichkeiten“. Spekulationen über den Anspruch auf einen Referentenposten im Gegenzug für die Sicherung der Mehrheit der CSU-geführten Stadtregierung erteilte die Lokalpolitikerin, die seit 1996 im Stadtrat sitzt und damit unter den drei Freien Wählern auf die längste Erfahrung im politischen Geschäft zurückblicken kann, eine klare Absage.

Karl Heinz Englet, der nach seinem Austritt aus der Fraktion Pro Augsburg im Februar 2010 in den Medien als möglicher Partner für eine neue Fraktion zusammen mit Schönberg und Kranzfelder-Poth gehandelt worden war, sei dieses Mal nicht gefragt worden, „ob er mit dazukommt“, so die Ex-FDP-Politikerin. Für Aufnahmewünsche anderer Stadträte in die neue Fraktion sei man aber offen. Entscheidungen darüber will man nur einstimmig treffen.



Bankraub? Kindersache!

Morgen startet das Kinderfilmfest mit „Die kleinen Bankräuber“

Von Dominik Sandler

Am morgigen Donnerstag, den 14.10. um 19 Uhr startet im Mephisto das diesjährige Kinderfilmfest mit „Die kleinen Bankräuber“ (DAZ berichtete). Der amüsante Gangsterfilm für Kinder ab sechs Jahren ist eingebettet in die Eröffnungsveranstaltung, bei der auch der junge Hauptdarsteller Gustav Vilsons anwesend sein wird.

Wild entschlossen: Robby und Louisa wollen ihren Eltern unter die Arme greifen – mit doch etwas kriminellen Methoden

Wild entschlossen: Robby und Louisa wollen ihren Eltern unter die Arme greifen – mit doch etwas kriminellen Methoden


Die Familie des fünfjährigen Robby Abolin ist finanziell am Ende und kann die Zinsen für ihren Kredit nicht mehr bezahlen. Die Bank verweigert ein Aussetzen der Raten und zwingt die Abolins damit zum Verkauf ihrer Wohnung. Doch statt sich dem Schicksal zu fügen, plant Robby zusammen mit seiner nur wenig älteren Schwester Louise den großen Coup, der seiner Familie aus der Patsche helfen soll. „In der Bank ist viel Geld, eine ganze Million, aber die sitzen nur ‚rum und tun nichts – das ist doch ungerecht!“ Klar, dass das Geld in den Händen seiner armen Eltern besser aufgehoben wäre als im Tresor. Er muss es dort nur herausbekommen. Warum Robby keine Angst vor Konsequenzen hat, kann er erklären: „Kinder steckt man nicht ins Gefängnis, das weiß ich genau.“

Ein Bankraub ist nicht nur Erwachsenensache, weder auf Gangster-, noch auf Publikumsseite, das stellt Regisseur Armands Zvirbulis mit seinem Film „Die kleinen Bankräuber“ (76 Minuten) klar. Er inszeniert ein Ganovenabenteuer à la Ocean’s Eleven, welches alle typischen Elemente des Heist-Movie-Genres aufgreift, jenes Filmtyps also, in dem die Sympathie des Publikums den Gangstern gilt: Es gibt jede Menge Falschgeld, Bösewichte mit Anzug und Sonnenbrille, unerwartete Verwicklungen, eine Verfolgungsjagd, sowie einen Showdown, in dem nicht die Besitzer der besseren Waffen, sondern natürlich die Gewitzteren triumphieren.

Abseits der kindgerecht aufbereiteten und mit Slapstick-Humor aufgelockerten Actionszenen lässt der Regisseur seine Protagonisten ihren Bankraub aber auch kritisch reflektieren. „Wenn wir dieses Geld nehmen, dann sind wir nichts anderes als Diebe.“ In einer leider etwas klischeehaften Rollenverteilung findet Robbys kurzentschlossener Charakter in der älteren und vernünftigeren Schwester seinen Gegenpol. Für den erwachsenen Zuschauer schwingt daneben eine Spur Immobilienkrise durchweg mit: „Die Bank hat uns unsere Wohnung weggenommen.“ Zvirbulis legt seiner Hauptperson bisweilen deutliche, aber auch oberflächliche Kritik an einem profitorientierten und unmenschlichen Finanzsektor in den Mund. Und schließlich ist es schade dass die „Misere“, aus der Robby seine Familie befreien will, im Film doch allzu idyllisch daherkommt. Etwas mehr Realismus wäre einem jungen Publikum durchaus zuzumuten gewesen. Denn dass der Verlust der Wohnung im Allgemeinen nicht einen heiteren Landurlaub bei den Großeltern bedeutet, dessen ist sich auch ein Grundschulkind bewusst.

Trotz dieser kleinen Schwächen ist Armands Zvirbulis mit „Die kleinen Bankräuber“ ein unterhaltsamer Genrefilm für die ganze Familie gelungen. Bemerkenswert, dass es die österreichisch-lettische Koproduktion als einziger deutschsprachiger Kinderfilm zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb geschafft hat. Deutsche Produktionen könnten sich davon durchaus noch eine Scheibe abschneiden.

» Die Homepage des Kinderfilmfests

» Das Programmheft zum Download (pdf)

» Die Kino-Zeittafel zum Download (pdf)

Eine weitere Filmkritik zum Kinderfilmfest lesen Sie nebenstehend unter dem Titel „Von Aggression und Zärtlichkeit.“

Der Film:



Die kleinen Bankräuber, Lettland/Österreich 2009, 80 Minuten, empfohlen ab 6 Jahren.



Außer zur Eröffnung am Donnerstag, den 14.10. im Mephisto sind „Die kleinen Bankräuber“ im Thalia zu folgenden Zeiten zu sehen:



Fr, 15.10.: 10.30 + 18.00 Uhr

Sa, 16.10.: 15.15 Uhr

Di, 19.10.: 8.30 Uhr

Mi, 20.10.: 15.30 Uhr

Fr, 22.10.: 8.30 Uhr

So, 24.10.: 15.15 Uhr


Von Aggression und Zärtlichkeit

Von Dominik Sandler

Mit „Ich schwör’s, ich war’s nicht“ läuft am Kinderfilmfest eine packende und tiefgründige Tragikomödie über einen unbequemen Jungen, die auch Erwachsene in ihren Bann zieht.

„Das Leben ist vielleicht nicht für mich gemacht, aber es schaut so aus, als wäre ich für das Leben gemacht.“ Antoine L\'Écuyer als Léon Doré

„Das Leben ist vielleicht nicht für mich gemacht, aber es schaut so aus, als wäre ich für das Leben gemacht.“ Antoine L\'Écuyer als Léon Doré


Ein Junge hängt an einem Baum, die Schlinge um seinen Hals zieht sich zu und völlig unvorbereitet muss der Zuschauer dem Überlebenskampf des Zehnjährigen folgen: Gleich zu Beginn des Films wirft Regisseur Philippe Falardeau sein Publikum mit dieser Szene ins kalte Wasser- und er tut gut daran. Denn wir müssen tief eintauchen in Léon Dorés Welt, um zu begreifen, was in dem Jungen vor sich geht: Wieso legt er in der eigenen Wohnung Feuer? Warum bittet er seine Freundin um ein Messer, „das schärfste, das du finden kannst“, und schneidet sich damit selbst in die Brust? Und schließlich: Was bringt ihn dazu, sich im Garten seiner Familie aufzuhängen?

Wir tauchen also ein in Léons Leben. Und stoßen auf ein zerstrittenes Elternpaar, auf eine Mutter, die die Familie verlässt, weil sie ihr eigenes Leben führen will, sowie einen Vater, der im Gespräch mit seinen Söhnen nur auf deren korrekte Ausdrucksweise achtet, statt ihre Anliegen verstehen zu wollen. Und wir lernen mit Léon zusammen Lea kennen, die Nachbarstochter, die nicht nach Hause möchte, weil sie dort von ihrem betrunkenen Onkel geschlagen wird. Was die beiden eint, sind ihre zerrütteten Familien sowie der Neid auf die gemeinsamen Nachbarskinder, bei denen die Welt noch in Ordnung ist. So beginnen sie Pläne zu schmieden, Pläne für die Flucht aus einem Leben, das sie so nicht fortführen wollen.

Keine Märchenstunde

Hier entstehen zärtliche Bilder im Film. Es sind Augenblicke, in denen die jungen Schauspieler glänzen, durch unscheinbare Gesten, die große Gefühle ausdrücken, durch Momente voller Zärtlichkeit und Vertrauen. Doch Philippe Falardeau möchte uns kein modernes Schnulzmärchen erzählen, seine Geschichte ist hart. Sie ist hart, weil Léon, auch wenn er sich ehrlich bemüht, stets wieder brutal auf den nackten Boden der Tatsachen geschleudert wird. Sie ist hart, weil es nicht unseren Sehgewohnheiten entspricht, einen Zehnjährigen beim Selbstmord zu beobachten. Und Sie gibt keine Antwort auf die Frage, was zuerst da war, Léons Aggressivität gegen die anderen, oder die Ablehnung, die ihm entgegenschlägt. Ein Kind, das sich durch sein Verhalten selbst ins Abseits manövriert hat? Diese Interpretation ist durchaus möglich.

Dass der Film trotz dieser Härte zu keiner Zeit roh oder kalt erscheint, ist eine große Leistung des Regisseurs. Er erzählt die ganze Geschichte aus einer liebevollen Nähe zu Léon. Die wunderbaren Bilder, die die Kamera einfängt, und die große Klasse, mit der Antoine L’Écuyer den unbequemen aber trotzdem liebenswerten Jungen gibt, lassen beim Zuschauer eine tiefe Verbundenheit zur Hauptperson entstehen. Das Kinderfilmfest zeigt mit „Ich schwör’s, ich war’s nicht!“ keine leichte Kost, sondern Kinderkino auf hohem Niveau, eine wunderschöne, packende Tragikomödie, die lange im Gedächtnis bleibt.

» Die Homepage des Kinderfilmfests

» Das Programmheft zum Download (pdf)

» Die Kino-Zeittafel zum Download (pdf)

Der Film:



Ich schwör’s, ich war’s nicht! (C’est pas moi, je le jure), Kanada 2008, 110 Minuten, empfohlen ab 11 Jahren. Französischsprachige Originalversion, die deutsche Übersetzung wird beim Filmfest live eingesprochen.



Spielzeiten im Thaliakino:

Fr, 15.10.: 15.15 Uhr

Mo, 18.10.: 8.30 Uhr

Mi, 20.10.: 10.30 Uhr

Do, 21.10.: 15.30 Uhr

Sa, 23.10.: 13.30 Uhr

So, 24.10.: 18.00 Uhr


Städtische Museen legen neue Jahreskarten auf

Dr. Christof Trepesch, Leiter der Kunstsammlungen und Museen, Pressereferent Dr. Tilo Grabach und Kulturreferent Peter Grab präsentierten gestern die neuen Jahreskarten der städtischen Museen. Neu ist die Regelung zur Gültigkeitsdauer.

Grafik von Marion Waldmann und Felix Weinold: Partnerkarte der Städtischen Museen

Grafik von Marion Waldmann und Felix Weinold: Partnerkarte der Städtischen Museen


„Auf Hinweis eines Bürgers“, so Peter Grab, habe man das System übernommen, das der Augsburger Zoo schon lange nutzt: die Jahreskarten haben künftig vom Kaufdatum an zwölf Monate Gültigkeit und gelten nicht starr für ein Kalenderjahr. Damit bekommen auch diejenigen Augsburger Kunst- und Kulturfreunde, die ihre Jahreskarte nicht gleich am 1. Januar kaufen, die Möglichkeit, die Sammlungen und Ausstellungen der Augsburger Museen ungetrübt ein volles Jahr lang zu genießen. „Ein Stück Bürgerfreundlichkeit“, so der Kulturreferent.

Die Karten, die es wie bisher als Einzel-Jahreskarte für 40 Euro und als Partner-Jahreskarte für 70 Euro gibt, gelten auch für alle Sonderausstellungen, erklärte Dr. Tilo Grabach, Direktionsassistent der Kunstsammlungen und Museen. Sie sind ab sofort erhältlich und damit „ein ideales Weihnachtsgeschenk“. Geplant ist, je 1.100 Stück auszugeben, doppelt so viele wie im Jahr 2010. Die Entwürfe der beiden Karten stammen von den Augsburger Grafikern Marion Waldmann und Felix Weinold.



Unternehmer gesucht

Auftaktveranstaltung zum Business-Plan-Wettbewerb in der IHK Schwaben



„Neu gegründete Unternehmen sind das Salz in der Suppe eines jeden Wirtschaftsraumes, sie sind die Arbeitgeber von Morgen“, so Ernst Holme, Vizepräsident der IHK Schwaben und Dirk Schäfer, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Augsburg in ihrer Einladung zur gemeinschaftlichen Auftaktveranstaltung zum Business-Plan-Wettbewerb Schwaben. Bei der Veranstaltung wird Gründungswilligen kostenlos ein umfangreiches Qualifzierungsangebot von Unternehmern aus der Praxis angeboten. Dabei geht es um Fragen wie „Bin ich ein Unternehmertyp“, „Wie setzen Gründer erfolgreich Marketingstrategien um“ und „Wie können Gründer im Wirtschaftsraum Augsburg erfolgreich netzwerken“.

Letztendlich soll die Unternehmensidee in einen ausgeklügelten Business-Plan fließen. Damit die Erstellung des Plans nicht als notwendiges Übel oder gar als Strafarbeit betrachtet wird, hat ein Experte am 20. Oktober entsprechende Tipps parat. Als besonderes Angebot bietet die Veranstaltung ein Speednetworking an, bei dem die Teilnehmer in kurzen Vorstellungsrunden, viele neue Businesskontakte schließen können. Anmeldungen zur Auftaktveranstaltung des Business-Plan-Wettbewerbs Schaben werden bis Freitag, 15. Oktober per Fax entgegen genommen: 0821-3162-174. Das Anmeldeformular findet sich auf der Seite www.schwaben.ihk.de unter „Termine“.

Business-Plan-Wettbewerb Schwaben

Mi 20. Oktober 2010, 14.00-18.30 Uhr

in der IHK Schwaben in Augsburg