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Atomkraftwerke abschalten!

Die KettenReaktion Bayern ruft auf zur Aktions- und Menschenkette mit Abschlussfest am Samstag, den 9. Oktober ab 13.00 Uhr in München

Für Atomausstieg! Für Klimaschutz! Für die Energiewende!



Der Konflikt um den Atomausstieg spitzt sich zu. Die Mehrheit der Bevölkerung und der Bundesländer sind gegen die Verlängerung des risikoreichen Atombetriebs. Die rückwärtsgewandten Regierungen in Bayern und im Bund halten kurzsichtig und rein profitorientiert an der Dinosauriertechnologie fest. In diesem Herbst will die schwarz-gelbe Koalition die Laufzeitverlängerung durchboxen. Die KettenReaktion Bayern hält dagegen! Wir haben jetzt die Chance, die Atomkraft endgültig aufs Abstellgleis zu setzen.

München ist die Hauptstadt der Atomlobby. Hier sitzen die Zentralen von E.ON-Energie, Siemens und der CSU, hier wollen wir ein klares Zeichen setzen:

Schluss mit Unfallrisiko, Atommüllproduktion und Blockade der Erneuerbaren Energien.

Für Atomausstieg! Für Klimaschutz! Für die Energiewende! Wir lassen uns nichts vormachen:

Die Alternativen sind längst da, man muss sie nur einsetzen. Seit Jahren produzieren wir mehr Strom, als wir verbrauchen. Wir können sofort auf die älteren Atomreaktoren verzichten und in wenigen Jahren den Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien vollziehen. Die Zukunft ist erneuerbar – im Dreiklang von Erneuerbaren Energien, Energiesparen und Energieeffizienz.

Ablauf

Um 13 h startet an den drei Sammelpunkten Königsplatz, Prinzregentenplatz und Staatskanzlei das Begleitprogramm. Kabarettisten und Bands werden für die Einstimmung der Demonstranten sorgen. Ab etwa 14 h beginnt die Verteilung auf die Strecke, gegen 15 h wird die Menschenkette für etwa 10 bis 15 min geschlossen. Nach Auflösung der Kette begeben sich die Kettenglieder zum Wittelsbacherplatz, dort beginnt um 16 h die Abschlusskundgebung mit zahlreichen bekannten Bands.



DJK Augsburg Hochzoll: “Projekt Deutsche Meisterschaft” nimmt Fahrt auf

In Augsburg gibt es zum ersten Mal in der langen Geschichte der Stadt drei Profiteams in drei verschiedenen Sportarten: Die Kicker des FCA, die Kufencracks des AEV und seit wenigen Wochen die Volleyball-Frauen des DJK Augsburg Hochzoll.

Veronika Vlaskova: Matchwinnerin in Dresden

Veronika Vlaskova: Matchwinnerin in Dresden


Schalal Habib, ein Immobilienentwickler aus dem Bodenseeraum, hat sich vorgenommen, die Deutsche Meisterschaft nach Augsburg zu holen. „Dazu braucht man nur Geld“, sagte einst Dietmar Hopp auf die Frage, ob er mit Hoffenheim auch mal Deutscher Meister werden wolle. Der SAP-Milliardär wollte damit sagen, dass es für ihn mehr auf eine stabile Struktur um das Mutterschiff ankomme als auf dessen Tabellenplatz. Habib ist für Augsburg, auf Volleyballverhältnisse umgerechnet, vergleichbar mit Hopp und Hoffenheim. Der Geschäftsführer der Hochzoller Volleyballerinnen, Helmut Unverdorben, stellte den Kontakt her und nach Habibs Entschluss, richtig viel Geld in die Hand zu nehmen, begann man im Frühsommer dieses Jahres ein Top-Team zu schmieden. Der bisherige DJK-Geschäftsführer Christian Sedlak, nun hauptamtlicher Manager des Profiteams, stellte zusammen mit seinem sportlichen Berater Josef Wolf eine Spitzenmannschaft zusammen, die – darin sind sich alle Experten einig – keine Probleme hätte, sich im Mittelfeld der Ersten Liga zu halten, weshalb die Augsburger in der Zweiten Liga Süd als haushoher Aufstiegsfavorit gehandelt werden. Für die Zweitliga-Volleyballfrauen der DJK ist der Aufstieg in die Erste Liga in dieser Saison Pflicht.

Überragende Spielerin: Veronika Vlaskova

Zwei Spiele, zwei Siege, so lautet die bisherige Bilanz der DJK in der Zweiten Liga. Am vergangenen Samstag konnten sich die Augsburger gegen den VCO Dresden mit 3:1 behaupten. In einer Partie auf Augenhöhe setzte sich am Ende die größere Routine auf Seiten der Profispielerinnen aus Augsburg mit 25:21; 20:25; 25:21; 25:20 durch. Überragende Spielerin war dabei die tschechische Nationalspielerin Veronika Vlaskova, die im letzten Satz beinahe jeden Ball verwertete und somit das Match entschied. Dass auch im Volleyball nicht alles auf Knopfdruck geht, unterstrich Manager Sedlak. „Deutliche Fortschritte gegenüber der ersten Partie, aber beim Zuspiel am Netz sowie an der Ballannahme muss in den kommenden Wochen noch gearbeitet werden“. Nach zwei siegreichen Auswärtsspielen präsentiert sich das neue Augsburger Dream-Team am kommenden Samstag, 2. Oktober um 19.00 Uhr in der Zwölf-Apostel-Halle zum ersten Mal dem Augsburger Publikum.



„Man muss scharf zugucken“

Am 16. Oktober kommt Tschechows „Kirschgarten“ auf die Bühne des Großen Hauses

Von Frank Heindl



Aufs genaue Zusehen beim Kampf kommt es an im Theater – das dürfte eine Quintessenz des kleinen Brechttextes sein, den der Schauspieler Eberhard Peiker im Rahmen der Veranstaltung „Hereinspaziert!“ am Samstag im Stadttheater vorlas. Die Stadt Augsburg hat den Autographen dieses Textes unlängst erworben, doch aussagestark ist er auch ohne diesen aktuellen Bezug: Man müsse ins Theater gehen „wie zu einem Sportfest“, meint Brecht, denn meistens handle es sich beim Dargestellten „um einen Kampf. Man muss genau zusehen, wer gewinnt.“ Das Theater mache es möglich, „in die Leute hinein“ zu sehen. „Man muss nur scharf zugucken, es ist wie bei Ringkämpfen: die kleinen Tricks sind das Interessanteste.“

Wenn am Samstag, 16. Oktober Anton Tschechows „Kirschgarten“ zum ersten Mal aufgeführt wird (es ist die erste Premiere der neuen Spielzeit im Großen Haus), wird man wieder Gelegenheit haben, „scharf zuzugucken“ – auch wenn man Brecht nicht folgen und das Theater als „Sport“ definieren möchte. Tschechows Stück wird gemeinhin als Komödie bezeichnet, ist aber als solche nur vorstellbar, wenn man die immanente Tragödie als deren Bestandteil zu denken vermag. Denn mit dem Kirschgarten wird am Ende symbolisch auch die russische Gesellschaft „abgeholzt“ – Tschechow starb 1904 kurz nach der Uraufführung des „Kirschgarten“ und kurz vor Ausbruch der russischen Revolution, doch er mag schon geahnt haben, was da kommen würde. Eine Komödie, die beschreibt, wie das Alte weichen muss, um dem Neuen Platz zu machen, wird ohne Bestandteile der Tragik nicht auskommen.

Fast zu groß für Augsburgs Ensemble

Fast überfordert das Stück die Möglichkeiten des Augsburger Ensembles: Eigentlich hatte Tschechow ein „kleines“ Theaterstück schreiben wollen, doch geriet es ihm dann doch zu einem Großprojekt mit 13 Figuren. Schauspieldirektor Markus Trabusch kam zum Schluss, man könne keine der Rollen streichen, ohne den Kern des Stückes zu zerstören, der gerade in den mannigfachen und unentwirrbaren Beziehungen des Bühnenpersonals untereinander bestehe. Man warb also Gastschauspieler an und integrierte sogar Künstler aus den Nachbarsparten: In einer Nebenrolle wird der Bariton Stephen Owen als Landstreicher zu sehen sein.

Den „Kirschgarten“ müsse man geradezu inszenieren, wenn man eine Schauspielerin wie Ute Fiedler im Ensemble habe, meint Trabusch – man darf auf sie als Gutsbesitzerin Ranjewskaja gespannt sein. Judith Bohle wird als deren Tochter auf der Bühne stehen, Toomas Täht gibt jenen durchaus sympathischen Kaufmann, an den der blühende Garten letztendlich fallen wird – zum Abholzen ebenso freigegeben wie zum Neuaufbau der hoffnungslos veralteten russischen Wirtschaft.

Die Schließung der Komödie als hautnahe Analogie

Ob man ein Kleinod bewahren muss oder es aufgeben darf, um der Zukunft Raum zu verschaffen – dieses Problem, so Markus Trabusch, habe man in der vergangenen Saison am Beispiel der aufgegebenen Komödie in der Augsburger Altstadt detailreich durchgespielt, man habe geradezu „alle vier Akte des Kirschgartens permanent erlebt.“ Hautnahe Analogien also – doch das Faszinierende an Tschechows Stück sieht Trabusch nicht nur darin, wie differenziert der Autor sich des Themas annimmt, sondern vor allem, wie er deutlich werden lasse, dass alle seine Figuren den Prozess sehr unterschiedlich erleben, an dessen Ende es keinen Kirschgarten mehr geben wird. Wenn es der Augsburger Inszenierung gelingt, die innere Beweggründe der Handelnden transparent zu machen, wird man sich in gut zwei Wochen möglicherweise wieder an Brecht erinnern: „Es handelt sich meistens um einen Kampf. Man muss genau zusehen, wer gewinnt.“



Nahverkehr: Streik in Augsburg dauert an

Am Dienstag wieder 7,5-Minuten-Takt – Verspätungen bei Bussen möglich



Der Streik der GDL in Augsburg dauert aller Voraussicht nach auch am heutigen Dienstag, 28. September an. Dies meldeten die Stadtwerke gestern. Die avg hat sich demnach auf die Situation eingestellt und setzt weiterhin alles daran, die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Heute früh wird wieder der 7,5-Minuten-Takt bei Straßenbahnen gelten; dabei werden insbesondere im Schulverkehr ausschließlich lange Trams eingesetzt. Bei den Buslinien kann es untertags wieder zu einigen vorübergehenden Verspätungen kommen, insbesondere bei den Linien 35 und 23. Auch wenn nach den Erfahrungen der letzten Streiktage weiterhin nicht mit gravierenden Behinderungen des Tram- und Busbetriebs durch den Streik der GDL zu rechnen ist, empfiehlt die avg ihren Fahrgästen vorsorglich, mögliche Auswirkungen des Streiks, etwa leichte Verspätungen, einzuplanen und sich rechtzeitig zu Terminen aufzumachen.