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„Das Herz von Jenin“ im Zeughaus

Im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung „Divine Connections“ zum Hohen Friedensfest wird heutigen am Donnerstag, 23. September, um 19 Uhr, im Filmsaal des Zeughauses (Zeugplatz 4) der großartige Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“ gezeigt. Der Eintritt ist frei.

“Das Herz von Jenin” erzählt die wahre Geschichte Ismael Khatibs, dessen 12-jähriger Sohn Ahmed 2005 im Flüchtlingslager von Jenin von Kugeln israelischer Soldaten tödlich am Kopf getroffen wird. Nachdem die Ärzte im Krankenhaus nur noch Ahmeds Hirntod feststellen können, entscheidet der Palästinenser Ismael, die Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden und damit deren Leben zu retten. Zwei Jahre später begibt er sich auf eine Reise quer durch Israel, um diese Kinder zu besuchen. Eine schmerzhafte und zugleich befreiende Reise, denn durch die Kinder kommt Ismael auch seinem Sohn wieder ganz nah. Genauso bewegend wie nachhaltig beeindruckend erzählt “Das Herz von Jenin” von einer zutiefst menschlichen Geste im Augenblick der größten Tragödie. Und davon, dass Hoffnung selbst dann eine Chance hat, wenn die Situation ausweglos erscheint.

DAS HERZ VON JENIN – Dokumentarfilm von Leon Geller und Marcus Vetter 2008 – 89 Minuten, Hebräisch/Arabisch mit deutschen Untertiteln.



„Eine solche Leistung ist dem FCA nicht würdig“

Duisburg vs. FCA 1:0

Der MSV Duisburg besiegte vor 11.000 Zuschauern in der „Schauinsland Reisen Arena“ an der Wedau den FC Augsburg mit 1:0. Die Duisburger Zebras waren den Augsburgern in jeder Hinsicht überlegen und gewannen gegen einen desolaten FCA hochverdient, wenn auch viel zu knapp.

von Siegfried Zagler 

„Ich bin tief enttäuscht. Eine solche Leistung ist dem FCA nicht würdig”, so FCA-Trainer Jos Luhukay direkt nach dem Spiel. „Mir hat die Art und Weise überhaupt nicht gefallen und das werden die Spieler in den nächsten Tagen spüren.“ Man habe nicht gearbeitet, den Gegner in keiner Phase gefordert und viel zu passiv gespielt”, analysierte der Niederländer das indiskutable Auftreten der Augsburger Truppe im Ruhrpott. Der FCA hat am Mittwochabend in der Tat alles vermissen lassen, was man von einem Aufstiegsfavoriten auswärts und auch zu Hause erwartet. Keine Kreativität nach vorne, keine Laufbereitschaft im Defensivverhalten und viel zu viel Statik im Spielaufbau und der Ballkontrolle. Kurz: Der FCA spielte in Duisburg ohne Herz und Hirn. Wobei man den Mangel an Hirn als Vorwurf in Richtung Trainer zu verstehen ist. Nur vier Spieler aus der Anfangsformation aus der Partie gegen Osnabrück liefen in der Wedau ein. Gegen Osnabrück hatte der FCA – wenn auch das Ergebnis nicht zufriedenstellend war – ganz passabel gespielt und sogar in einigen Szenen die ersten systemischen Ansätze für die kommende Saison aufblitzen lassen.  

Als hätte man nie zusammen trainiert  

Auf die verletzten Jentzsch und Verhaegh sowie auf den gesperrten Sankoh musste Luhukay verzichten, die restliche Aufstellung kam den Experten am Lech und der Wedau ausgewürfelt vor. Man kann Luhukay  den Vorwurf nicht ersparen, dass er als Disziplinfanatiker zu lange braucht, um aus dem vorhandenen Spielerkader die funktionierenden Strukturen heraus zu arbeiten. Das war letzte Saison nicht anders. Thurk und Rafael passen im Sturm nicht zueinander. Seit Nando Rafael mit seiner bulligen Spielweise den FCA in der Sturmmitte verstärkt, munkelt man in allen Ecken der impuls arena, dass sich die beiden gegenseitig neutralisieren, ohne dass es dazu einen gegnerischen Abwehrspieler brauche. Warum die beiden gegen Osnabrück im Aufbau überzeugenden de Jong und Baier nicht von Beginn spielten, lässt sich mittels Vernunft auch nicht auf Anhieb erschließen. Daniel Baier ist in Bestform zwar auf der Außenbahn ein wenig unter Wert, aber immer noch besser als auf der Bank. Jos Luhukay hat seine Aufstellung während des Spiels sukzessive zurückgenommen – und somit nicht nur die Taktik dem Spielverlauf angemessen modifiziert, sondern auch die ureigenen Irrtümer korrigiert. Eine Fähigkeit, die man dem Niederländer nicht absprechen darf, ist das Hinterfragen der eigenen Pläne. Das ehrt Lukukay, denn Einsichtsvermögen gehört in der Trainerbranche nicht unbedingt zu den Primärtugenden, aber allzu oft darf er die Experimentierfreudigkeit und Risikobereitschaft nicht dergestalt überstrapazieren wie in der gestrigen Partie.

„Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und hatten keine Ballsicherheit”, kommentierte Kapitän Uwe Möhrle den Partieverlauf. „Ich bin nicht in Form und die Mannschaft hat so gespielt, als hätte man nie zusammen trainiert“, das hat Möhrle zwar nicht zwar gesagt, wäre aber zutreffender gewesen als die üblichen Worthülsen der Ratlosigkeit. Mit „unserer“ doppelten Tabellenführung ist es seit Mittwochabend vorbei, und sie wird sich – da kann Augsburgs Sportreferent Peter Grab den “Ausbau der Tabellenführung” orakeln wie er will –  in dieser Saison nicht wiederholen, und das dürfte mehr mit den Fußballern denn mit den Eishockeyspielern zu tun haben.    

FCA: M. Amsif, – M. Ndjeng, K. Kwakman, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – S. Bertram, D. Brinkmann, A. Sinkala, I. Traoré, – M. Thurk, N. Rafael, Eingewechselt: T. Oehrl (46.); D. Baier (70.); S. Hain (80.); Ausgewechselt: N. Rafael (46.); D. Brinkmann (70.); A. Sinkala (80.); Auswechselbank: P. Verhaegh; T. Werner; M. De Jong; J. Gelios;



Umweltzone: Rote Plaketten müssen ab 2011 draußen bleiben

Der Termin für die Einführung der Stufe 2 der Umweltzone steht fest: Ab 1. Januar 2011 dürfen Fahrzeuge mit roter Plakette nicht mehr in Augsburgs Innenstadt einfahren.

Schilder an der Umweltzone: das rote Symbol wird ab Januar verschwinden

Schilder an der Umweltzone: das rote Symbol wird ab Januar verschwinden


Dies gab Umweltreferent Rainer Schaal gestern vor den Medien bekannt. Schaal rechnet damit, dass nur wenige Privat-PKW von der Verschärfung betroffen sind. Augsburg hat im Vergleich zum Bundesdurchschnitt eine relativ junge Fahrzeugflotte. Allerdings sind rund 20 Prozent des Nutzfahrzeuge-Bestands in Augsburg und den umliegenden drei Landkreisen betroffen. Das Umweltreferat hat deshalb in den vergangenen Wochen das Gespräch mit Wirtschaftsverbänden und der Kreishandwerkerschaft gesucht.

Frühestmöglicher Termin für die Einführung der Stufe 2 wäre der 1. Oktober 2010 gewesen. In Abstimmung mit Wirtschaft und Gewerbetreibenden wurde der Termin nach hinten verlegt. Einer der Gründe: Bis 31. Dezember 2010 läuft noch das Bundesprogramm zur Bezuschussung der Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltern. 330 Euro erhalten Fahrzeughalter, die bis zum Jahresende umrüsten. Mit der Terminwahl wurden Nachrüstprogramm und Stufe 2 zur Deckung gebracht.

EU-Ausnahmeregelung steht auf dem Spiel

Für weitere Terminverschiebungen sah das Umweltreferat keinen Spielraum mehr. Grund ist eine Ausnahmeregelung der EU für die Stadt Augsburg zu den Tagen, an denen die zulässige Feinstaubkonzentration von 50 µg/m³ überschritten ist. 35 Überschreitungstage pro Jahr wären eigentlich nur zulässig. Zum gestrigen Tag waren es im Jahr 2010 bereits 36 Tage, wie Dr. Heinz Ott vom Landesamt für Umwelt (LfU) erläuterte. Die Ausnahmeregelung der EU, die neben Augsburg auch für München gilt, läuft am 11. Juni 2011 aus. Mit einer Fristverlängerung dürfe nur rechnen, wer nachweisen könne dass er etwas gemacht hat, und zwar rechtzeitig, so Rainer Schaal. Würde die EU keine Ausnahme mehr erteilen, hätte jeder von der Feinstaubproblematik betroffene Bürger einen Rechtsanspruch auf Tätigwerden der Behörden, sollten die 35 Überschreitungstage bei ihm erreicht sein.

Zahlen über erteilte Ausnahmegenehmigungen für Fahrzeuge, die die Plakettenkriterien nicht erfüllen, wollte Umweltreferent Rainer Schaal gestern nicht nennen. In der Stufe 1 der Umweltzone seien bisher nur 19 Anträge abgelehnt worden. An den Kriterien soll sich nichts ändern: Nachrüstbare Fahrzeuge werden weiterhin keine Ausnahmegenehmigung für die Umweltzone bekommen. Ebenso will die Stadt auswärtigen Betrieben, deren Fuhrpark schon teilweise “sauber” ist, keinen Freifahrtschein nach Augsburg für den umweltschädlichen Teil der Fahrzeugflotte erteilen.

IHK: “Instrument der Symbolpolitik und überflüssig”

Grenzwertüberscheitung trotz Umweltzone: "Wirksamkeit nicht nachgewiesen"

Grenzwertüberscheitung trotz Umweltzone: "Wirksamkeit nicht nachgewiesen" (Foto: Kleeblatt-Film)


Die IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt lehnte gestern in einer Stellungnahme die Verschärfung der Umweltzone ab. Die Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit des Instruments sei nicht nachgewiesen. Die Vielzahl der EU-Grenzwert-Überschreitungen im Jahr 2010 trotz Umweltzone im Vergleich zum Jahr 2009 (zur Hälfte ohne Umweltzone) lege geradezu den Schluss nahe, dass externe Bedingungen wie Witterung, Hausbrand und Salz-/Splitstreuung die eigentlichen Faktoren für die Feinstaubbelastung sind, so IHK-Vizepräsident Ernst Holme: “Diese zentralen Einflussgrößen wie auch die Gesamtverkehrsbelastung innerhalb der Stadt sind durch eine Umweltzone nicht in einem signifikanten Maß regelbar”. Die Verschärfung trage – in Wechselwirkung mit den geplanten Restriktionen für den Autoverkehr durch den Kö-Umbau und mit der vorgesehenen großflächigen Einführung von Tempo 30 in der Innenstadt – dazu bei, “die tatsächliche und gefühlte Erreichbarkeit des Stadtzentrums und damit die Attraktivität Augsburgs als Einkaufsstadt weiter zu verringern”.

» Umweltzone: Schonfrist für Fahrzeuge mit roter Plakette



Die kleine Hexe kommt aus München

Hereinspaziert! – Neue Schauspieler des Stadttheater-Ensembles stellen sich am Samstag vor

Von Frank Heindl



Şelale Gonca Cerit sieht eigentlich ziemlich sympathisch aus. Dass sie ab November am Augsburger Stadttheater die kleine Hexe spielt, muss also zum Einen damit zu tun haben, dass sie eine gute Schauspielerin ist – und ist wohl zum Anderen darauf zurückzuführen, dass auch Otfried Preußlers Hexe eine sympathische Ausnahme im Gewerbe der eher schlecht beleumundeten weiblichen Zauberer ist. Cerit ist eines von vier neuen Mitgliedern des Augsburger Ensembles. Schauspieldirektor Markus Trabusch hat sie bei der Abschlussvorstellung der Schüler der Münchner Falckenberg-Schauspielschule entdeckt, zum Vorsprechen an den Lech bestellt und dann gleich engagiert. Es ist der erste feste Theaterjob der 25-Jährigen mit türkischem Migrationshintergrund, und die kleine Hexe (Premiere am 14. November) wird ihre zweite Rolle in Augsburg sein. Denn schon Mitte Oktober ist sie in Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“ zu sehen – hier allerdings in einer Nebenrolle: Cerit spielt das Dienstmädchen Dunjascha. Mit den Kollegen in Augsburg, erzählt sie, komme sie sehr gut klar: „Nett, hilfsbereit und offen“ seien die. Das und die mittlerweile in Augsburg bezogene Wohnung sind weitere Gründe für Şelale Gonca Cerit, auf eine Verlängerung ihres Vertrages zu hoffen – zunächst ist sie nur für die beiden erwähnten Stücke engagiert.

Auch Ulrich Rechenbach stellte sich in der vergangenen Woche den Augsburger Medien vor. Er ist mit 28 Jahren nur wenig älter als Cerit, hat aber schon zwei Jahre intensive Ensemble-Erfahrung am Hans Otto Theater in Potsdam vorzuweisen. Rechenbach war bei der Uraufführung der „Satanischen Verse“ von Salman Rushdie dabei, war der Lysander in Shakespeares Sommernachtstraum – und spielte auch in Tschechows „Kirschgarten“. In Augsburg wird er zunächst in dem Drei-Personen-Stück „Kein Schiff wird kommen“ zu sehen sein (Premiere am 10. Oktober auf dem Dierig-Gelände). Vom Ensemble kennt er bisher nur seine beiden Mitspieler Christine Diensberg und Martin Herrmann – „die mag ich sehr“ – die übrigen wird er kennenlernen, bis auch er im November in der „Kleinen Hexe“ auf der Bühne stehen wird. Er freue sich auf Augsburg, behauptet Rechenbach, schränkt aber ein, er habe seine ersten, sehr positiven Eindrücke von der Stadt im Sommer bekommen, „und da ist es ja überall schön“.

Buntes Programm bei „Hereinspaziert!“

Ebenfalls neu auf der Augsburger Schauspielbühne wird der 1981 geborene Daniel Flieger zu sehen sein. Sein Debut in Augsburg gibt er als Padre Salvati in „Die Kunst der Komödie“ (Premiere am 27. Oktober im „tim“). Des Weiteren kommt der 53-jährige Albert Weilguny nach Augsburg – er spielt im „Kirschgarten“ den Gutsbesitzer Simeonow-Pischtschik.

Wer die neuen Ensemblemitglieder vorab schon mal persönlich in Augenschein nehmen möchte, kann das am kommenden Samstag, 25. September tun. Ab 13 Uhr gibt’s dann das beliebte „Hereinspaziert, Hereinspaziert!“ im Großen Haus am Kennedyplatz. Neben Führungen hinter die Kulissen, einem Mitmachprojekt für Kinder (unter dem Titel „Auf dem Schlauch geht’s auch“, von 14 bis 15 Uhr auf der Probebühne 3), viel Musik (vom Salonorchester Frank Lippe, dem Kinderchor des Theaters, mit Einblicken auch in die neuen Produktionen des Musiktheaters) stellen sich um 16 Uhr im Foyer des 1. Ranges auch die neuen Schauspieler vor. Es gibt ein „Schauspiel Extra“ zu „Kein Schiff wird kommen“, eine Lesung zum Thema „Theater als Sport“ von Schauspieler Eberhard Peiker, ein öffentliches Ballettraining und vieles vieles mehr – leider wieder mal viel zu viel, als das man sich alles ansehen könnte.

Das genaue Programm gibt’s auf einem Flyer des Stadttheaters.