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Augsburgs erste Energiesparkasse

Am kommenden Montag öffnet die Kreissparkasse am Martin-Luther-Platz nach eineinhalbjähriger Bauzeit wieder für ihre Kunden. Der Umbau stand ganz im Zeichen der Energie.

Erster Blick auf die neue Fassade: am Freitag kommt das Gerüst weg

Erster Blick auf die neue Fassade: am Freitag kommt das Gerüst weg


“Energie” war das Thema des ersten von drei Künstlerwettbewerben auf dem Bauzaun am Martin-Luther-Platz, Energie einzusparen war das vorrangige technische Ziel der Baumaßnahme. Der CO2-Ausstoß des Gebäudes wurde um 168 Tonnen pro Jahr reduziert, was dem CO2-Verbrauch von 110 Einfamilienhäusern entspricht. Horst Schönfeld, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, spricht deshalb stolz vom Projekt “Energiesparkasse”. Möglich wurde die gewaltige Einsparung durch die komplette energetische Sanierung der Gebäudehülle und modernste Anlagentechnik wie Photovoltaik, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und LED-Beleuchtung. Fernwärme wird nicht nur zum Heizen, sondern – als Pilotprojekt der Stadtwerke – auch zum Kühlen des Gebäudes im Sommer eingesetzt.

Hochinstallierter Bau: 70 km Kabel und 6 km Heizungsrohre wurden verlegt

Hochinstallierter Bau: 70 km Kabel und 6 km Heizungsrohre wurden verlegt


Mit 5.500 qm Nutzfläche und einem umbauten Raum von 19.000 Kubikmeter bietet das neue Haus Platz für 160 Mitarbeiter, die teilweise aus dem Verwaltungsgebäude in der Franz-Kobinger-Straße in die Innenstadt umziehen. Geplant wurde der 11 Millionen Euro teure Umbau vom Augsburger Architekturbüro Kosebach, die Projektsteuerung lag in den Händen des international tätigen Büros Drees & Sommer.

Das neue Kundenzentrum der Kreissparkasse steht ganz im Zeichen des Dialogs: “Wir haben das Konzept der Dialogfiliale, in dem das Miteinander eine große Rolle spielt, konsequent weiterentwickelt und wollen damit in der Augsburger Innenstadt einen innovativen und lebendigen Akzent setzen”, so der Vorstandsvorsitzende Richard Fank vorgestern auf einem Presse-Review, der erste Gelegenheit zur Begehung der neuen Räumlichkeiten bot.

Diskreter Dialog

Fertigstellung mit Hochdruck: die 2-geschossige Kundenhalle

Fertigstellung mit Hochdruck: die 2-geschossige Kundenhalle


In der zweigeschossigen, glasgedeckten Halle steht den Kunden ein Cafè-Bereich zur Verfügung, über einen öffentlichen Hotspot kann mit eigenen Notebooks kabellos in Internet gesurft werden. Finanzprodukte und Immobilien werden in einem “Shop” als Dialog-Plattform angeboten, der auch am Samstag geöffnet ist. Neben großzügiger Offenheit wird aber auch die Diskretion groß geschrieben. 29 farbig gestaltete Räume stehen für Beratungsgespräche zur Verfügung, ausgestattet mit dicken, schallschluckenden Türen und Wänden aus mattiertem bedrucktem Glas, das vor Einblicken schützt.

Diskreter Dialog: verglastes Beratungszimmer

Diskreter Dialog: verglastes Beratungszimmer


Eröffnungsaktion im Oktober

Am Montag, 27. September um 9 Uhr öffnet das Haus seine Pforten für die Kunden, am Samstag, 9. Oktober findet die offizielle Einweihungsfeier mit kirchlicher Segnung, Grußworten aus Politik und Gesellschaft und einem bunten Programm für Kunden und Mitarbeiter statt. Präsentiert wird u.a. ein Eröffnungsprodukt mit Sonderkonditionen. Zur Eröffnungsaktion wird auch eine Kunstinstallation auf dem Martin-Luther-Platz zu sehen sein.



Grüne: CSU fällt dem Anliegen des Ideenwettbewerbs in den Rücken

Die Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen bedauert in ihrer gestrigen Pressemitteilung, dass Oberbürgermeister Kurt Gribl den Vorstand der CSU bezüglich des Bebauungsplanes 500 anscheinend nur über zahlreiche Zugeständnisse auf seine Seite bringen konnte.

„Die CSU hat mitnichten den Kurs des Oberbürgermeisters unterstützt. Sie ist den grundlegenden Anliegen des Ideenwettbewerbs und auch des Bebauungsplans 500 in den Rücken gefallen“, so der Grüne Fraktionschef Reiner Erben, der sich mit seiner Kritik auf die Beschlüsse des Bezirksvorstands der CSU am vergangenen Wochenende bezieht. Mit 17:2 Stimmen hatte sich der Bezirksvorstand der CSU Augsburg am Samstag, 18. September hinter OB Kurt Gribl und seine Linie beim Kö und Hauptbahnhof gestellt, allerdings mit der Option auf einen „Not-Bypass“, der im Fall von eventuell auftretenden Leistungsdefiziten im fließenden Verkehr geöffnet werden solle. Außerdem sollen zusätzliche Parkhäuser in Aussicht gestellt worden sein.

„So kann man die Menschen nicht von einer neuen Verkehrspolitik überzeugen“

Dies verwässert nach Auffassung der Grünen die bisherigen Beschlüsse. „Im Stadtrat wurde mit den Stimmen der CSU ein Bypass abgelehnt. Der Hauptakzent des Ideenwettbewerbs liegt auf einer Verkehrsreduzierung. Forderungen nach mehr Parkhäusern und Bypass-Regelungen widersprechen diesem Geist“, so die Grüne Stadträtin Eva Leipprand. „Die im Stadtrat vorgelegten Gutachten sagen aus“, legt Reiner Erben nach, „dass die Verkehrslösungen im Bebauungsplan 500 und damit der autofreie Kö funktionieren“.

Mit den jetzt an die CSU gemachten Zugeständnissen untergrabe Gribl seine bisher geäußerte Überzeugung von der Machbarkeit des autofreien Königsplatzes. Diese widersprüchlichen Aussagen seien nur damit erklärbar, dass der OB versuche, es allen recht zu machen, was eine klare und eindeutige Positionierung unmöglich mache. So könne man die Menschen nicht von einer Planung und einer neuen Verkehrspolitik überzeugen und begeistern. Gribl müsse sich nach Auffassung der Grünen zum Bebauungsplan 500 ohne Einschränkungen bekennen. „Ansonsten droht der Stadt weiterhin eine große Unklarheit, wohin die Reise gehen soll”.

Die Planungen zur Mobilitätsdrehscheibe und das Bürgerbegehren für einen Tunnel unter dem Kö werden am heutigen Mittwoch Hauptthema auf der öffentlichen Stadtversammlung der Grünen sein (Cafe am Milchberg, 19.30 Uhr). Wie im Twitter-Account des Grünen Stadtrats Christian Moravcik zu lesen ist, denken die Grünen außerdem über einen eigenen Antrag für ein Ratsbegehren gegen einen Kö-Tunnel und einen Bypass nach.



Die Helden leben – in der Musik

Gibt es noch Helden? Wenn schon nicht im echten Leben, dann doch wenigstens in der Musik: Das erste Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker in der neuen Saison jedenfalls steht unter dem Titel „Helden leben“.

Generalmusikdirektor Dirk Kaftan, hier mit Schülern der Birkenau-Volksschule

Generalmusikdirektor Dirk Kaftan, hier mit Schülern der Birkenau-Volksschule


Das Konzert findet am kommenden Montag, 27., und am Dienstag, 28. September, jeweils 20.00 Uhr in der Stadthalle Gersthofen statt. Für Interessierte gibt es jeweils schon um 19.00 Uhr den „Blick in die musikalische Werkstatt“: eine Konzerteinführung mit dem Orchester und Generalmusikdirektor Dirk Kaftan.

Das Programm will Helden unterschiedlichster Epochen zum Leben erwecken: In Beethovens Oper „Fidelio” gibt sich Leonore furchtlos als Mann aus, um ihren Gemahl Florestan aus dem Gefängnis zu befreien. Wie ein Held der Gegenwart wirkt auch der junge Kontrabassist Edicson Ruiz, der zunächst im venezolanischen Sinfonieorchester Simón Bolìvar spielte, bevor er mit 18 Jahren als jüngster Kontrabassist in die Geschichte der Berliner Philharmoniker einging. In Eduard Tubins „Konzert für Kontrabass und Orchester“ präsentiert Ruiz ein Instrument, das in den Konzertsälen selten solistisch zu hören ist. Den Abschluss des heldenreichen Konzertprogramms bildet die Tondichtung “Ein Heldenleben” von Richard Strauss, in der die Höhen und Tiefen eines Heldenlebens thematisiert werden.

Programm:



* Ludwig van Beethoven: Leonore, Nr. 3 op. 72 – Ouvertüre.

* Eduard Tubin: Konzert für Kontrabass und Orchester.

* Richard Strauss: „Ein Heldenleben”, Tondichtung op. 40.


Italienisches Flair im Kunstverein



„Tre Pane“ heißt die CD, die der Augsburger Bassist Uli Fiedler kürzlich veröffentlicht hat hat. Mit seinen Kompagnons Josef Holzhauser (Gitarre) und Stephan Holstein (Klarinette) präsentiert Fiedler ausschließlich Eigenkompositionen. Zu den Stücken haben ihn zwei Umbrien-Aufenthalte und die italienische „Canzone“ inspiriert. Die Leidenschaft für Italien teilen die drei Musiker, die sich aus vielen anderen Formationen kennen. Es entstand ein außergewöhnlicher akustischer Sound, geprägt von Kreativität, Spiellust und Improvisation. Am morgigen Donnerstag, 23. September, um 20 Uhr, präsentiert das Trio die neue CD beim Augsburger Kunstverein im Holbeinhaus (Vorderer Lech 20). Der Ort ist nicht zufällig gewählt, denn der Kunstverein zeigt derzeit und noch bis zum kommenden Sonntag, 26. September, in der Ausstellung „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ die Arbeiten von zehn Vertretern der ganz aktuellen Kunstszene Italiens. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 10, für Schüler und Studenten 8 Euro.

Konzert am Donnerstag, 23. September, 20.00 Uhr:

Uli Fiedler Trio, feat. Stephan Holstein (Klarinette) & Josef Holzhauser (Akustikgitarre). Kunstverein Augsburg im Holbeinhaus, Vorderer Lech 20. Aktuelle Ausstellung des Kunstvereins: “Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung”. Noch bis 26. September 2010, Dienstag bis Sonntag, 11–17 Uhr.


» www.kunstverein-augsburg.de