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Bürgerbegehren Maximilianstraße klagt auf Zulassung

Am vergangenen Mittwoch haben die Vertreter des Bürgerbegehrens „Sanierung Maximilianstraße“ beim Verwaltungsgericht Augsburg Klage gegen die Ablehnung der rechtlichen Zulässigkeit ihres Begehrens eingereicht.



Dies teilte das Architekturforum Augsburg durch seinen Vorsitzenden Volker Schafitel gestern mit. Der Stadtrat hatte am 29. Juli das Bürgerbegehren als unzulässig abgelehnt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass das Bürgerbegehren zu unbestimmt sei, gegen das Koppelungsverbot verstoße, eine Vertreterin des Bürgerbegehrens nicht identifizierbar sei, die Ziele des Bürgerbegehrens in dem vorgesehenen Zeitrahmen nicht umsetzbar seien und außerdem gegen das Abwägungsgebot sowie den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verstießen.

Der aus Sicht der Stadt vorliegende Verstoß gegen das Koppelungsverbot bezog sich auf die Verquickung des Anliegens “Sanierung Maximilianstraße” mit der Forderung nach einer Sperrung der Hallstraße. Dazu heißt es in der Pressemitteilung des Architekturforums: “In dem von der Stadt in den Jahren 2002 bis 2004 selbst organisierten Mediationsverfahren des FIA (Forum Innenstadt Augsburg) und auch im städtischen Bebauungsplan 470 war und ist die Widmung der Hallstraße wichtiger Bestandteil der Sanierung der Maximilianstraße”. Immerhin verursache sie die Hauptfrequenz des Individualverkehrs mit täglich rund 8.000 Kfz. Daher müsse die Sperrung auch im Zusammenhang mit der Sanierung der Maximilianstraße behandelt werden.

» Stadtrat lehnt Bürgerbegehren Maximilianstraße als unzulässig ab

Die Fragestellung des Bürgerbegehrens



Soll der Augsburger Stadtrat unverzüglich alle Beschlüsse fassen und Auftragsvergaben tätigen, damit die Sanierung der Maximilianstraße vom Moritzplatz bis einschl. Milchberg bis Ende 2012 fertig gestellt ist, wobei diese Maßnahme die Sperrung der Hallstraße für den Durchgangsverkehr im Bereich des Holbeingymnasiums und den Betrieb einer regulären Straßenbahnlinie in der Maximilianstraße beinhalten muss?


Mode und Musik, Ästhetik und Antiästhetik

„Sounding D“ endete mit einem bemerkenswerten Konzertabend im „tim“

Von Frank Heindl

Internetseite des Textilmuseums

Internetseite des Textilmuseums


Kann es sein, dass die Achillesferse der Neuen Musik der traditionelle Konzertraum ist? Dem Gedanken war man schon am Donnerstagvormittag nachgehangen, als das Projekt „Sounding D“ neue Hör- und Klangerlebnisse mit dem D-Zug nach Augsburg brachte – und diese Erlebnisse im Zug und vor allem auf der Straße präsentierte (DAZ berichtete). Am Abend klang die Veranstaltung mit einem Konzert im Textilmuseum aus – und wieder einmal durfte man feststellen, dass der Erfolg von Ute Legners „Mehr Musik“-Konzerten nicht zum geringen Teil darauf beruht, dass die Protagonistin der Neuen Musik in Augsburg ihre Veranstaltungen weitab von den traditionellen Spielstätten konzertanter Musik inszeniert.

Schon das ganze Jahr über hatte man Neue Musik an bizarren, neuen, fremdartigen Orten hören können – aber eben nicht nur hören, sondern auch erleben: Das „tim“ war am Donnerstag nicht zum ersten Mal dran, auch das Römische Museum, das „H2“ oder der Lokschuppen im Bahnpark hatten der Musik jeweils einen keineswegs zufälligen Rahmen gegeben. Galt und gilt es doch den Beweis zu erbringen, dass Neue Musik thematisch nahe am Leben spielt, dass ihre Themen wie ihre Sounds den Puls, den Klang, den Lärm, den „Sound“ der Gegenwart suchen und wiedergeben. Dieses Konzept ging am Donnerstag einmal mehr auf.

Wobei – selbstverständlich! – die Räumlichkeit zwar eine wichtige, aber trotzdem eine Nebenrolle spielte. Beeindruckend war schon das Intro, der erste Satz des Werkes „Rondo – Versuch eines Kollektivs“ von Viktor Globokar, den das „Mehr Musik“-Ensemble unter Leitung von Iris Lichtinger auch gestisch-schauspielerisch in Szene setzte – zum Beispiel, indem die Musiker und Musikerinnen schon nach kurzer Zeit des „kollektiven“ Zusammenspiels aus einer Idylle von Vogelgezwitscher und Wohllaut auseinanderliefen und versteckt zwischen den Zuhörern/Zuschauern disharmonisch, auch still atmend oder leise intonierend verharrten. Später – und an anderem Ort im Museum – wurde der „Versuch des Kollektivs“ zum Streit, der nicht nur musikalisch, sondern auch laut schreiend ausgetragen wurde – bis zum kitschig-banalen Schluss mit „you are so beautiful to all of us“. Ob man die Komposition so programmatisch hat auffassen müssen, sei dahingestellt – stimmig war’s allemal.

Sturmwind im Flaschenwald

Eine Verbindung zur im oberen Stockwerk platzierten Ausstellung „Bayern – Italien“ stellte anschließend ein Trio aus zwei Perkussionisten und einem Laptop-Elektroniker her: „minimale popolare“ vermischte mitgeschnittene Klänge vom italienischen Strand mit Augsburger Stadtgeräuschen und selbst erzeugten, assoziationsreichen Collagen – da blies der Sturmwind durch den Flaschenwald, da zitterten die Wände von tiefen Bässen, verschmolzen Elektronik, Umwelt und Musik in unmittelbarer Gegenwart der großen Webmaschinen des Museums.

Am Weitestens weg von allem, was man gemeinhin als Musik gerade noch zu definieren traut, wagte sich das Ensemble „Tuba(x)“ – die fünf Musiker (und Handwerker!) erzeugten maschinellen Lärm, mischten ihn mit extrem basslastigen Blasinstrumenten, quälten eine E-Gitarre bis zum Äußersten. Das war ein zwischenzeitlich nahezu schmerzhafter Kontrapunkt zur in den Schaukästen ausgestellten „Schönheit“ der Mode, zur Gebrauchsästhetik der vergangenen Jahrhunderte. Und es war wohl auch lustig gemeint, wie da mit gelassener Beiläufigkeit immer größerer Blechkram in eine rotierende Betonmischmaschine geworfen wurde – eine Lärmmaschine par excellence. Erstaunlich lautstarke Ergebnisse zeitigte auch der Versuch, Öltonnen und Plastikfässer mit einem staubsaugerähnlichen “Betoninnenrüttler” zum Dröhen zu bringen. Noch konsequenter wäre es gewesen, am Schluss das Equipment mit einer Kreissäge zu zerkleinern. Man darf annehmen, dass dies nur aus Kostengründen unterblieb, muss sich aber auch fragen, ob für diese Aktion womöglich auch ein Industriemuseum noch ein zu feiner Ort ist – die location unterlegte dem Werk eine Ästhetik, die die Musiker womöglich gar nicht erzeugen, eher zerstören wollten: Hier gab es kein einziges Mal einen zählbarer Rhythmus, keine einzige erkennbare Harmonie, hier wurde der Grenzraum zwischen Musik, Klang und Geräusch atemberaubend weit aufgemacht – geradezu als wolle man Maschinenlärm per Manifest zur Musik erklären.

Film, Musik, Filmmusik

Ganz deutlich um positive Ästhetik ging es im abschließenden Stück „Heavy Machines“, dessen Musik mit Filmausschnitten aus der Geschichte der Augsburger Textilindustrie konfrontiert wurde. Im Film ging es um kleinbürgerliche Idyllen und deren Zerstörung durch industrielle Fertigungsprozesse, um Fließband- und Akkordarbeit, um die nationalsozialistischen Maifeiern in Augsburg, um Krieg, Wiederaufbau, Gewerkschaft. Das war nicht aufdringlich didaktisch, aber doch viel fürs Auge, hervorragend und kunstvoll geschnitten, effektvoll mit Zeitraffer und Loops arbeitend –aber das Ohr kam der Informationsvielfalt gelegentlich kaum hinterher. Wohl auch, weil das „Shortfilmlivemusicorchestra“ die Bilder in Zusammenarbeit mit dem „Mehr Musik“-Ensemble wie mit einer Filmmusik kongenial unterlegte und so ein einheitliches Werk entstehen ließ, in dem Bild und Ton nahtlos ineinander flossen. Da wurde mal rüde geholzt, mal elegisch geträumt, mal rhythmisch, mal zerfließend, mal mit Worten, mal mit Gesang eine Klanglandschaft geschaffen, die mit dem Film korrespondierte, ohne ihn platt nachahmen.

„Heavy Machines“ wäre der Favorit des Abends gewesen, musikalisch atemberaubend, vielfältig, überraschend – hätte nicht vorher schon „Tuba(x)“ mit kompromissloser Antiästhetik ebenso Punkte gemacht. So blieben zwei Glanzleistungen, die, obwohl beide dem Genre der Neuen Musik zuzurechnen, gegensätzlicher kaum hätten sein können.



Fugger, Mozart, Gitarre

„Silent Mountain“ – Konzert im Mozarthaus

Mozarthaus in der Frauentorstraße 30 - Foto: Regio Augsburg

Mozarthaus in der Frauentorstraße 30 - Foto: Regio Augsburg


Fast zwei Jahrhunderte lang kreuzten sich die Wege der Fugger und der Mozarts in Augsburg. Der erste Augsburger Mozart arbeitete in der Fuggerei und auch dessen Sohn Hans Georg wurde von den Fuggern mit Arbeiten an den Augsburger Fuggerhäusern beauftragt. In der Fuggerei erinnert eine Gedenktafel daran, dass der Maurermeister Franz Mozart seit 1681 in der Sozialsiedlung wohnte. Und auch Leopold Mozart hatte mit den Fuggern zu tun – er erhielt seine Schulausbildung im Jesuitenkolleg, das 1579 von der Familie Fugger gestiftet wurde.

Gute Gründe also, die Verbindung der Fugger mit der Musik in einer Konzertreihe zu beleuchten – und dies im Augsburger Mozarthaus zu tun. Die Konzertreihe „Die Fugger und die Musik“ will mit Musik von der Antike über die Renaissance und Klassik bis hin zu zeitgenössischen Klängen an das große Mäzenatentum Fugger erinnern. Am Freitag, den 24.09.2010 um 21.00 Uhr spielt unter dem Titel „Silent Mountain“ der Gitarrist Stefan Barcsay zum Beispiel die Werke „Viaje a la Semilla“ von Leo Brouwer, die „Blackwattle Caprices“ von Ross Edwards (beides zeitgenössische Komponisten) oder „Lagrima“ von Francisco Tarrega (19. Jahrhundert).

Barcsay hat an der Hochschule der Künste in Berlin studiert und zahlreiche Meisterkurse besucht. Er lehrte an verschiedenen Musikschulen – auch an der Uni Augsburg – und ist Lehrer an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach. Sowohl solistisch als auch in kammermusikalischer Besetzung musiziert der Gitarrist im In- und Ausland. Das Nachtkonzert im Mozarthaus beginnt um 21.00 Uhr. Anschließend steht der idyllische Garten für die Besucher offen. Der Eintritt beträgt 9 €, ermäßigt kostet das Konzert 7 €. Karten sind in der Tourist-Information am Rathausplatz erhältlich.

Weitere Infos erteilt die Regio Augsburg Tourismus GmbH unter Telefon 0821/50207-0 und im Internet unter augsburg-tourismus.de.



FCA vs. 1860 München: Vorverkauf beginnt heute



Wenn am 26. September in der ausverkauften impuls arena im Augsburger Süden der Schlusspfiff des 6. Spieltages ertönt, hat der FC Augsburg die erste Englische Woche der Zweiten Fußballliga hinter sich – und die erste Nagelprobe hinsichtlich seiner Aufstiegsambitionen. Sollten die drei Partien am kommenden Sonntag zu Hause gegen den VfL Osnabrück, am Mittwochabend in Duisburg gegen die Zebras und am Sonntag, 26. Dezember in der impuls arena gegen die Münchner Löwen erfolgreich beendet werden, dann darf nicht nur FCA-Präsident Seinsch die Tabelle als Weissagung träumen. Sie stünde dann als ein Versprechen im Raum der Träume, als Orakel eines Aufbruchs aller Bewohner dieser Stadt. Als Beginn einer langen Reise an einen magischen Ort, wohin sich viele sehnen und noch nie eine Augsburger Mannschaft war: Bundesliga.

Der offene Vorverkauf für das Heimspiel gegen 1860 München beginnt heute im FCA-Cafe in der Bahnhofstraße 7, in der FCA-Geschäftsstelle sowie im AZ-Kartenservice in der Maximilianstraße 3 und in der Stadtzeitung-Geschäftsstelle in der Konrad-Adenauer-Allee 11. Laut einer Pressemitteilung des FCA sollen nach der exklusiven Vorverkaufsphase für Dauerkartenbesitzer und Mitglieder im freien Verkauf nur noch „wenige tausend Tickets“ erhältlich sein.