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Attraktivität und Mobilität

Im der im vierten Stock des Rathauses gelegenen Stadtakademie wurde gestern die Kampagne “Projekt Augsburg City” der Stadt und der Stadtwerke vorgestellt. Die atemraubende Sicht über die Dächer stand symbolisch für einen neuen gesamtheitlichen Blick auf Augsburg.

Plakat vor der City-Galerie

Plakat vor der City-Galerie


Schon seit Tagen rätselt Augsburg über die an vier Plätzen stehenden großformatigen Plakate. Der überall gleiche Schlüsselsatz “Ohne Tunnel geht das. Fangen wir an” vermittelt den Eindruck einer Kampagne gegen das Bürgerbegehren “Tunnel statt Chaos”, das eine Unterfahrung des Königsplatzes für den Autoverkehr fordert. Das wäre aber zu kurz gegriffen, wie OB Kurt Gribl gestern erläuterte. Die Plakate gehören zur Kampagne “Projekt Augsburg City”, deren Internetplattform projekt-augsburg-city.de gestern freigeschaltet wurde. Die Befassung mit dem Tunnel sei nur ein kleiner Teilaspekt der Kampagne.

Die Plattform biete wesentlich mehr, nämlich eine Zusammenschau der aktuellen städtebaulichen und verkehrlichen Projekte in Augsburg, die alle in Wechselwirkung zueinander stünden, so Gribl. Darunter sind neben den Schlüsselprojekten Königsplatz und Hauptbahnhof auch die Neugestaltung der Fußgängerzone und der Maximilianstraße, die Neugestaltung des Elias-Holl-Platzes und viele andere Vorhaben bis hin zum Umbau der Stadtmetzg. Intention der Plattform sei nicht das Abbrennen von Feuerwerken im Sinn von “gestern entschieden, heute verkündet, morgen vergessen”, sondern das Fassbarmachen von Visionen, langfristigen Gestaltungen und ganzheitlichen Planungsansätzen. “Mit ‘Projekt Augsburg City’ soll den Menschen dieser Überblick gegeben werden”, so Gribl. Planungsprozesse auf diese Weise nachvollziehbar zu machen sei möglicherweise “einzigartig im Bundesgebiet”.

Mit der Plattform möchte der OB bei Bedarf aber auch “Klartext vermitteln”. Falsche Informationen in die Stadt zu transportieren solle “künftig nicht mehr möglich sein”. Zum Thema Tunnel am Kö sei klar zu sagen, dass ein Votum für den Tunnel das Ende des Bahnhofs-Umbaues bedeute: “Das müssen die Menschen wissen”, so Gribl energisch.

“Einmalige Chance, aktiv über die Stadtentwicklung zu informieren”

Wie der OB zeigte sich auch Baureferent Gerd Merkle gestern begeistert über die neuen Möglichkeiten des frisch freigeschalteten Internetauftritts. Mit den bisherigen Informationsveranstaltungen zum Ideenwettbewerb und zum Kö seien vielleicht eintausend Menschen erreicht worden. Die Plattform biete jetzt die “einmalige Chance”, die anderen 271.000 Augsburger “via Internet aktiv über die Stadtentwicklung zu informieren”, auch über die gesetzlichen Anforderungen hinaus.

Multimedial: Virtuelle Video-Tour mit Baureferent Gerd Merkle

Realisiert wurde die Kampagne Projekt Augsburg City von der Agentur “team m&m”, mit der die Stadtwerke schon seit 2002 vertraglich zusammenarbeiten. Die Kosten von 120.000 Euro – die Agenturleistungen machen nur einen Bruchteil davon aus – werden zwischen Stadt und Stadtwerken geteilt. Auf Nachfrage betonte OB Kurt Gribl gestern die politische Neutralität der Plattform. Künftige neue Inhalte sollen vom Medien- und Kommunikationsamt der Stadt eingepflegt werden.

» projekt-augsburg-city.de