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Mehr Power für Mozart

Thomas Weitzel will die Mozartgesellschaft in eine aktivere Zukunft führen

Von Frank Heindl

Thomas Weitzel, Leiter des Augsburger Kulturamtes, ist am vergangenen Wochenende zum Präsidenten der Deutschen Mozartgesellschaft (DMG) gewählt worden. Für die Mozartgesellschaft ist der Wechsel im Präsidium keine Formalie: Weitzel plant Korrekturen im Auftreten und der Ausrichtung der Organisation – mit Konsequenzen auch für die Präsentation Augsburgs als Mozartstadt.



„Mit dem jährlich stattfindenden Mozartfestival hat Thomas Weitzel Augsburg als die Deutsche Mozartstadt im Bewusstsein einer breiten, auch überregionalen Öffentlichkeit verankert. Als Präsident der DMG kann er diese Profilbildung noch intensiver fördern und begleiten“, freut sich Kulturreferent Peter Grab in einer Pressemitteilung zum Thema. In der Tat kommt der neue „Job“ für Weitzel nicht zufällig, sondern ist auch das Resultat strategischer Überlegungen in der Stadtspitze, die darauf abzielen, die Mozartaktivitäten in Augsburg zu bündeln, deren Qualität auf hohem Niveau zu sichern und durch die Nutzung von Synergien stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Es habe die Gefahr bestanden, so Thomas Weitzel zur DAZ, dass die Mozartgesellschaft – sie residiert im Augsburger Mozarthaus in der Frauentorstraße – ins sächsische Chemnitz abwandere. Das Hauptproblem aber sei, dass die Gesellschaft nicht professionell gemanagt worden sei. Weitzel will zunächst vor allem den Kontakt zu den Mitgliedern intensivieren – die DMG besteht aus 17 regionalen Mozartvereinigungen – und auf diese Weise Synergieeffekte erzeugen. So sollen Konzertprogramme und dramaturgische Konzepte entstehen, die auch nach außen deutlich machen, „wo der Mehrwert dieser Organisation liegt.“ Weitzel sieht diesen Mehrwert zum Einen in den „Acta Mozartiana“, einer von der DMG herausgegebenen, zweimal jährlich erscheinenden Fachzeitschrift, in deren Beiträgen sich, so Weitzel, die „Crème de la crème“ der Mozartforschung treffe: „Darum beneidet uns sogar das Mozarteum in Salzburg.“ Doch neben der Erhaltung dieses wissenschaftlichen Forums gelte es zum Andern, für die Konzertprogramme „einen gewissen Qualitätsstandard durchzusetzen“ und ideenreicher mit dem „Schatz“ Mozart umzugehen.

Die Mozartgesellschaft als Mozart-Koordinator

Beides sieht Weitzel derzeit nicht in allen Bereichen gegeben. So sei es beispielsweise versäumt worden, aus dem zu Ende gehenden Mahler-Jahr 2010 Kapital zu schlagen: „Es hat keine Versuche gegeben, zum Thema Mozart und Mahler etwa ein Symposium oder eine Tagung zu machen.“ Eine neue Chance, die Mozartgesellschaft deutlich zu profilieren, sieht er aber schon 2012, wenn sich der Todestag von Leopold Mozart zum 225. Mal jährt. Dann, so Weitzel, „sollten wir nicht nur einfach ein paar Konzerte machen, sondern auch ein wissenschaftlich abgesichertes, in die Zukunft blickendes Programm.“ Und zwar mit der Mozartgesellschaft als Koordinator: Es gebe in Augsburg eine Vielzahl an Akteuren, die sich um Mozart kümmern, und die des Öfteren aneinander vorbei arbeiten: „Wir müssen in Zukunft Programmdoppelungen vermeiden und das Thema auch strategisch sehen.“ So gelte es beispielsweise die Frage zu klären, wie viele Kammerkonzerte die Stadt vertrage und ob das Publikum vielleicht mit noch mehr Interesse reagiere, wenn die Veranstalter nach einem gemeinsamen Konzept arbeiten. „Das müsste auch in Augsburg aus einem Guss sein, so wie das in Salzburg schon seit Jahrzehnten der Fall ist.“

Dies sei auch der Wunsch von OB Kurt Gribl gewesen, der Weitzels Kandidatur fürs Präsidium unterstützt habe. Die Stadtspitze wolle in Zusammenarbeit mit der Regio die „Dachmarke“ Mozart stärken und national – „wenn nicht sogar international“ – bekannter machen. Das soll sich auch für den Tourismus auszahlen – „das ist natürlich auch eine Marketinggeschichte“ – es werde aber auf keinen Fall darum gehen, Programme gleichzuschalten: „Hier ist die Vielfalt an sich schon eine Qualität!“

Der Pferdefuß ist das liebe Geld

Der „Pferdefuß“ des Ganzen, so Weitzel, sei wie so oft das Budget: „Es gibt keinen Etat, um die derzeitigen Aktivitäten zu verstärken.“ Deshalb müsse zunächst der Stellenwert von Mozart als Dachmarke geklärt werden. Augsburg mache auch mit anderen Marken von sich reden: „Wir haben die Popkultur, die Neue Musik, die Brechtstadt, die Friedensstadt, die Mozartstadt.“ Wo Mozart in diesem Konzept zu positionieren ist, wird in den nächsten Jahren deutlicher geklärt werden müssen. Weitzel hatte auch schon in der Vergangenheit vor dem Kulturausschuss deutlich gemacht, dass er für die städtischen Mozartaktivitäten Planungssicherheit und damit einen verlässlichen Etat braucht. Ein Verdrängungswettbewerb mit den anderen städtischen „Dachmarken“ ist zwar nicht zu erwarten, wohl aber, dass um Gewichtung und Budgets gestritten werden muss.

Weitzel sieht sich selbst als Übergangspräsident, der den Wechsel der Mozartgesellschaft und der Stadt zu einem aktiveren Umgang mit Mozarts Erbe vollziehen wolle. Wenn das gelinge – „es kann auch scheitern!“ – dann könne diese Arbeit irgendwann nicht mehr der Kulturamtsleiter nebenbei bewältigen. Doch auch solch große Ziele müssen in kleinen Etappen angegangen werden. In der ersten Vorstandssitzung mit neuem Präsidium möchte Weizel zunächst einmal in die Zukunftsplanung einsteigen: „Man wird kurzfristige, mittelfristige und langfristige Ziele vereinbaren. Und dann sehen wir weiter.“

» Kommentar: Mozart gegen Brecht und Neue Musik?



Mozart gegen Brecht und Neue Musik?

Ein Kommentar von Frank Heindl

Die Deutsche Mozartgesellschaft ist sicherlich für die Entscheidung zu beglückwünschen, den dynamischen und ideenreichen Augsburger Kulturamtsleiter Thomas Weitzel zu ihrem neuen Präsidenten gewählt zu haben. In den vergangenen Jahren hatten ihre Aktivitäten zu sehr „Hinterzimmercharakter“ angenommen – die Öffentlichkeit ahnte kaum, was im Mozarthaus an der Frauentorstraße eigentlich vor sich geht. Thomas Weitzel wird das ändern, und es wird kein Schaden für die Stadt und keiner für die Mozartgesellschaft sein.

Beflügelnd für die Stadt könnte auch ein anderer Aspekt der Präsidiumswahl werden: Weitzel ist bekannt als Kämpfer für Mozart. Er will eine deutliche Positionierung Augsburgs als Mozartstadt, hat Ideen und Konzepte dafür parat, will den Musikpädagogen Leopold Mozart stärker ins Rampenlicht stellen. Und er hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass eine aktive Mozartpolitik Geld kostet und Verlässlichkeit braucht. Gute Orchester zum Beispiel muss man frühzeitig buchen – da kann man nicht auf die aktuelle Etatdebatte warten.

Deshalb wird es in der nächsten Zeit und in den nächsten Jahren, sollte Augsburgs Kulturetat nicht durch irgendein Wunder deutlich wachsen, unvermeidbar auch unter den „Dachmarken“ zu Verteilungskämpfen kommen. Die Wettbewerber haben sich längst in Stellung gebracht: Weitzel leitet geschickt vom Kulturamt aus seine Mozart-Aktivitäten; Timo Köster vertritt aktiv und sehr erfolgreich die Dachmarke Friedensstadt; Richard Goerlich kann mit seinem Büro für Popkultur Imagegewinne verbuchen und hat sich erst kürzlich erfolgreich in die programmatische Gestaltung des zukünftigen „Modularge“-Festivals eingeklinkt; Ute Legners „Mehr Musik“-Projekt hat mehr Publikum gewonnen, als man zu träumen wagte, und verfügt über eine starke Bastion in der engen Zusammenarbeit mit dem Stadttheater; Joachim Lang schließlich bereitet mit Verve das nächste Brechtfestival vor, nachdem schon sein erstes mit gutem Publikumserfolg über die Bühne ging.

Ob Augsburg sich so viele „Dachmarken“ leisten und diese erfolgreich vermarkten kann, ob der Kulturetat das auf Dauer hergibt und ob das Publikum mitzieht, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Thomas Weitzel hat sich im Wettbewerb der Dachmarken erneut deutlich ins Gespräch gebracht – und dieser Wettbewerb dürfte für Augsburg kein Schaden sein. Mozart, Brecht, Neue Musik, Pop und Frieden werden hoffentlich nicht gegeneinander, sondern für ihre Adressaten ins Feld ziehen. Dann werden sich diejenigen Programme durchsetzen, die mit den besseren Konzepten die besseren künstlerischen Leistungen erbringen und die größere Außenwirkung erzielen. Der Wettbewerb sollte also nicht nur ums Budget gehen, sondern auch um uns, das Publikum.

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Stuttgart 21: Gruß und Ruck greifen Grüne an

Augsburgs CSU-Chef und Bundestagsabgeordneter Christian Ruck verurteilte gestern per Brief an die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, den Widerstand der Grünen gegen das Großprojekt Stuttgart 21. Augsburgs FDP-Chefin und Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß blies im Rahmen eines Gespräches mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bahn Rüdiger Grube ins gleiche Horn und unterstellte den Grünen in dieser Angelegenheit „Populismus“. Die Grünen bekämpfen das 3 Milliarden Euro teure Großprojekt in der Kommune, im Land wie im Bund und bekommen dafür offensichtlich hohen Zuspruch von der Wählerschaft. In Wahlumfragen liegen die Grünen derzeit bei 24 Prozent.

Miriam Gruß: "Mit ihrem jetzigen Vorgehen setzen die Grünen die Zukunft unserer Region aufs Spiel"

Miriam Gruß: "Mit ihrem jetzigen Vorgehen setzen die Grünen die Zukunft unserer Region aufs Spiel"


„Die von den Grünen betriebene Kampagne gegen dieses wichtige Infrastrukturprojekt für Süddeutschland ist Populismus. Es war über ein Jahrzehnt Zeit, sich konstruktiv in die politische Debatte einzubringen. Mit ihrem jetzigen Vorgehen negieren die Grünen die verkehrlichen und städtebaulichen Notwendigkeiten und setzen die Zukunft unserer Region aufs Spiel“, so die bayerische Frontfrau der FDP, Miriam Gruß über das No-Go der Grünen zu Stuttgart 21. Christian Ruck betrachtet den Widerstand der Grünen gegen Stuttgart 21 „mit Unverständnis und Empörung“, wie es in einer gestrigen Pressemitteilung des Augsburger CSU-Chefs heißt. „Ich bitte Sie, zum Wohl der Stadt Augsburg dieses Vorgehen zu verhindern. Ein Stopp von Stuttgart 21 hätte katastrophale Folgen insbesondere für die Region Augsburg. Eine der wirtschaftlich stärksten Regionen des Landes darf vom europäischen Schnellverkehr nicht abgehängt werden“, so Ruck an die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth. Laut Ruck würde ein Verzicht auf die Schnellstrecke Stuttgart-Ulm der großräumige Verkehr im Korridor Rhein/Ruhr beziehungsweise Rhein/Main in Richtung München auf die dann deutlich schnellere Strecke Frankfurt-Nürnberg-Ingolstadt-München verlagert werden.

„Eine solche Entwicklung wäre fatal für Augsburg“

Augsburg nicht aufs Abstellgleis stellen: Christian Ruck

Augsburg nicht aufs Abstellgleis stellen: Christian Ruck


„Eine solche Entwicklung wäre zwangsläufig – und absolut fatal für Augsburg und die Region“, so Ruck, der keinerlei Planungsalternative sieht, die eine Neubaustrecke Stuttgart-Ulm ohne das Projekt Stuttgart 21 ermöglichen könnte. Eine Kombination Neubaustrecke und Kopfbahnhof in Stuttgart würde, so Ruck, eine neue Einfädelung der Schnellstrecke in Stuttgart voraussetzen. Bis für eine solche Lösung die planerischen und baurechtlichen Voraussetzungen bestünden, würden mindestens 10 Jahre vergehen. Der Vorschlag, die Schnellstrecke von Ulm bis Wendlingen zu bauen und dort in die alte Strecke einzufädeln, sei wirtschaftlich nicht haltbar, da so der vorher erzielte Zeitgewinn wieder verloren ginge, so Ruck. Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm seien ein „untrennbares Gesamtprojekt“. „Ich appelliere an Ihr Verantwortungsgefühl: Stellen sie Augsburg nicht aufs Abstellgleis!“, so Ruck, dessen Appell an Roth somit in der Debatte die Augsburger Befindlichkeit, in den ureigenen verkehrlichen Interessen in der Vergangenheit zu kurz gekommen zu sein, ins Feld führt.



Den neuen Kö: Jetzt!

Für Augsburgs Zukunft.




Wir bleiben dabei: Jetzt!

Ob 2007 oder 2010, der Standpunkt von PRO AUGSBURG hat sich nicht geändert: Wir brauchen den besten Königsplatz, und vor allem brauchen wir ihn jetzt! Dazu stehen die Fraktion, der Vorstand und auch die Mitglieder von PRO AUGSBURG.

Das ist der Bürgerwille!

Diese aktuelle Königsplatzplanung im Bebauungsplan 500 ist das Ergebnis eines von Bürgern gewollten Planungswettbewerbs. Mit dem Siegerentwurf wurde aus einer Vielzahl von hervorragenden Lösungen die Beste herausgesucht. Die Beste nicht nur für den ÖPNV, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger zu Fuß, auf dem Rad und im Auto. Weit über 10.000 Augsburger begrüßten die Entwürfe begeistert in der Toscanischen Säulenhalle!

Wünsche wurden erfüllt!

Die Bürgerinnen und Bürger hatten Wünsche und Anforderungen an den neuen Königsplatz, die dieser nun umfassend erfüllt:

  • Zweckmäßige moderne Architektur, größer und bequemer als zuvor, mit Servicecenter und modernen Toilettenanlagen!
  • Attraktive Radwege in alle Richtungen und den direkten Durchgang zum Hauptbahnhof!
  • Sicherheit für 110.000 Kinder und Erwachsene täglich, die sich nun nicht mehr gegen Straßenbahn und Autoverkehr durchsetzen müssen.
  • Kein weitläufiger Einbahnstraßencorso mehr, sondern der zeit- und energiesparende, direkte Zugang zu allen Parkhäusern und Geschäften!
  • Durchgängige Barrierefreiheit im Haltestellenbereich, zur Fußgängerzone und im neu gestalteten Königsplatzpark!

Jetzt Handeln!

Kein Verzögern mehr, kein Lamentieren, kein Schlecht-Reden mehr. Finger weg von schlechten Ideen. Den neuen Kö: Jetzt! Für Augsburgs Zukunft.






Beate Schabert-Zeidler

Fraktionsvorsitzende,

PRO AUGSBURG


Nico F. Kummer

1. Vorsitzender,

PRO AUGSBURG e.V.



Tunnel oder Bahnhof – das ist hier die Frage

Ein Tunnel am Kö würde den Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs scheitern lassen. Auf diese kurze Formel reduzierte gestern Stadtwerkechef Norbert Walter die Situation um den bevorstehenden Bürgerentscheid zu einem Straßentunnel unter dem Königsplatz.

Terminszenario Tunnel: der Bahnhof wird erst nach Auslaufen der GVFG-Förderung fertig (zum Vergrößern anklicken)

Terminszenario Tunnel: Der Bahnhof würde erst nach Auslaufen der GVFG-Förderung fertig


Nur vordergründig geht es am 21. November, dem voraussichtlichen Termin des Bürgerentscheids, um ein Ja oder Nein zur Untertunnelung des Augsburger Königsplatzes. Tatsächlich steht viel mehr auf dem Spiel: der Umbau des Hauptbahnhofs im Rahmen des Gesamtprojekts Mobilitätsdrehscheibe, zu dem auch die Linien 1, 5 und 6 und der Umbau der Königsplatzes gehören. Stadtwerkechef Norbert Walter erläuterte gestern nochmals für die Medien die Zusammenhänge.

Die Mobilitätsdrehscheibe sei ein ganzheitliches Projekt, so Walter. Ohne Baurecht am Kö – das man für die Verwaltungsplanung jetzt hätte haben können – gebe es keine Möglichkeit, für den Hauptbahnhof einen Finanzierungsantrag zu stellen und das Planfeststellungsverfahren abzuschließen. Damit würden alle Verzögerungen durch einen Tunnel am Kö – die Fachleute der Stadtwerke schätzen diese auf zweieinhalb Jahre – die Fertigstellung des Hauptbahnhofes Eins zu Eins nach hinten schieben, im günstigsten Fall bis Mitte 2021.

„Es wird nicht besser, wenn man ein Projekt zwei Jahre aussetzt“

Zu weit nach hinten für die Stadtwerke, denn Ende 2019 läuft das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aus, über das 83 Prozent Bundes- und Landeszuschüsse in das Verkehrsprojekt fließen. Alles, was nach 2019 gebaut würde, müssten die Stadtwerke selbst finanzieren. Hinzu kämen Preissteigerungen in noch nicht absehbarer Höhe. „Es wird nicht besser, wenn man ein Projekt dieser Komplexität zwei Jahre aussetzt“, so Walter zur Kostensituation. Allein die Verzögerung durch den ersten Kö-Bürgerentscheid im Jahr 2007 habe die Schätzkosten für den Hauptbahnhof – derzeit 98,5 Mio. Euro – um knapp 10 Mio. ansteigen lassen.

Finanzierungsrisiko zu groß

Ohne eine Gesamtzahl für die Mehrkosten zu nennen, sprach Norbert Walter von letztlich „nicht mehr beherrschbaren Risiken“ für den Stadtwerke-Konzern. Der Tunnel sei der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe: „Gerade das Projekt Hauptbahnhof, das 80 bis 90 Prozent Zustimmung bei den Bürgern hat, würde in fataler Weise durch den Tunnel zu Fall gebracht“. Damit diese Botschaft „mit einbezogen wird bei der Gesamtentscheidung am 21. November“, kündigte der Stadtwerkechef an, in den nächsten Wochen verstärkt an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Entscheidung zur Zulässigkeit des Tunnel-Bürgerbegehrens und zum Termin für einen Bürgerentscheid trifft der Stadtrat am morgigen Donnerstag. Die öffentliche Sitzung beginnt um 14.45 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Der Tunnel ist erster Punkt auf der Tagesordnung.

» Terminszenarien Mobilitätsdrehscheibe mit und ohne Tunnel (jpg 381 kB)

» Projekt Augsburg City



Schwierige Entscheidungen in Lagos

Lesung in der Stadtbücherei



Am kommenden Dienstag, 5. Oktober, liest die in Nigeria geborene Autorin Sefi Atta in der Augsburger Stadtbücherei liest aus ihrem Buch „It’s my turn!“ Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin, Atta, 1964 in Lagos, Nigeria, geboren, lebt inzwischen in Mississippi, wo sie an der State University unterrichtet. Im Rahmen einer Lesereise stellt sie ihr neues Buch vor, das im September zeitgleich in den USA und in Deutschland (Peter Hammer Verlag) erscheint.

„Zärtlich und wild, lebendig und unvergesslich – ein mutiger, eigenwilliger Roman einer Autorin, deren Integrität unbestechlich ist“ – so das Urteil eines Kritikers. Attas Roman gibt einen tiefen Einblick in die chaotisch-wilde Hauptstadt Lagos – Schauplatz der Geschichte zweier Freundinnen, die sich in einer Notlage befinden, die schwierige Entscheidungen erfordert. Trotz vieler erschreckender Ereignisse ist das Buch ein Lesevergnügen: Die knappe, aber treffende Sprache der Ich-Erzählerin, die witzig-intelligenten Dialoge geben der Geschichte Tempo und Leichtigkeit. Die Lesung findet in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt – anschließend steht die Autorin für ein Gespräch zur Verfügung.

Dienstag, 5.10.2010, 19.30 Uhr

Neue Stadtbücherei, Augsburg

(Veranstaltungsraum)

Eintritt: 10.-, ermäßigt 8.- Euro

Vorverkauf:

Weltladen Augsburg, Weiße Gasse 3

Neue Stadtbücherei, Ernst-Reuter-Platz

Buchhandlung am Obstmarkt



Balladen zum Weinen – vor Lachen

Noch wenige freie Plätze bei den „Küchenschaben“

Unerfüllte Liebe, geraubte Unschuld, gebrochene Herzen – um solche eher altertümlich-altbackenen Themen geht es bei den „Augsburger Küchenschaben“. Die drei Damen singen voller Inbrunst vorgestrige Lieder, und im Publikum bleibt des Öfteren die Frage unbeantwortet, ob die das nun ernst meinen oder sich nur das Grinsen verkneifen. Sicher ist allerdings, dass bei den Auftritten der „Schaben“ regelmäßig die Lachtränen fließen – was vor hundert Jahren per Moritat und Ballade dem „schwachen Geschlecht“ zur Belehrung vorgesungen wurde, ist heutzutage oftmals nur noch mit Kopfschütteln und rhythmischer Bewegung der Lachmuskeln zu ertragen. Bekannt ist eine der drei Künstlerinnen in Augsburg übrigens weniger als Komödiantin, denn als Politikerin: Rose-Marie Kranzfelder-Poth ist die derzeit einzige Vertreterin der FDP im Augsburger Stadtrat und erhebt im Kulturausschuss nicht selten ihre Stimme. Allerdings kaum so anmutig-innig wie im Chor mit ihren „Mitschaben“ Ursula Peter und Ute Schmid-Holzmann. Wer die Küchenschaben live erleben will, muss sich beeilen: Für ihren Auftritt am kommenden Montag, den 4. Oktober, im Rahmen des Augsburger Kabarett-Herbstes in der Kresslesmühle gibt es nur noch wenige Restkarten zum Preis von 15 Euro.



Salon-Literatur



Zum ersten Mal nach der Sommerpause gibt es am heutigen Mittwoch im Foyer des Stadttheaters wieder den gemeinsam vom Theater und dem Literaturteam Augsburg veranstalteten Literarischen Salon. Ab 20 Uhr diskutieren Kevin John Edusei (1. Kapellmeister am Theater Augsburg), Christiane Hempel vom LiteraturTeam und Michael Schreiner (Leiter des Kulturteils der Augsburger Allgemeinen) über aktuelle Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt. Folgende Bücher werden vorgestellt:

* Martin Suter: Der Koch

* Richard Price: CASH

* Paul Auster: Unsichtbar


Daniela Nering vom S’ensemble Theater moderiert die Veranstaltung im Foyer. Der Eintritt kostet 5 Euro.



Atomkraftwerke abschalten!

Die KettenReaktion Bayern ruft auf zur Aktions- und Menschenkette mit Abschlussfest am Samstag, den 9. Oktober ab 13.00 Uhr in München

Für Atomausstieg! Für Klimaschutz! Für die Energiewende!



Der Konflikt um den Atomausstieg spitzt sich zu. Die Mehrheit der Bevölkerung und der Bundesländer sind gegen die Verlängerung des risikoreichen Atombetriebs. Die rückwärtsgewandten Regierungen in Bayern und im Bund halten kurzsichtig und rein profitorientiert an der Dinosauriertechnologie fest. In diesem Herbst will die schwarz-gelbe Koalition die Laufzeitverlängerung durchboxen. Die KettenReaktion Bayern hält dagegen! Wir haben jetzt die Chance, die Atomkraft endgültig aufs Abstellgleis zu setzen.

München ist die Hauptstadt der Atomlobby. Hier sitzen die Zentralen von E.ON-Energie, Siemens und der CSU, hier wollen wir ein klares Zeichen setzen:

Schluss mit Unfallrisiko, Atommüllproduktion und Blockade der Erneuerbaren Energien.

Für Atomausstieg! Für Klimaschutz! Für die Energiewende! Wir lassen uns nichts vormachen:

Die Alternativen sind längst da, man muss sie nur einsetzen. Seit Jahren produzieren wir mehr Strom, als wir verbrauchen. Wir können sofort auf die älteren Atomreaktoren verzichten und in wenigen Jahren den Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien vollziehen. Die Zukunft ist erneuerbar – im Dreiklang von Erneuerbaren Energien, Energiesparen und Energieeffizienz.

Ablauf

Um 13 h startet an den drei Sammelpunkten Königsplatz, Prinzregentenplatz und Staatskanzlei das Begleitprogramm. Kabarettisten und Bands werden für die Einstimmung der Demonstranten sorgen. Ab etwa 14 h beginnt die Verteilung auf die Strecke, gegen 15 h wird die Menschenkette für etwa 10 bis 15 min geschlossen. Nach Auflösung der Kette begeben sich die Kettenglieder zum Wittelsbacherplatz, dort beginnt um 16 h die Abschlusskundgebung mit zahlreichen bekannten Bands.



DJK Augsburg Hochzoll: „Projekt Deutsche Meisterschaft“ nimmt Fahrt auf

In Augsburg gibt es zum ersten Mal in der langen Geschichte der Stadt drei Profiteams in drei verschiedenen Sportarten: Die Kicker des FCA, die Kufencracks des AEV und seit wenigen Wochen die Volleyball-Frauen des DJK Augsburg Hochzoll.

Veronika Vlaskova: Matchwinnerin in Dresden

Veronika Vlaskova: Matchwinnerin in Dresden


Schalal Habib, ein Immobilienentwickler aus dem Bodenseeraum, hat sich vorgenommen, die Deutsche Meisterschaft nach Augsburg zu holen. „Dazu braucht man nur Geld“, sagte einst Dietmar Hopp auf die Frage, ob er mit Hoffenheim auch mal Deutscher Meister werden wolle. Der SAP-Milliardär wollte damit sagen, dass es für ihn mehr auf eine stabile Struktur um das Mutterschiff ankomme als auf dessen Tabellenplatz. Habib ist für Augsburg, auf Volleyballverhältnisse umgerechnet, vergleichbar mit Hopp und Hoffenheim. Der Geschäftsführer der Hochzoller Volleyballerinnen, Helmut Unverdorben, stellte den Kontakt her und nach Habibs Entschluss, richtig viel Geld in die Hand zu nehmen, begann man im Frühsommer dieses Jahres ein Top-Team zu schmieden. Der bisherige DJK-Geschäftsführer Christian Sedlak, nun hauptamtlicher Manager des Profiteams, stellte zusammen mit seinem sportlichen Berater Josef Wolf eine Spitzenmannschaft zusammen, die – darin sind sich alle Experten einig – keine Probleme hätte, sich im Mittelfeld der Ersten Liga zu halten, weshalb die Augsburger in der Zweiten Liga Süd als haushoher Aufstiegsfavorit gehandelt werden. Für die Zweitliga-Volleyballfrauen der DJK ist der Aufstieg in die Erste Liga in dieser Saison Pflicht.

Überragende Spielerin: Veronika Vlaskova

Zwei Spiele, zwei Siege, so lautet die bisherige Bilanz der DJK in der Zweiten Liga. Am vergangenen Samstag konnten sich die Augsburger gegen den VCO Dresden mit 3:1 behaupten. In einer Partie auf Augenhöhe setzte sich am Ende die größere Routine auf Seiten der Profispielerinnen aus Augsburg mit 25:21; 20:25; 25:21; 25:20 durch. Überragende Spielerin war dabei die tschechische Nationalspielerin Veronika Vlaskova, die im letzten Satz beinahe jeden Ball verwertete und somit das Match entschied. Dass auch im Volleyball nicht alles auf Knopfdruck geht, unterstrich Manager Sedlak. „Deutliche Fortschritte gegenüber der ersten Partie, aber beim Zuspiel am Netz sowie an der Ballannahme muss in den kommenden Wochen noch gearbeitet werden“. Nach zwei siegreichen Auswärtsspielen präsentiert sich das neue Augsburger Dream-Team am kommenden Samstag, 2. Oktober um 19.00 Uhr in der Zwölf-Apostel-Halle zum ersten Mal dem Augsburger Publikum.