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Bewertung

Würdigung der Arbeit durch das Preisgericht

Das verkehrsplanerische und städtebauliche Konzept ist von einer hohen Sorgfalt und Kreativität geprägt. Für die zentralen Bereiche Stadttheater / Königsplatz / Theodor-Heuss-Platz und Bahnhof – Königsplatz werden detaillierte räumliche Konzepte entwickelt, die mit Respekt auf die gegebenen Verhältnisse eingehen, aber auch versprechen, eine neue Großzügigkeit in der Innenstadt von Augsburg einzubringen. Die Randbereiche des Planungsbereiches werden eher summarisch behandelt, vor dem Hintergrund, dass hier noch sehr viel Unsicherheit besteht.

Zentrale Elemente des Entwurfes sind der „Augsburg Boulevard“ und die Achse „Bahnhof - Königsplatz“. Für die Fuggerstraße wird ein attraktiver Begegnungsraum vorgeschlagen, der vor allem die östliche Seite mit der Abendsonne und den Zugängen zur Altstadt und dem Markt aufwertet. Am Königsplatz wird die Verknüpfung von Bahnhofstraße, Platzraum und Altstadt auf eine selbstverständliche Art und Weise inszeniert. Mit kleinen unmissverständlichen Elementen wird auf die Übergänge aufmerksam gemacht. Die neue Verkehrsführung in der Konrad-Adenauer-Allee wertet den Grünzug auf. Die Bahnhofstraße mit einem neuen Transportsystem (Citytram) zu bestücken, scheint nicht notwendig zu sein. Sie ist bereits ein sehr urbaner Stadtraum.

Für den Bahnhofsplatz wird ein großzügiges Konzept vorgeschlagen. Vor dem Bahnhof zuerst ein offener Platzraum, dann eine zweite Schicht mit zwei Baumfeldern und darunter Taxen und Parkierung, dahinter eine dritte Schicht für die Viktoriastraße mit einer Bushaltestelle. Diese ruhige, aber auch großzügige Konzeption bildet ein kräftiges Gegenüber zum Bahnhofsgebäude und seiner Halle.

Der Sebastian-Buchegger-Platz wird stadträumlich mit einem Hochbau sehr kräftig inszeniert. Ob dies sinnvoll ist, muss überprüft werden.

Das Ziel des Entwurfes, den Durchgangsverkehr durch die Innenstadt mittels eines lückenlosen Tangentensystems zu entlasten, wird positiv gewürdigt. Der verbleibende Ziel- und Quellverkehr soll in einer flächendeckenden Tempo 30 Zone abgewickelt werden. Diese Maßnahmen bieten Chancen für Urbanität und das Miteinander der jeweiligen Verkehrsarten.

Die Bündelung des MIV soll großräumig auf das vorhandene Straßennetz mit BAB 8 und B 17 erfolgen. Der innerstädtische Verkehr wird auf einen Inneren Ring geleitet. Hierzu ist als Lückenschluss die Nordtangente zwischen Berliner Allee und Bgm-Ackermannstraße vorgesehen.

Im zentralen Bereich ist zwischen Theodor-Heuss-Platz und Stadttheater der großzügige Augsburg Boulevard konzipiert. In dieser gestalterischen Logik wird der Verkehr auf die Schießgraben- und Schaezlerstraße verlegt.

Hierbei ist auf die Mehrbelastung des Knotenpunktes Schaezlerstraße / Hermanstraße / Halderstraße hinzuweisen. Durch die Konzentration aller Verkehrsströme des MIV auf diesen Knotenpunkt wird die Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt. Unter der Voraussetzung, dass die Entlastung im Gesamtnetz erfolgt, insbesondere die westliche Erschließungsstraße realisiert wird, erscheint die Planung umsetzbar. Aufgrund der vordringlichen Umsetzung der Maßnahmen im Umfeld des Königsplatzes erscheint es notwendig, die Wirkungen der Kapazitätsreduktion im Bereich der Nord-Süd-Achse wie auch den vorgeschlagenen Ringschluss zu überprüfen. Modifikationen werden auch im Hinblick auf die Zeitachse nicht zu vermeiden sein. Dies betrifft auch die Leistungsfähigkeit.

Mittels der Neukonzeption einer Straßenbahnlinie im oberen Graben / Forsterstraße und einer Linie über Karlstraße und Frölichstraße zum Hauptbahnhof wird die derzeitige Konzentration der Umsteigebeziehungen am Königsplatz teilweise und in langfristigen Entwicklungsschritten aufgelöst und auf insgesamt drei Umsteigehalte verteilt.

Die Fußgängerführung vom Westzugang auf der -1 Ebene zum Hauptbahnhof / Straßenbahn ist ein angenehmes Angebot,  ganz im Gegensatz zur Verlängerung des Tunnels auf den östlichen Bahnhofsvorplatz.

Der Entwurf 1031 erscheint in seinen einzelnen Teilabschnitten realisierbar. Eine Abhängigkeit in vorgegebenen Schritten ist nicht nötig. Das Zentralthema Nord-Süd-Nord Achse mit dem vorgeschlagenen Boulevard in der Adenauer-Allee/Fuggerstraße ergibt sich zeitlich im Zusammenhang mit dem neu gestalteten Königsplatz und eröffnet die Fußwegachse Bahnhofstraße zur Bürgermeister- Fischerstraße, die jedoch zeitlich unabhängig entwickelt werden kann.