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Dienstag, 28.3.2017 • Nr. 87 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Amerika vor der Wahl: Schwäbische Wirtschaft sorgt sich ums Exportgeschäft

Am 8. November wird entschieden, wer als Nachfolger von US-Präsident Barack Obama ins Weiße Haus einzieht. Die IHK Schwaben hat in einer telefonischen Blitzbefragung vor der US-Präsidentschaftswahl die Meinung der schwäbischen Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die USA eingeholt, was sie über die US-Wahl denken und mit welchen Auswirkungen sie auf die Wirtschaft rechnen.

Geht es der deutschen Exportindustrie nach der US-Wahl schlechter? Diese Sorge scheint viele schwäbischen Unternehmen umzutreiben

Geht es der deutschen Exportindustrie nach der Ära Obama schlechter? Diese Sorge scheint viele schwäbische Unternehmer umzutreiben

Im Jahr 2015 lösten die USA Frankreich als wichtigsten Handelspartner Deutschlands ab. Bayerische Unternehmen exportierten im letzten Jahr Waren im Wert von knapp 23 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten, eine Steigerung von 16 Prozent zum Vorjahr. Damit sind die USA weltweit wichtigstes Abnehmerland für deutsche wie auch bayerische Produkte.

Rund 600 schwäbische Unternehmen treiben regelmäßig Handel mit den USA. Es sei laut IHK deshalb  nicht überraschend, dass die Mehrheit der befragten Unternehmen angegeben habe, dass sie die Amtszeit von Präsident Barack Obama positiv für ihr Handelsbeziehungen bewerten. Bereits bei der letzten Befragung zur US-Wahl im Jahr 2012 gab fast die Hälfte der schwäbischen Unternehmen an, dass sie ihre Präsenz auf dem amerikanischen Markt in der ersten Amtszeit von Präsident Obama ausgebaut hätten. Vier Jahre später erklärten nun mehr als ein Drittel, dass sie steigende Umsätze in den letzten acht Jahren verbuchen konnten - quer durch alle Branchen. Umsatzeinbußen mussten nur sechs Prozent der schwäbischen Unternehmen hinnehmen.

Alle befragten Unternehmensvertreter gaben an, dass sie den Wahlkampf in den USA mit großem Interesse verfolgen. Erwartet wird, wie in der IHK-Befragung deutlich wird, dass der Ausgang der Wahl Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen haben könnte. Trotz des großen Exportvolumens würden immer noch zahlreiche Hürden den Warenfluss über den Atlantik erschweren. Sowohl Donald Trump als auch Hillary Clinton haben angekündigt, Handelsabkommen zu kündigen und die US-Wirtschaft zu schützen.

“Demzufolge befürchtet die Hälfte der befragten Unternehmen Nachteile für die Exportnation Deutschland - ein Großteil auch für sich selbst”, wie es in einer Pressemitteilung der IHK heißt.


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