Die Augsburger Zeitung

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Mittwoch, 22.2.2017 • Nr. 53 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Flugplatzheide: Der letzte Appell

Die Naturschutzallianz appelliert erneut an die Bayerische Staatsregierung, ihre Bebauungspläne bezüglich der Haunstetter Flugplatzheide zu revidieren.

In Sachen Flugplatzheide ist seitens der Politik nach Ansicht der Naturallianz ein Paradigmawechsel möglich. Mit dieser Auffassung stehen die Naturschützer nicht allein auf weiter Flur: Trotz des Sachverhalts, dass bereits Baurecht auf der Heidefläche am Bischofsackerweg besteht, haben sich in den vergangenen Wochen vermehrt Stimmen aus der Augsburger Politik zu Wort gemeldet, die aufgrund der veränderten Situation in der Flüchtlingspolitik die Notwendigkeit einer Wohnbebauung, die auf einem Teil der vier Hektar großen Heidefläche entstehen soll, nicht mehr als gegeben erachten.

Für 310 anerkannte Flüchtlinge sollen auf dieser Naturfläche 77 Wohneinheiten entstehen. Dass es dabei nicht nur um Naturschutz geht, hat der Kreisverband der Augsburger Grünen formuliert. „Auch aus integrationspolitischer Sicht ist dieses Bauvorhaben abzulehnen,“ so Grünen-Chef Peter Rauscher, da „dieses Gelände in einem Gewerbegebiet ist, in dem es in unmittelbarer Nähe keine weitere Wohnbebauung, geschweige denn Einrichtungen des täglichen Lebens gibt.“ Das sei nicht die Integration, wie sie sich die Grünen vorstellen. Es sei vielmehr auf soziale Durchmischung der Gebiete ist zu achten, damit keine neuen sozialen Brennpunkte entstehen und Integration ermöglicht werde.

Der Stadtrat hatte den Bauplänen der Staatsregierung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle mehrheitlich zugestimmt. Doch bereits damals gab es Bedenken wegen der Verbauung der Naturfläche. Stadtrat Christian Pettinger (ÖDP) erklärte kürzlich, dass sich inzwischen die Entscheidungsparameter grundsätzlich verändert haben. Der politische und soziale Druck durch ständig neu ankommende Flüchtlinge sei nicht mehr vorhanden. Es gebe Leerstände, in denen eine Unterbringung anerkannter Flüchtlinge möglich wäre. Deshalb müssten neue Standorte für das Bauvorhaben geprüft werden.

Am vergangenen Donnerstag richtete, aufgrund der neueren Entwicklungen, die Naturschutzallianz einen weiteren Appell an den Freistaat: Die Staatsregierung soll Alternativen prüfen. Es habe sich seit dem ersten Eilantrag im Herbst 2015 einiges geändert, was einen Alternativstandort für die Flüchtlingswohnungen ermögliche. „Von den ehemals 200 ha Flugplatzheide darf die erschreckend kleine, übrig gebliebene, aber dennoch sehr wertvolle Fläche nicht auch noch bebaut werden.“

Die Fotos zeigen Pflanzen auf der Flugplatzheide - Fotos und Layout: Andrea Huber


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