Die Augsburger Zeitung

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Mittwoch, 22.2.2017 • Nr. 53 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Grüne fordern rasche Abschaltung des AKW in Gundremmingen

30 Jahre nach der atomaren Katastrophe in Tschernobyl und 5 Jahre nach dem Supergau in Fukushima ist trotz des begonnen Ausstiegs aus der Atomenergie die Sorge um die Sicherheit atomarer Anlagen in der Region groß. Besonders groß ist die Sorge um die Sicherheit des Atomkraftwerkes (AKW) Gundremmingen. Die Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen hat deshalb einen Antrag zur sofortigen Abschaltung von Gundremmingen gestellt.

Martina Wild

Martina Wild

„Die Blöcke B und C des AKW Gundremmingen gehören als Siedewasserreaktoren zu den ältesten Reaktoren in Deutschland. Nicht nur wir Grüne, sondern auch Fachleute kritisieren, dass die zwei Reaktoren uralt und abgenutzt seien und nicht allen Sicherheitsanforderungen genügten. Alleine im letzten Jahr gab es in Gundremmingen fünf meldepflichtige Ereignisse. Jetzt wurde im Block B ein Computervirus entdeckt. Die Blöcke B und C in Gundremmingen stellen ein großes, wenn nicht sogar das größte atomare Risiko in Deutschland dar. Sie gehören jetzt endlich und sofort abgeschaltet”, so die Fraktionsvorsitzende Martina Wild. - Eine Studie der Landtags-Grünen weise nach, dass das AKW Gundremmingen für die Stromversorgung und Netzstabilität in Bayern schon jetzt überflüssig sei. Die Produktion sicherer Energie aus Wind und Sonne hätten in Deutschland schneller als erhofft Rekordhöhen erreicht. Die Inbetriebnahme der Thüringer Strombrücke im Sommer diesen Jahres schaffe zusätzliche Versorgungssicherheit, so Wild die auch den Energiemarkt als Schließungsargument anführt: „Die Laufzeit für Gundremmingen bis 2021 halten wir nicht nur für brandgefährlich, sondern auch strommarktpolitisch für grundfalsch. Die Abschaltung der überflüssigen Atomreaktoren macht die flexiblen bayerischen Gaskraftwerke wieder marktfähig, da diese nicht mehr mit dem zu billig angebotenen Atomstrom konkurrieren müssten. Die sofortige Abschaltung ist neben dem absolut vorrangigen Ziel der Sicherheit auch für eine konsequente Fortsetzung der Energiewende erforderlich.”

Mit einem erneuten Antrag fordern die Grünen das sofortige Abschalten der Blöcke B und C ind Gundremmingen und einen Bericht über die Umsetzung des 2011 gefassten Beschlusses. Der Stadtrat hatte damals unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf Initiative der Grünen einstimmig beschlossen, dass bayerische Staatsregierung und Bundesregierung die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen darstellen, die mit einer Abschaltung der Kernkraftwerksblöcke B und C Gundremmingen für die Bürger der Stadt Augsburg verbunden sind; die sicherheitstechnischen Anforderungen des Kraftwerks Gundremmingen B und C sowie des dortigen Zwischenlagers von unabhängigen Experten prüfen zu lassen und aufgrund der Ergebnisse dieser Überprüfung eine neue Risikoanalyse sowie notwendige Änderungen der Sicherheitsbestimmungen vorzunehmen und die bestehenden Notfallpläne entsprechend dieser Erkenntnisse zu überarbeiten und  zu aktualisieren.


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