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Freitag, 31.3.2017 • Nr. 90 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de
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Stadtwerke Augsburg bauen riesigen Tauchsieder

“Power-to-heat” als Beitrag zur Energiewende

Mit einem überdimensionalen Tauchsieder wollen die Stadtwerke Augsburg (swa) das Stromnetz entlasten und überschüssigen Strom für die Fernwärme sinnvoll nutzen. “Power-to-heat” heißt die Anlage, zu Deutsch: Strom zu Wärme.

Neben der Gasturbine in Lechhausen: Der Trafo der "Power-to-heat-Anlage" wird in das Anlagen-Gebäude gehoben. (Foto: swa/Thomas Hosemann)

Neben der Gasturbine in Lechhausen: Der Trafo der "Power-to-heat-Anlage" wird in das Anlagen-Gebäude gehoben. (Foto: swa/Thomas Hosemann)

Die Anlage entsteht derzeit direkt neben der Gasturbine der swa in Lechhausen. “Wir können damit flexibel auf Schwankungen im Stromnetz reagieren, das Netz stabilisieren und leisten so einen Beitrag zur Energiewende”, so Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus-Peter Dietmayer. Im Zug der Energiewende haben vor allem die Stromanteile aus Photovoltaik und Windkraft deutlich zugenommen. So wird heute doppelt so viel Strom aus Windkraft erzeugt wie vor zehn Jahren, beim Sonnenstrom sind es sogar 60 Mal so viel. Dadurch entsteht aber eine skurrile Situation: Es ist zeitweise mehr Strom vorhanden als gebraucht wird. Verbraucher, die dann auf Abruf schnell Leistung aus dem Netz nehmen, erhalten sogar Geld für das Verbrauchen des überschüssigen Stroms. Etwa eintausend Mal war das im vergangenen Jahr der Fall.

Genau da setzt die Power-to-heat-Anlage der Stadtwerke Augsburg an. Sie ist quasi ein überdimensionaler Tauchsieder. Je nach Bedarf wird das heiße Wasser entweder direkt in das Fernwärmenetz der swa eingespeist oder für einen späteren Verbrauch im Wärmespeicher zwischengelagert. Die Anlage hat eine Leistung von 10 Megawatt, das entspricht etwa 10.000 haushaltsüblichen Tauchsiedern mit 1.000 Watt Leistung. Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom in heißes Wasser liegt bei nahezu 100 Prozent.

Rund 1,5 Millionen Euro wird die Anlage kosten, die in den kommenden Wochen bei der Gasturbine in Lechhausen gebaut wird. In vier bis fünf Jahren ist sie durch die Erlöse refinanziert. “Power-to-heat” wäre im Fall einer Fusion zwischen der Stadtwerke-Energiesparte mit Erdgas Schwaben der swa-Beitrag zu einem virtuellen Kraftwerk. Die Erdgas Schwaben würde ihre Technologie “Power-to-gas” beisteuern.

» Auf dem Weg zum virtuellen Kraftwerk
» Virtuelles Kraftwerk (Wikipedia)


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