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DAZ-Archiv vom 7. März 2017 • www.daz-augsburg.de

Brechtfestival: “Fuck heroes, fight now.” - Ein feministischer Anti-Ödipus auf der Brechtbühne

Feminismus-Thementag beim Brechtfestival. Patrick Wengenroth nimmt Brechts ambivalentes Verhältnis zu Frauen zum Anlass, heutige Geschlechterverhältnisse aus feministischer Perspektive zu reflektieren. Mit dem Titel „Fuck Heroes, fight now.” war ein Gespräch über Gender und Gesellschaft auf der Brechtbühne angekündigt. Gezeigt wurde allerdings eine klassische Tragödie. Mit einem auf zwei Einzelfiguren aufgespaltenen Helden.

Von Bernhard Schiller

Foto: Programmheft Brechtfestival (c) John Cartwright & Michael Barker

Foto: Programmheft Brechtfestival (c) John Cartwright & Michael Barker

In der Hauptrolle: Laurie Penny, Journalistin, Autorin und laut Programmheft „wichtigste Stimme des jungen Feminismus“. Und Jack Urwin, kein Superlativ, aber dasselbe Betätigungsfeld wie Penny. - Urwin tritt auf als der vom Schicksal Gebleute. Seine Erzählung rührt durchaus an. Vater Urwin habe seinerzeit eine tödliche Herzkrankheit vor der Familie verleugnet aus Furcht davor, schwach und verletzlich zu erscheinen. Er starb, als Jack noch ein Kind war, dem daraus eine tiefe Wunde blieb. Die giftige Männlichkeit („toxic masculinity“) seines Vaters habe er geerbt. Er als er selbst an Depression erkrankte, habe er erkannt, dass die toxic masculinity kein innerfamiliäres Problem sei, sondern ein gesellschaftliches. Sämtliche Kinder, Jungen und Mädchen, seien vom Gift empathiefeindlicher Männlichkeitsideale betroffen.


Brechtfestival ohne Brecht: Anmerkungen zum „Thementag Feminismus“

Die Person Brecht und sein Werk aus feministischer Sicht zu beleuchten, ist zweifellos eine reizvolle und ergiebige Aufgabe. Insofern hat ein Thementag Feminismus auf dem Brechtfestival auf jeden Fall seine Berechtigung. Geboten wurde jedoch an diesem Sonntag auf der Brechtbühne nichts anderes als eine feministische Selbstdarstellung aus dem Elfenbeinturm.

Kommentar von Halrun Reinholz

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„Kafkas Bruder“: Unterhaltsames zu den Parallelen von Kafka und Brecht

Zum Brechtfestival „verheben“ sich Dr. Michael Friedrichs und der Schauspieler David Dumas auf unterhaltsame Weise an zwei literarischen Schwergewichten

Von Halrun Reinholz

Einige Formate des Brechtfestivals zeigen Kontinuität: So kommt auch in diesem Jahr in bewährter Manier im Hoffmannkeller (pardon, „Brechtkeller“ während der Festivalzeit) der Beitrag des Vorsitzenden des Augsburger Brechtkreises Dr. Michael Friedrichs. Es [...]

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Ausstellung: „Augsburg macht Druck“ im Diözesanmuseum St. Afra

Mit der Sonderausstellung „Augsburg macht Druck“ vom 10. März bis 18. Juni beleuchtet das Diözesanmuseum St. Afra die Anfänge des Buchdrucks in einer Metropole des 15. Jahrhunderts.

Die Ausstellung widmet sich zum bevorstehenden Jubiläum „550 Jahre Buchdruck in Augsburg“ den frühen Augsburger Drucken bis 1500 und zeigt bedeutende Buchschätze aus dem gesamten Spektrum der damaligen [...]

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“Die führenden Politiker unserer Friedensstadt haben kläglich versagt”

Ein Jahr danach: Mit Populismus gegen Populismus – oder: Wie die Friedensstadt Augsburg vor einem Jahr an ihrem Fundament sägte

Von Peter Grab

Donald Trump (USA), Wladimir Wladimirowitsch Putin (Russland), Jarosław Kaczyński (Polen), Viktor Orbán (Ungarn), Marine le Pen (Frankreich), Geert Wilders (Holland), Recep Tayyip Erdogan (Türkei), Frauke Petry (Deutschland) – es werden immer mehr Namen genannt, [...]

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