Wertvolle Handschriften in der Uni-Bibliothek
Ausstellung ab 12. Januar
Vom Judas-Evangelium aus dem 4. Jahrhundert bis zur berühmten Furtmeyr-Bibel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts reicht das Spektrum biblischer und apokrypher Handschriften, die vom kommenden Mittwoch (13. Januar) bis Ende April in der Schatzkammer der Universitätsbibliothek Augsburg gezeigt werden.
Zwei koptische Papyruskodizes des 4./5. Jahrhunderts, die vor 40 Jahren in Ägypten entdeckt wurden, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung “novum opus ex veteri”, die am 12. Januar eröffnet wird. Mit diesen beiden Kodizes, die das apokryphe Judas-Evangelium und die erste Apokalypse des Jakobus überliefern, sowie mit weiteren herausragenden Leihgaben und wertvollsten Handschriften aus den Oettingen-Wallersteinschen Beständen der Universitätsbibliothek bietet die Ausstellung einen einzigartigen Überblick über biblische und apokryphe Handschriften aus Spätantike und Mittelalter.
Judas-Evangelium und Paulus-Briefe
„novum opus ex veteri” – „ein neues Werk aus alten”: So hat Hieronymus gegen Ende des 4. Jahrhunderts seine Bibelübersetzung charakterisiert, die das Ziel hatte, die stark variierende Überlieferung biblischer Texte zu vereinheitlichen. Die einmalige Gelegenheit zur Ausstellung hat sich durch die Forschungen des Augsburger Kirchenhistorikers Prof. Dr. Gregor Wurst ergeben: Den noch gänzlich unpublizierte Kodex mit den Paulusbriefen hat ihm die Schweizer Privatsammlung F. Nussberger-Tchacos zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt. Zugleich hat sich die Baseler Maecenas Foundation for Ancient Art bereiterklärt, Wurst Teile des Kodex mit dem Judas-Evangelium und der Jakobus-Apokalypse für die erstmalige Präsentation in Deutschland zu überlassen.