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DAZ-Archiv vom 4. Januar 2010 • www.daz-augsburg.de

Tanzverbot - endlich mal wieder

Am Freitag: Swing im Parktheater

Von Frank Heindl

Bekannt geworden ist “Swing tanzen verboten!” durch die Stadttheater-Produktion “Swing Alive” in der Spielzeit 2006/2007. Dass das Stück meistens ausverkauft war, lag ebenso an Jochen Heckmanns Balletensemble wie an der Band und der Musik, die hinter all dem standen. So war denn die erste CD, die das Ensemble zusammen aufnahm, nicht nur ein Verkaufserfolg, sondern zog auch eine Menge Konzerte nach sich. Nun ist die zweite CD fertig: “The Choo Shoo Sing Swing Songbook” ist nach der bewährten Rezeptur entstanden und wird am kommenden Freitag (8. Januar, 19.30h) im Parktheater erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

"Deutsch-Swing" at its best: Die vier Männer von "Swing Tanzen Verboten" ...

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Mit der Musik, die heutzutage so herrlich unbeschwert klingt, konnte man während der Nazizeit echte Probleme bekommen. Komponisten und Musiker, die Swing schrieben und aufführten, wurden verfolgt, außer Landes gejagt, der Stil war als “Kulturbolschewismus” verschrieen, Swing zu tanzen war schlichtweg verboten - daher der Name des Ensembles. Die Swingmusik war allerdings nicht totzukriegen - zwar ging’s erst nach Kriegsende wieder so richtig bergauf mit Swing und Jazz, aber auch unter Hitlers Kulturbanausen schufen sich einfallsreiche Musiker ihre Nischen. Amerikanische Titel wurden eingedeutscht, umgetextet, neu arrangiert, um sie vor der Zensur zu retten. Und in den Tanzlokalen schalteten die Bands flugs auf “erlaubte” Melodien um, wenn Kontrolleure nahten.



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