Die Augsburger Zeitung

DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur

Mittwoch, 22.2.2017 • Nr. 53 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de

“Die Reise mit Vater” im Liliom: Die 68er aus zwei Perspektiven

Ein preisgekrönter Spielfilm der in Dachau lebenden Regisseurin Anca Miruna Lazarescu läuft derzeit im Liliom. Regiegespräch am Sonntag, 27.11. nach der Vorführung um 19 Uhr

Von Halrun Reinholz

(c) Movienet

Ein bewegender, unglaublich komischer aber letztlich auch tragischer Film (c) Movienet

Eine Familie aus Rumänien reist im Sommer 1968 ins sozialistische Bruderland DDR. Unterwegs begegnen sie den Panzern, die in die Tschechoslowakei einrollen, als sich dort junge Leute den „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ erstreiten wollten. Die Familie gerät, mit vielen anderen Touristen, in den Strudel der Zeitgeschichte und lernt in dem 68er-bewegten Westdeutschland auch die andere Perspektive auf den „sozialistischen“ Kampf gegen den Kapitalismus kennen.

Das ist, in Kurzfassung, der Hintergrund des bewegenden, unglaublich komischen aber letztlich auch tragischen Films der jungen Regisseurin Anca Miruna Lazarescu, die als Kind mit ihren Eltern aus Rumänien nach Deutschland kam. Die Folie für den Stoff lieferte die Geschichte ihres eigenen Vaters, der als Jugendlicher mit seinen Eltern genau diese Situation erlebt hatte. Dass hier politischer Zündstoff der jüngeren Zeitgeschichte liegt, war ihr klar. Mit guter Recherchearbeit ging sie daran, die Ereignisse weiter zu fassen. Sie gibt der Familie im Film einen rumäniendeutschen Hintergrund und arbeitet auch die Position der westdeutschen „1968er“ mit ein, was bei einer Begegnung zu einem Kulturschock auf beiden Seiten führt. Doch bei aller Schilderung der politischen Begleitumstände geht es um das Lebensgefühl von jungen Leuten, die auf die Zeitphänomene reagieren und sie gestalten wollen. Wiegt Repression mehr als Heimatverbundenheit? Halten die Werte der Realität stand? Und natürlich gibt es Verstrickungen durch Gefühle.


Kino: Wilhelm Hauffs neu verfilmte Erzählung “Das kalte Herz” gestartet

Gute Kritiken erhielt die Neuverfilmung des Hauff-Märchens “Das kalte Herz” zum Kinostart. Regisseur Johannes Naber ist am Sonntag zu Gast im Thalia.

Wilhelm Hauffs düstere “Fantasie-Erzählung” wurde 1950 in dem DEFA-Klassiker von Paul Verhoeven als antikapitalistische Parabel verfilmt. Diesen Faden greift nun der deutsche Regisseur Johannes Naber wieder auf und schickt eine Schar deutscher Filmstars in [...]

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Tadao Ando. Von der Leere zur Unendlichkeit

In der Veranstaltungsreihe “Architekturfilm und Jazz” zeigt das Architekturforum im Thalia Kino Am Obstmarkt am Montag, 4. April um 19 Uhr den Film “Von der Leere zur Unendlichkeit” über den Architekten Tadao Ando von Mathias Frick.

Ando Tadao, 1941 in Osaka geboren, ist ein japanischer Architekt und Träger des Pritzker-Preises, des “Nobelpreises” für Architektur. In seiner [...]

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“Anne Frank”- Regisseur Steinbichler kommt nach Augsburg

Der preisgekrönte Drehbuchautor und Regisseur Hans Steinbichler kommt am Sonntag, den 13. März (18.30 Uhr), ins Thalia Kino (Obstmarkt 5), um sich den Fragen der Zuschauer zu stellen, die über seinen seinen neuen Film “Das Tagebuch der Anne Frank” diskutieren wollen.

Das Tagebuch der Anne Frank erzählt die Geschichte eines 13-jährigen, jüdischen Mädchens und dessen [...]

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Filmkunst: Thalia vom Freistaat ausgezeichnet

Für ihre qualitativ herausragende Programmgestaltung sind am vergangenen Donnerstag 60 Kinos aus ganz Bayern im schwäbischen Bad Wörishofen ausgezeichnet worden.

Auch das Augsburger „Thalia“ am Obstmarkt gehörte dazu. Als Anerkennung für ihre Arbeit überreichte die bayerische Medienministerin Ilse Aigner  den Kinomachern Franz Fischer und Ellen Gratza die Auszeichnung. “Mit den Filmtheater-Prämien zeichnen wir bayerische Kinos [...]

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Eklat: Filmbüro kündigt Kooperation mit der Stadt

Die Augsburger Filmtage zahlen den städtischen Zuschuss zurück und gründen sich neu

Von Frank Heindl

Für Überraschungen war er schon immer gut, doch am Freitagvormittag sorgte er für ein Novum in der Augsburger Kulturpolitik: Franz Fischer, Chef des Augsburger „Kinodreiecks“ aus Thalia, Mephisto und Savoy inklusive Caféhaus Mephisto verkündete per Pressemitteilung den Ausstieg der Augsburger Filmtage aus der städtischen Förderung [...]

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Landraub im “Jahr des Bodens”

Regisseur Kurt Langbein im Thalia-Kino

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum “Internationalen Jahr des Bodens” ausgerufen. Regisseur Kurt Langbein und der Autor Christian Brüser zeigen in großen, eindrucksvollen Bildern Probleme, Ursachen und Folgen: Zwei Jahre sind sie um die Welt gereist und haben Profiteure und Opfer des neuen Kolonialismus besucht. In ihrem Film [...]

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„Am Ende ein Fest“ – Sterbehilfe und Altenheimromantik als berührende Komödie

In Augsburg ist ein bemerkenswerter Film angelaufen. Im Thalia war Regisseur Sharon Maymon zu Gast und stellte sich den Fragen des Publikums.

Von Halrun Reinholz

Ein Mann telefoniert mit einer krebskranken Frau. Er gibt sich als Gott aus und mahnt die Kranke, noch durchzuhalten und ihre Therapie zu machen, denn im Himmel sei gerade kein Platz für [...]

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Architekturforum präsentiert Le Corbusier

Das Architekturforum zeigt in der Veranstaltungsreihe “Architekturfilm und Jazz” am Montag, 6. Juli die Dokumentation “Das Jahrhundert des Le Corbusier”.

Le Corbusier (1887-1965) war Städteplaner, Theoretiker, Maler, Möbeldesigner, Bildhauer und vor allem Visionär – auch wenn er hauptsächlich durch seine puristisch und nüchtern anmutenden Stahl-Beton-Bauten oder seine prominenten Schriften zur Architekturtheorie in die Geschichte eingegangen ist. [...]

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Schockierendes über Fracking im Thalia

Im Rahmen der Attac-Filmreihe im Thalia-Kino ist am heutigen Montag, 15. Juni um 19 Uhr der Dokumentarfilm „Gasland“ von John Fox zu sehen.

Der Film zeigt in schockierenden Details die Auswirkungen der Tiefbohrtechnik Fracking, mit der in Nordamerika in den letzten Jahren unter großen Gefahren für Mensch und Umwelt neue Erdgasvorkommen erschlossen wurden. Durch das geplante [...]

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Architekturforum zeigt die Erfindung der Shopping Mall

Das Architekturforum zeigt in der Veranstaltungsreihe “Architekturfilm und Jazz” am Montag, 1. Juni die Dokumentation “Der Gruen Effekt” des Regisseurs Markus Wailand.

Der Architekt Victor Gruen gilt als Vater der Shopping Mall und vielleicht einflussreichster Architekt des 20. Jahrhunderts. Der Film behandelt Gruens Vision einer Stadt als lebendigem Markplatz und die fatalen Irrtümer eines überzeugten Sozialisten. [...]

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